Zu hohe Auflagen Stadt Plauen sagt Weihnachtsmarkt coronabedingt ab

Wegen der Corona-Pandemie wird es in Plauen in diesem Jahr keinen Weihnachtsmarkt geben. Die Stadtverwaltung begründete die Absage am Dienstag mit den steigenden Infektionszahlen und den damit verbundenen hohen Auflagen, um den Markt durchzuführen. Der Weihnachtsmarkt sollte vom 24. November bis 22. Dezember ausgerichtet werden.

Mehraufwand hätte mindestens 90.000 Euro gekostet

Im Vogtlandkreis liegt der Corona-Inzidenzwert (Richtwert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen) aktuell bei 73. Bereits ab einem Wert von 50 müssten erweiterte Auflagen wie eine verstärkte Maskenpflicht oder eine Einzäunung des Geländes und Einlasskontrollen umgesetzt werden, so die Stadtverwaltung.

Bistrotische und Verzehrinseln wären untersagt gewesen. Schon das allein ist kaum so umzusetzen, dass am Ende eine vorweihnachtliche Stimmung aufkommen will. Eine weitere Gefahr, wenn rundherum viele Weihnachtsmärkte abgesagt werden, ist, dass die Besucher verstärkt auf die wenigen ausweichen, die noch stattfinden.

Kerstin Wolf Ordnungsbürgermeisterin Plauen

Ein Konzept mit mehr Platz, Standplätzen und Abstandsregeln lag laut Stadt bereits vor, allerdings sei von einem weiterhin zunehmenden Infektionsgeschehen auszugehen. Zudem hätte der Mehraufwand mindestens 90.000 Euro zusätzlich gekostet, hieß es weiter. Man tue dies "äußerst schweren Herzens", kommentierte Ordnungsbürgermeisterin Kerstin Wolf die Absage. Eine Adventszeit ohne den traditionsreichen Markt sei schwer vorstellbar. "Und doch sind wir nach langer Abwägung und zum Schutz der Bevölkerung zu dem Schluss gekommen, den Markt ausfallen zu lassen", erklärte sie.

Und wie sieht es in den anderen sächsischen Regionen aus?

Viele andere Städte halten bislang noch an den Planungen für einen Weihnachtsmarkt fest. Nur Bautzen hatte schon definitiv abgesagt.

Im Erzgebirge - Corona-Hotspot und Weihnachtshochburg - warten die Gemeinden noch ab und setzen alles daran, trotz hoher Hygieneauflagen die Weihnachtsmärkte durchzuführen, wenn auch ohne Paraden und Bühnenprogramme.

Striezelmarkt-Streit in Dresden

In der Stadt Dresden tobt derweil eine Diskussion um die Durchführung des Striezelmarktes. Der Stadtrat hatte in seiner Sitzung am 15. Oktober beschlossen, dass der Striezelmarkt und die anderen Weihnachtsmärkte zusätzliche Flächen nutzen dürfen, um die Corona-Schutzbestimmungen einzuhalten. Die Verkaufsstände sollen über fast die gesamte Innenstadt verteilt aufgestellt werden. Die SPD-Fraktion in Dresdner Stadtrat verlangt wegen der zunehmenden Corona-Neuinfektionen, alle Weihnachtsmärkte in der Stadt abzusagen. Damit hätten die Händler endlich Klarheit und Touristen wie Dresdner würden geschützt. Der Dresdner Tourismusverband bezeichnete diesen Vorschlag am Dienstag als "weltfremd und wirtschaftsfeindlich".

Inkonsequent - aus der Sicht der aktuellen Corona Ausweitung sogar gefährlich - finde ich, dass z.B der Dresdener Weihnachtsmarkt stattfinden soll. Viele Märkte sind bereits abgesagt (auch in Tschechien) das wird einen zusätzlichen Besucherstrom auf den Dresdener Striezelmarkt bewirken. Hinzu kommt - an den Sonntagen gilt keine Maskenpflicht. Ich bin der Meinung es ist geboten und dem Infektionsgeschehen angemessen, für dieses Jahr den Striezelmarkt abzusagen.

Peter Bnony MDR-Leser

Hygieneregeln für Weihnachtsmärkte laut aktueller sächsischer Corona-Schutzverordnung - Hygienekonzept erstellen und umsetzen
- Einhaltung des Mindestabstands
- räumliche Abgrenzung von Bereichen, in denen Menschen dichter und länger zusammenkommen
- Besucherzahlbeschränkung und Besucherlenkung
- datenschutzkonforme Erhebung von Kontaktdaten
- keine Entnahme von Lebensmitteln in Selbstbedienung (z. B. Senf- und Ketchup-Spender)

Quelle: MDR/dk/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 27.10.2020 | 19:00 Uhr

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