Kritik an Schienenanbindung Pro Bahn kritisiert Entwurf für Deutschlandtakt in Westsachsen

Mitteldeutsche Regiobahn stellt neue Triebwagen vor
Zurzeit fahren nur Regionalzüge auf der Sachsen-Franken-Magistrale bis Hof. Dort endet die Fahrleitung und Reisende nach Regensburg, Nürnberg oder München müssen in Dieselzüge umsteigen. Bildrechte: MDR/L. Müller

Der Fahrgastverband Pro Bahn Südwestsachsen hat die jüngsten Pläne für den sogenannten Deutschland-Takt der Bahn kritisiert. Dieser soll bis 2030 Städte und Regionen auf der Schiene besser miteinander verbinden. Im neuesten Entwurf sieht Pro Bahn allerdings einen deutlichen Rückschritt und fordert Nachbesserungen. Der Pro Bahn-Referent für Südwestsachsen, Markus Haubold, sagte, dass insbesondere die Städte Zwickau und Plauen gegenüber vorangegangenen Planungen deutlich schlechter angebunden wären.

Auch Chemnitz hätte als Großstadt keine einzige Fernverkehrsanbindung, die im Stundentakt verkehren soll, hieß es. Zuvor hatten bereits die Kommunen des Sächsisch-Bayrischen Städtenetzes den Entwurf kritisiert. Es handelt sich beim Deutschlandtakt aber nur um Empfehlungen, die Finanzierung des tatsächlichen Zugangebots obliegt den Betreibern sowie Bund und Ländern beziehungsweise regionalen Zweckverbänden.

Kein Fernverkehr zwischen Leipzig und Plauen geplant

Konkret kritisiert der Fahrgastverband, dass zwischen Leipzig und Plauen gar kein Fernverkehr geplant sei. Früher verkehrten dort Züge von Berlin nach Oberstdorf im Allgäu oder nach Karlsbad (Karlovy Vary). Derzeit wird die Strecke von Leipzig über Altenburg zum Werdauer Bogendreieck saniert und für Geschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern hergerichtet. Auf absehbare Zeit sind dort allerdings nur S-Bahnen vorgesehen, die Zwickau und künftig auch Plauen von Leipzig aus erreichen sollen.

Fehlende Elektrifizierung in Nordbayern

Die Anbindung Südwestsachsens steht in direktem Zusammenhang zur noch fehlenden Elektrifizierung in Franken und der Oberpfalz. Derzeit endet die Oberleitung in Hof. Der Fahrgastverband fordert die Elektrifizierung beider Strecken Richtung Süden, die über Weiden nach Regensburg und über Pegnitz nach Nürnberg führen. Nach der Wende gab es bereits Zweistunden-Takt im Fernverkehr auf zwei Linien von Görlitz nach Oberstdorf und von Berlin nach Karlsruhe, die wechselseitig Anschluss in Reichenbach im Vogtland hatten. Vor der Wende fuhren sogenannte Interzonenzüge über die Grenzübergangsstelle Gutenfürst, etwa von Rostock und Görlitz nach München und von Dresden nach Stuttgart.

Die Einführung eines modernen ICE-Verkehrs zwischen Nürnberg und Dresden scheiterte vor 20 Jahren an den störanfälligen Diesel-ICE-Zügen, die inzwischen ausgemustert sind. Ende 2006 verkehrte der letzte Intercity zwischen Dresden und Nürnberg. Seither sind nur noch Nahverkehrszüge unterwegs. Der schnelle Fernverkehr fährt seit Dezember 2017 zwischen Leipzig und Nürnberg über die Neubaustrecke durch den Thüringer Wald.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.08.2020 | 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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