Urteil am Landgericht Zwickau Lebenslange Haft für Brandstiftung und Mord in Plauen

Er soll eine Wohnung angezündet haben, während zwei Menschen darin schliefen. Beide starben, weitere Hausbewohner wurden verletzt. Nun wurde der mutmaßliche Brandstifter verurteilt - obwohl er sein Geständnis noch vor dem Prozess widerrufen hatte.

Das Landgericht Zwickau hat einen Mann wegen schwerer Brandstiftung und zweifachen Mordes zu einer lebenslangen Haft verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der aus Dresden kommende 27-Jährige im Februar dieses Jahres in einer Dachgeschosswohnung im vogtländischen Plauen vorsätzlich Feuer legte. In der Wohnung starben eine 22 Jahre alte Frau und ein 25 Jahre alter Mann an Kohlenmonoxidvergiftung. Weitere Hausbewohner wurden verletzt – so erlitt ein 24-Jähriger schwere Verbrennungen. Am Gebäude entstand ein hoher Sachschaden.

Das Warum blieb ungeklärt

Die Ermittler kamen dem jetzt verurteilten Mann auf die Spur, weil er sich bei einer Befragung als Zeuge in Widersprüche verwickelte.

Bei den Ermittlungen tauchten weitere belastende Indizien gegen ihn auf. Schließlich gab er in einer Vernehmung die Brandstiftung in der Wohnung seines Bekannten am 5. Februar zu. Sein genaues Motiv blieb bis zum Schluss unklar. Die Staatsanwaltschaft sagte, es habe Streit gegeben, nannte aber keine Details.

Der Angeklagte selbst widerrief noch während des Ermittlungsverfahrens sein Geständnis und schwieg während des Prozesses zu sämtlichen Vorwürfen.

War es Heimtücke oder eine Tat im Drogenrausch?

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer erklärt, der 27-Jährige habe seine schlafenden Opfer heimtückisch getötet. Sie forderte deshalb lebenslange Haft. Dem entsprach das Gericht mit seinem Urteil.

Die Verteidigung hatte dagegen Freispruch gefordert. Der Anwalt erklärte, sein Mandant habe möglicherweise im Drogenwahn gehandelt und sei in diesem Fall nicht schuldfähig. Zudem warf der Jurist der Polizei schwere Versäumnisse vor. Sein Mandant sei nicht ordnungsgemäß über seine Rechte aufgeklärt und zu einem "falschen Geständnis" verleitet worden. Damit seien die Aussagen nicht verwertbar.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: MDR/stt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.11.2018 | ab 14:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 28. November 2018, 20:25 Uhr

Mehr aus dem Vogtland und Greiz

Mehr aus Sachsen