Außenansicht Landgericht Zwickau
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mordprozess Anklage fordert Lebenslang wegen Brandstiftung in Plauen

In Zwickau steht ein Mann vor Gericht, der in Plauen einen Brand gelegt haben soll, bei dem zwei Menschen starben. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft für den 27-Jährigen - die Verteidigung plädiert auf Freispruch.

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Im Prozess um die Brandstiftung in einem Plauener Mehrfamilienhaus hat die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für den Angeklagten gefordert. Sein Verteidiger dagegen plädierte vor dem Landgericht Zwickau auf Freispruch. Sein Mandant habe möglicherweise im Drogenwahn gehandelt, so der Anwalt des Angeklagten. In diesem Fall sei er nicht schuldfähig und freizusprechen.

Verteidiger: Schwere Vorwürfe gegen die Polizei

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 27 Jahre alten Angeklagten aus Dresden vor, im Februar in einem Haus in Plauen ein Feuer gelegt zu haben. Durch das Feuer kamen eine junge Frau und ein Mann ums Leben. Die Anklage lautet auf zweifachen Mord, versuchten Mord in zwei Fällen und Brandstiftung mit Todesfolge. Der Beschuldigte war kurz nach dem Brand als Zeuge gesucht worden, verstrickte sich in der Befragung aber in Widersprüche und gab die Brandstiftung schließlich zu.

Sein Anwalt warf im Prozess der Polizei schwere Versäumnisse vor. Sein Mandant sei nicht ordnungsgemäß über seine Rechte aufgeklärt und zu einem "falschen Geständnis" verleitet worden. Die noch während des Ermittlungsverfahrens widerrufenen Aussagen - eine wesentliche Grundlage der Anklage - seien daher nicht verwertbar. Auch deshalb müsse sein Mandant freigesprochen werden.

Geruch wie "frisch vom Lagerfeuer"

Die Kripo hatte den Angeklagten als Zeugen befragt, weil er am Tag des Brandes zu Besuch in der Wohnung der späteren Brandopfer war. Im Laufe des Gesprächs gab er laut Polizei an, sich nach dem Brand neue Bekleidung gekauft zu haben. Die alten Sachen habe er entsorgt. Die Kassiererin des Bekleidungsgeschäftes erinnerte sich an den Mann, weil er wie "frisch vom Lagerfeuer" gerochen habe. Wegen weiterer Indizien wurde er drei Tage nach dem Brand festgenommen. Das Urteil soll am kommenden Mittwoch fallen.

Quelle: MDR/mwa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.11.2018 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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Zuletzt aktualisiert: 22. November 2018, 17:33 Uhr

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