Eine Feuerwehr steht am Gebäude der niedergebrannten Galvanikfirma in Reichenbach.
Bildrechte: propicture/Ralph Köhler

27.06.2019 | 20:36 Uhr Nach Großbrand bei Reichenbach: Anwohner sollten nichts aus ihrem Garten essen

Eine Feuerwehr steht am Gebäude der niedergebrannten Galvanikfirma in Reichenbach.
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Rund 24 Stunden nach dem Ausbruch eines Feuers in einem Betrieb für Galvanotechnik bei Reichenbach im Vogtland schwelt der Brand weiter. Nach Polizeiangaben gibt es in der zerstörten Produktionshalle noch immer Glutnester. Brandermittler hätten deshalb noch nicht zu den Ausbruchstellen vordringen können.

Inzwischen wird untersucht, ob durch das Feuer giftige Stoffe freigesetzt wurden. Zudem wird Anwohnern empfohlen, im eigenen Garten Angebautes vorsichtshalber nicht zu ernten oder zu essen.

28 Feuerwehrleute mussten medizinisch versorgt werden

Bei dem Großbrand waren gestern 350 Kräfte von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk im Einsatz. 28 Feuerwehrleute mussten wegen Erschöpfungssymptomen - aufgrund des Kraftaktes und der heißen Temperaturen - medizinisch versorgt werden. Elf von ihnen wurden in Krankenhäuser gebracht.

Extreme Bedingungen für die Feuerwehrleute

Giftiger Rauch und extreme Hitze: Für die Feuewehrleute war der Einsatz auf dem Gelände der brennenden Galvanikfirma bei Reichenbach ein gewaltiger Kraftakt. Einige mussten wegen Erschöpfung medizinisch behandelt werden.

Feuerwehrleute laufen mit Vollschutz und Sauerstoffflaschen zum Brandort.
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Feuerwehrleute laufen mit Vollschutz und Sauerstoffflaschen zum Brandort.
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Niedergebrannte Betriebshalle.
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Großbrand Vogtland
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Von der Autobahn 72 aus ist eine hohe Qualmwolke am Himmel zu sehen.
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Feuerwehrleute mit Atemschutz bereiten sich auf den Einsatz vor.
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Salzsäure ausgetreten

Das Feuer war am Mittwoch gegen 17:30 Uhr in der Produktionshalle der Galvanotechnischen Oberflächen GmbH in Unterheinsdorf ausgebrochen und hatte schwere Schäden angerichtet. Über dem Brandort im Gewerbegebiet "Kaltes Feld" bildete sich eine mehrere Kilometer hohe dichte Rauchwolke, die in Richtung Süden zog. Außerdem war der Polizei zufolge Salzsäure ausgetreten. Dass sie in die Kanalisation gelangt sein soll, wurde zunächst nicht bestätigt.

Warnung an Bevölkerung, Autobahn zeitweise gesperrt

Weil die Gefahr bestand, dass der Rauch giftig ist, forderte die Katastrophenschutzbehörde die Einwohner mehrerer Orte auf, Fenster und Türen zu schließen, Lüftungs- und Klimanalagen abzuschalten und nicht ins Freie zu gehen. Betroffen waren die Gemeinden Unterheinsdorf und Heinsdorfergrund sowie die Städte Lengenfeld, Mylau, Reichenbach und Treuen.

Von der Autobahn 72 aus ist eine hohe Qualmwolke am Himmel zu sehen.
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Wegen der Rauchentwicklung wurden zudem die Autobahn 72 zwischen Zwickau-West und Treuen sowie die Bundesstraße 94 zwischen Reichenbach und der A72 in beiden Richtungen bis in den späten Abend gesperrt. Mit Hilfe einer Drohne wurden über dem Brandort Schadstoffmessungen durchgeführt.

Mitarbeiter unverletzt

Großbrand Vogtland
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Was den Großbrand ausgelöst hat und wie hoch der Schaden ist, ist bislang noch vollkommen unklar. Der Feuerwehr zufolge ist die Produktionshalle wahrscheinlich komplett ausgebrannt, das Dach ist eingestürzt. Glück im Unglück: Die Mitarbeiter der Firma blieben alle unverletzt - ihnen war es gelungen, sich nach dem Ausbruch des Brandes rechtzeitig in Sicherheit zu bringen.

Untersuchungen auf Umweltschäden laufen

Unklar ist, welche Auswirkungen der Brand auf Mensch und Umwelt hatte. Reichenbachs Oberbürgermeister Rafael Kürzinger macht unter anderem das Löschwasser Sorgen, das gegen die brennenden Chemikalien eingesetzt wurde. Das lief die Straße hinunter und war auch teils in zwei Regenüberlaufbecken unterhalb des Gewerbegebietes gelangt. "Es wurden Bodenproben, beziehungsweise auch Luftmessungen durchgeführt. Die Proben befinden sich derzeit im Labor, die werden analysiert. Dass wir also dann weitere Entscheidungen treffen können", so Kürzinger.

Quelle: MDR/stt/ma/cnj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.06.2019 | ab 19:00 Uhr in den Nachrichten

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