Bombenfund in Plauen
Bildrechte: Stadt Plauen

14.06.2019 | 13:11 Uhr Weltkriegsbombe bei Plauen erfolgreich gesprengt

Bombenfund in Plauen
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In Plauen ist Freitagmittag ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Waldgebiet um den Ortsteil Zwoschwitz erfolgreich gesprengt worden. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Vor der Sprengung eingerichtete Straßensperrungen sind wieder aufgehoben.

Amerikanische Fliegerbombe

Bombenfund Plauen
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Bei Bauarbeiten an den Schlossterrassen war am Donnerstagnachmittag der Sprengkörper gefunden worden. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, wurden zunächst der Fundort sowie die Syra- und die Hammerstraße gesperrt. Der Straßenbahnverkehr in die Richtungen Südvorstadt, Reusa und Chrieschwitzer Hang wurde eingestellt. Experten des sächsischen Kampfmittelbeseitigungsdienstes aus Dresden teilten nach einer Untersuchung am frühen Abend mit, dass es sich um eine 50 Kilogramm schwere Fliegerbombe amerikanischer Bauart handelt, die noch mit einem Zünder versehen ist.

Entschärfung vor Ort gelingt nicht

Bombenfund Plauen
Der Sperrkreis hat einen Radius von 500 Metern. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Für die Entschärfung vor Ort wurde zunächst am Abend ein Sperrkreis von 500 Metern um den Fundort eingerichtet, in dem alle Gebäude geräumt wurden, darunter ein Pflegeheim und die städtische Galerie. Die Aktion begann kurz nach 19 Uhr. Mehr als 4.000 Menschen in den Wohngebieten Schloßberg, Altstadt, Hammertorvorstadt und Neustadt sollten ihre Wohnungen verlassen. Sie wurden aufgefordert, Gas- und Elektrogeräte auszuschalten, die Zuleitungen für Gas, Wasser und Strom abzuriegeln, Fenster und Türen zu schließen sowie wichtige Papiere, benötigte Medikamente und Haustiere mitzunehmen. Betroffene, die nicht bei Bekannten und Verwandten unterkamen, konnten sich in der Plauener Festhalle aufhalten.

70 Feuerwehrleute, 107 Polizisten, 85 Rettungskräfte und 80 Mitarbeiter der Stadt Plauen waren nach Behördenangaben an dem Einsatz beteiligt. Um 22:43 Uhr war die Evakuierung abgeschlossen. Gegen 1:30 Uhr in der Nacht wurde klar, dass sich die Bombe nicht entschärfen lässt. Um kurz nach 2 Uhr vermeldete die Stadt Plauen, dass die Bombe aus dem Stadtzentrum transportiert wurde. Die Anwohner durften in ihre Wohnungen zurückkehren.

Bombenfund in Plauen

Bei Bauarbeiten an den Schlossterrassen war am Donnerstagnachmittag in Plauen eine amerikanischen Fliegerbombe entdeckt worden. Umgehend rückte der Kampfmittelbeseitigungsdienst an.

Bombenfund in Plauen
Bauarbeiter sind am Donnerstag an den Schlossterrassen auf ein bombenähnlichen Gegenstand gestoßen. Bildrechte: Stadt Plauen
Bombenfund in Plauen
Bauarbeiter sind am Donnerstag an den Schlossterrassen auf ein bombenähnlichen Gegenstand gestoßen. Bildrechte: Stadt Plauen
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Die Arbeiten wurden gestoppt und aus Dresden die Kampfmittelbeseitiger gerufen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Experten machten das Fundstück als amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg aus. Bildrechte: Stadt Plauen
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Ein Sperrkreis von 500 Metern zur Entschärfung der Bombe wurde eingerichtet. 4.000 Anwohner evakuiert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Bombenfund Plauen
Mehr als 100 Polizisten waren am Donnerstagabend im Einsatz, dazu rund 70 Feuerwehrleute, 80 Rettungskräfte und noch einmal so viele Mitarbeiter der Stadt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Bombenfund in Plauen
Weil die Bombe nicht entschärft werden konnte, wurde sie in der Nacht aus dem Stadtgebiet transportiert. Bildrechte: Stadt Plauen
Bombenfund in Plauen
In einem Waldstück bei Zwoschwitz wurde am Freitagvormittag die kontrollierte Sprengung vorbereitet. Bildrechte: Stadt Plauen
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Das Gelände nach der Sprengung. Bildrechte: Stadt Plauen
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Das letzte Trümmerfeld aus dem Zweiten Weltkrieg

An den Plauener Schlossterrassen laufen seit 2016 Bauarbeiten. Das Areal rund um den Amtsberg wird in mehreren Etappen neu gestaltet. Dort standen einst ein Schloss sowie ein Gerichtsgebäude und ein Gefängnis. Das Schloss wurde bei Fliegerangriffen im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig zerstört, das Gefängnis vor mehreren Jahren zu Teilen abgerissen. Dort errichtete der Freistaat den neuen Campus für die Staatliche Studienakademie Plauen. Der Campus und die Schlossterrassen sollen einmal eine Einheit bilden.

