Zum 150. Todestag Ausstellung für Ingenieur der Göltzschtalbrücke im Vogtland

Gemälde zeigt einen Mann
Johann Andreas Schubert war Ingenieurwissenschaftler, Unternehmer, Professor für Maschinenbau und Bauingenieurwesen und Direktor der Technischen Bildungsanstalt Dresden. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Johann Andreas Schubert gilt als einer der größten deutschen Ingenieure. Technische Meisterleistungen wie die Göltzschtalbrücke, die größte Ziegelsteinbrücke der Welt, das erste Elbe-Dampfschiff "Königin Maria" und die erste deutsche Lokomotive "Saxonia" sind sein Werk. Am 6. Oktober jährt sich Schuberts Todestag zum 150. Mal. Aus diesem Grund widmet ihm die vogtländische Gemeinde Steinberg, zu der sein Geburtsort Wernesgrün heute gehört, eine Ausstellung.

Hochschullehrer, Unternehmer, Freimaurer - der 1808 geborene Johann Andreas Schubert war ein Mensch mit vielen Facetten, sagt Jürgen Naumann. Der Dresdner Geschichtsexperte hat die Ausstellung mitgestaltet, die einige ganz besondere Exponate enthält. "Zum ersten Mal sehen Sie das Plakat zur Einweihung des Schubert-Denkmals 1935 in Wernesgrün", so Naumann. "Dass es das überhaupt gibt, wusste bisher keiner."

Bau der Göltzschtalbrücke

Auch bisher unbekannte Familienfotos, ein Zirkelkasten, der Schubert zugeschrieben wird, kleine, von ihm entwickelte Getriebemodelle und mehrere Schautafeln mit Berichten oder Zeichnungen sind zu sehen. Auch der Bau der Göltzschtalbrücke wird thematisiert. Ein Projekt, das zur damaligen Zeit undenkbar schien. "Solche Brücken kannte man aus der Römerzeit, aber da fuhren ja keine Züge drüber", erzählt Naumann. "Da hat  Schubert einen Entwurf gemacht und man hat im Nachhinein berechnet - und es stimmte. Er war bestimmt ein Genie."

Text über Viadukt-Baustelle
Johann Andreas Schubert entwarf die Göltzschtalbrücke, die größte Ziegelsteinbrücke der Welt. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Schubert gilt nicht nur als Urheber der technischen Bildungsanstalt in Dresden, dem Vorläufer der heutigen TU Dresden. Er ist auch Gründer der Maschinenbau-Aktiengesellschaft in Übigau, wo das erste Elbe-Dampfschiff und die erste deutsche Lokomotive gebaut wurden. Das sei auch heute noch unglaublich, meint die Ortschronistin von Wernesgrün, Gabi Nitzsche. "Wie aus einem Kind, was in ärmlichen Familienverhältnissen aufgewachsen ist, so eine Kapazität geworden ist", sagt sie. Maßgeblichen Anteil an seiner Entwicklung hatte demnach die Familie des Leipziger Polizeipräsidenten Ludwig Ehrenfried von Rackel, die Schubert im Alter von 10 Jahren als Pflegesohn aufnahm und gezielt förderte.

Ausstellung öffnet am Sonntag

Nur noch zweimal kam er bis zu seinem Tod im Jahre 1870 nach Wernesgrün. Trotzdem gilt er bis heute als der größte Sohn des Ortes. Die Ausstellung im  Museum "KulturPunkt StröherHaus" läuft bis November und ist am Sonntag erstmals für Besucher geöffnet.

Quelle: MDR/al/bs

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.09.2020 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

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