Länderübergreifende Autobahnkontrolle Positive Bilanz nach einem Jahr Fahndungszentrum Vogtland

Auf einem Autobahnparkplatz stehen mehrere Polizeifahrzeuge, Lkw un Pkw
An der mehrstundigen Kontrolle an der A72 waren 67 Beamte aus Sachsen und Bayern beteiligt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Einsatzkräfte der Bundespolizei, der sächsischen und bayerischen Landespolizei und des Zolls haben am Mittwoch eine gemeinsame Kontrolle im Vogtland durchgeführt. Auf der Autobahnraststätte Vogtland Nord an der A72 nahmen sie in beiden Fahrtrichtungen auffällige Fahrzeuge genauer unter die Lupe. An der mehrstündigen Aktion des sogenannten Fahndungs- und Kompetenzzentrums (FKZ) Vogtland waren 67 Beamte beteiligt.

Zusammenarbeit der Polizeibehörden bringt Vorteile

Gegründet wurde das FKZ als Koordinierungsstelle der Polizeiarbeit zwischen Sachsen und Bayern mit Sitz in Plauen vor genau einem Jahr. Auf sächsische Initiative hin schlossen die Innenminister der beiden Freistaaten ein entsprechendes Kooperationsabkommen. Damit sollten Straftaten und Ordnungswidrigkeiten im Grenzgebiet zu Tschechien besser geahndet werden. Dazu gehören Verkehrsdelikte, Zollvergehen, illegale Einreisen, Autodiebstahl oder Drogenschmuggel.

Der Zwickauer Polizeipräsident René Demmler sieht große Vorteile in der Zusammenarbeit der Polizeikräfte aus Sachsen und Bayern. "Durch die zielgerichtete Aufbereitung von Informationen gelingt es uns jetzt sehr schnell, unsere Einsatztaktik anzupassen." Auch Kontrollmaßnahmen zu spezifischen Phänomenen seien leichter möglich. Letztlich ginge es auch um den Austausch von Kompetenzen, die bei den verschiedenen Behörden unterschiedlich seien.

René Demmler, Polizeipräsident Zwickau steht in einem Büro
Der Zwickauer Polizeipräsident René Demmler ist von der Wirksamkeit der engen Zusammenarbeit mit den bayerischen Kollegen überzeugt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Viele kleine, keine großen Fische

Nach der mehrstündigen Kontrolle auf beiden Seiten der Autobahn zog die Polizei Bilanz. Bei etwa 200 Personen- und Fahrzeugkontrollen wurde ein per Haftbefehl gesuchter Mann festgenommen. Er konnte seine Fahrt nach Zahlung einer fälligen Geldstrafe fortsetzen. Die Beamten stellten außerdem mehrere Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz und zwei illegale Einreisen fest. Gegen einen weiteren Fahrer wird wegen Betäubungsmittelmissbrauch ermittelt. Außerdem hatten drei Lkw-Fahrer die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten nicht eingehalten. Sie erwartet ein Bußgeld.

Ein Polizist lehnt sich in einen Transporter und durchsucht eine Kiste.
Die Beamten durchsuchten auch verdächtig wirkende Fahrzeuge. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Straftaten an den sächsischen Außengrenzen 2019 2019 wurden an den sächsischen Außengrenzen 16.996 Straftaten festgestellt. Dazu kommen 3.062 ausländerrechtliche Verstöße.

Statistisch ist die Grenzkriminalität seit Jahren rückläufig. Das gelte auch für die Kriminalität im Freistaat insgesamt, teilte die Polizei mit. Das habe auch mit einem erhöhten Fahndungsdruck zu tun.

Ein Polizist hält in einer Hand ist ein halb aufgeklapptes Messer
Auch nach verbotenen Waffen wurde gesucht. Dieses Messer ist erlaubt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/tfr/ds

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 30.07.2020 | 19:00 Uhr

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