Quelle: MDR/stt/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.06.2019 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

AKTUELLES AUS SACHSEN

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11 Kommentare

14.06.2019 15:51 RomyD 11

Danke an alle Einsatzkräfte, die hier wieder im Einsatz waren.

14.06.2019 14:48 Sven 10

Warum werden da die Amerikaner nicht in die Verantwortung genommen... Ist es doch ihr Schrott der hier immernoch rum liegt... Kosten für den Einsatz noch garnicht eingerechnet...

14.06.2019 09:19 Gerd Hergert, Plauen 9

Hallo Leute vom mdr, WAS schreibt Ihr da???? Das Gefängnis wurde nicht abgerissen!!!! Der Gebäudeteil wurde in den entstandenen Campus mit eingeschlossen! L.G. G. Hergert

[Lieber Herr Hergert,
danke für die Information. Auf Nachfrage hat uns die Stadt Plauen mitgeteilt, dass ein Teil des Gefängnisses abgerissen und der Rest in den Campus integriert wurde.
Viele Grüße, Ihre MDR.de-Redaktion]

13.06.2019 22:14 plauner 8

Das wird nicht die letzte sein , aber ein Lob an die Einsatzkräfte .

13.06.2019 21:51 DER Beobachter @ Daniela 3 7

Soweit ich sehe, gibt es in Sachsen mehr als in anderen BL ein gutes Notfallmanagement für derartige Fälle zwischen Polizeibehörden vor Ort, Feuerwehr, Sozialdiensten und den Experten vom KMD. Was tatsächlich evakuiert werden muss, können letztlich nur letztere aufgrund ihrer Expertenkenntnisse nach der Besichtigung von Fund und Umgebung entscheiden...

13.06.2019 21:33 DER Beobachter @ Philipp 4 6

In den letzten Jahren sind durch chemische Verwitterung schon mehrfach nicht nur in D Blindgänger aus den Weltkriegen ungeahnt explodiert, bisher noch ohne gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen. Das tatsächlich ernsthaftere Problem der Gegenwart sind noch mit den Zündern verbundene Blindgänger, die durch Bauarbeiten freigelegt wurden. Der Luftkontakt beschleunigt mögliche chemische Prozesse. Die Entschärfer müssen mehr als früher in wenigen Minuten und Stunden entscheiden und machen, ob der Zünder sicher entfernt werden kann oder gesprengt werden muss. In der Tat ist ein Blindgänger mit abgerissenem Zünder oder der Zünder selbst relativ ungefährlich. Bomben und sonstige Kriegshinterlassenschaften, deren Zünder nicht mehr sicher entfernt werden kann, möchte ich nicht in der Nähe meines Hauses wissen....

13.06.2019 20:36 der Uwe 5

@ Daniela #3: Dieses Risiko bestand aber schon 74 Jahre,- und ganz besonders in dem Moment, wo der ahnungslose Baggerfahrer das Ding " freigelegt" hat. In dem Moment, wo erstmal keiner in der Nähe "rumfummelt", ist das Risiko dann wieder auf " Last 74 years- Level" . Wenn die Entschärfer dann dran sind, dürfte niemand mehr im 500m - Raum sein - oder?

13.06.2019 20:21 Philipp 4

Liebe Daniela, das ding liegt da seit gut 70 Jahren, warum sollte die auf einmal einfach explodieren? Ruhig bleiben.

13.06.2019 19:05 Daniela 3

Hallo.ich war selber noch vor 3h in Plauen und hatte dort unten mein Auto geparkt,es sind zwar Polizei Fahrzeuge gefahren und es gab auch eine Absperrung aber die Straßen und Häuser wurden meiner Meinung nach viel zu spät evakuiert!Was wäre denn gewesen wenn das Ding schon eher explodiert wäre??dann würde ich jetzt ganz bestimmt nicht mehr hier sitzen,sondern schwerverletzt oder tot dort liegen!man sollte also lieber vorher evakuieren und nicht erst auf den räumdienst warten!50kg sind kein Pappenstiel.

13.06.2019 18:14 mattotaupa 2

@#1: "Eine Bombe hat nur einen Zünder." wie kommt man oder in dem fall vorgeblich frau auf sowas? luftminen hatten wohl meist mehrere zünder, da man ja schließlich sicher sein wollte, daß die (teureren, größeren) dinger auch löcher für die (billigeren, kleineren und öfter ausfallenden) stabbrandbomben reißen. die bomben 2011 in koblenz im rhein, 2016 in augsburg und 2017 in frankfurt (allesamt hc 4000 lb) hatten 3 aufschlagzünderaufschlagzünder. gab damals umfangreiche berichte.

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