Evakuierung abgesagt Aufatmen in Plauen - verdächtige Gegenstände keine Bomben

Auf der Baustelle am Schlossberg in Plauen sind Anfang Juli verdächtige Gegenstände gefunden worden. Lange war unklar, ob es sich um Weltkriegsbomben handelt. Doch nun gab es Entwarnung. Eine Evakuierung ist nicht notwendig.

Bombenfund Plauen
Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hatte die Freilegung der Fundstelle seit Tagen vorbereitet. Bildrechte: Sebastian Höfer

Plauen ist der größten Evakuierung in seiner Geschichte entgangen. Wie die Stadtverwaltung am Freitagnachmittag bekanntgab, handelt es sich bei den metallischen Gegenständen auf der Baustelle am Schlossberg nicht wie befürchtet um Weltkriegsbomben. Die Bauarbeiter sind stattdessen auf Fundamentplatten, Rohre und ähnliche Baugegenstände gestoßen. Die für den Sonnabend geplante Evakuierung wurde abgesagt. Rund 17.000 Menschen wären davon betroffen gewesen.

Schon vor einem Jahr Bombenfund an der Baustelle

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hatte sich in den vergangenen Tagen an die Fundstelle vorgearbeitet - am Freitag zunächst bis zu einem halben Meter an die verdächtigen Gegenstände heran. Ursprünglich war geplant, erst am Sonnabend bis direkt zu den verdächtigen Gegenständen durchzugraben. Die zu untersuchende Fläche war dieses Mal deutlich größer als sonst. Im Juni vergangenen Jahres musste wegen einer Bombe auf der Schlosshang-Baustelle schon einmal evakuiert werden. Damals waren 4.000 Menschen betroffen.

Metallteile
Die verdächtigen Gegenstände erwiesen sich als Fundamentplatten, Rohre und ähnliche Baugegenstände. Bildrechte: Stadt Plauen

Nach Aussagen der beteiligten Kampfmittelräumfirmen haben sich die Umstände während der Grabungsarbeiten als so günstig herausgestellt, dass bereits heute geklärt werden konnte, dass es sich nicht um Bomben handelt. Wir sind sehr froh, dass uns die große Evakuierungsaktion erspart geblieben ist.

Anja Ullmann Einsatzleiterin der Stadt Plauen

Große Zerstörung im Zweiten Weltkrieg

Plauen wurde im Zweiten Weltkrieg zu 75 Prozent zerstört, 45.000 bis 50.000 Bomben waren auf die Stadt abgeworfen worden. Immer wieder werden Relikte aus dieser Zeit gefunden. Seit 1979 wurden 71 Bombenblindgänger gefunden. Die Stadt Plauen hat auf ihrer Internetseite eine Karte mit Verdachtsflächen, auf denen Bomben vermutet werden.

Bombenfund in Plauen
Dieser Blindgänger wurde im vergangenen Jahr gefunden. Bildrechte: Stadt Plauen

Quelle: MDR/dk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.07.2020 | ganztägig im Programm
MDR SACHSENSPIEGEL | 18.07.2020 | 19:00 Uhr

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