Vogtlandkreis Badewarnung wegen Blaualgen in Talsperre Pirk

In Sachsens Talsperren gibt seit Wochen ein Blaualgenwachstum. In geringen Mengen kommen diese in fast jedem Gewässer vor. Problematisch wird die Algenblüte, wenn sie sich bei hohen Temperaturen massenhaft vermehrt. Dann können die Algen gesundheitschädigend sein.

Menschen auf der Staumauer
Die Talsperre Pirk Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Sachsen ist eine weitere Talsperre von starkem Blaualgenwachstum betroffen. Das Gesundheitsamt des Vogtlandkreises hat deshalb für die Talsperre Pirk eine amtliche Warnung herausgegeben, wie Sprecher Dieter Krug MDR SACHSEN bestätigte. Zuerst hatte die Freie Presse berichtet. Der Warnhinweis beinhalte, dass Kleinkinder und Menschen mit Allergieneigung vom Baden in den betroffenen Bereichen absehen sollten. Hunde sollten vom Trinken des Wassers abgehalten werden.

Entsprechende Hinweise seien vom Gesundheitsamt in Zusammenarbeit mit der Naherholung Talsperre Pirk GmbH an mehreren Stellen rund um die Talsperre angebracht worden. Begünstigt werde die Algenblüte durch das lang andauernde warme Wetter mit viel Sonneneinstrahlung. Ob auch für andere Talsperren des Landkreises eine Warnung ausgesprochen werden müsse, sei derzeit nicht absehbar, so Krug. Dies hänge vom Wetter in der nächsten Zeit ab. Erfahrungsgemäß sei die Talsperre Pirk durch örtliche Besonderheiten aber am stärksten betroffen.

Grün und gelb eingefärbte Blaualgen unter dem Mikroskop
Eingefärbte Blaualgen unter dem Mikroskop Bildrechte: IMAGO/blickwinkel

Blaualgen (Cyanobakterien) Die meisten Cyanobakterien sind für den Menschen ungefährlich. Einige Arten können jedoch in ihren Zellen bioaktive Substanzen mit gesundheitsschädigenden Wirkungen bilden und auch ins Wasser abgeben. Bei Kleinkindern oder Personen mit bekannten Überempfindlichkeiten oder Allergieneigung können durch intensiven Hautkontakt oder Verschlucken von belastetem Wasser lokale Haut- und Schleimhautreizungen, Ohren- bzw. Augenschmerzen, bei sensiblen Personen allergische Reaktionen sowie gelegentlich Atemwegserkrankungen, Durchfälle bzw. Erbrechen auftreten. (Quelle: Landratsamt Vogtlandkreis)

Badewarnung auch für Talsperren Bautzen und Koberbach

Auch für andere Talsperren in Sachsen wurde wegen des starken Blaualgenwachstums eine Badewarnung herausgegeben. Derzeit gilt eine solche Warnung für die Talsperren Bautzen und Koberbach im Landkreis Zwickau. In anderen Talsperren treten nach Angaben der Landestalsperrenverwaltung ebenfalls verstärkt Blaualgen auf. Begünstigt werde die Algenblüte durch die lang andauernde warme Wettersituation mit viel Sonneneinstrahlung.

Blick auf das Strandbad an der Koberbach-Talsperre
Das Strandbad an der Kobertalsperre Bildrechte: MDR/Gert Friedrich

Besonders betroffen seien bei den Brauchwasseranlagen im Landkreis Nordsachsen die Talsperren Horstsee, Döllnitzsee, Schadebach II sowie der Große Teich Torgau. Im Landkreis Leipzig treten Blaualgen laut Talsperrenverwaltung verstärkt in der Talsperre Schömbach auf, von der ein Teil im Altenburger Land liegt, und in der Talsperre Göttwitzsee sowie im Stausee Rötha, im Speicherbecken Witznitz und im Speicherbecken Lobstädt. Im Landkreis Mittelsachsen sind den Angaben zufolge die Talsperre Baderitz und der Untere Großhartmannsdorfer Teich betroffen.

In geringen Mengen kommen Blaualgen in fast jedem Gewässer vor. Problematisch wird es laut den Angaben der Talsperrenverwaltung, wenn sie sich massenhaft vermehren wie es derzeit geschehe. Die Landestalsperrenverwaltung veröffentlicht im Internet eine Übersichtskarte der aktuellen Wasserqualität der sächsischen Badegewässer.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 13.08.2020 | 19:00 Uhr

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