03.07.2020 | 19:31 Uhr Plauen überwindet Barrieren mit Legosteinen

Sechs Monate haben die Plauener Legosteine gesammelt. Nicht zum Spielen, sondern um ganz praktisch für Barrierefreiheit an Geschäften und Einrichtungen zu sorgen. Die erste Lego-Rampe ist am Freitag getestet worden.

Ein Rollstuhlfahrer fährt über eine kleine Rampe aus einem Geschäft auf den Fußweg.
Mit den kleinen Lego-Rampen können Rollstuhlfahrer in Plauen in Zukunft besser in Geschäfte und Einrichtungen gelangen. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Am Freitag ist in Plauen die erste Rampe für Rollstuhlfahrer aus Lego-Steinen getestet worden. Mit dem Lego-Projekt soll am Eingang zu Geschäften und Einrichtungen Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer gewährleistet werden. Die Plauener haben dafür in den vergangenen sechs Monaten tausende der kleinen bunten Steinchen gespendet. Für die Plauener Behindertenbeauftragen Heidi Seling ist das nur der erste Schritt. "Bis zum Jahresende sollen insgesamt zehn Lego-Rampen in Plauen angelegt werden. Mit dem Projekt haben wir am ersten Dezember 2019 begonnen. Jetzt haben wir es geschafft, die erste Rampe zu übergeben." Die Rampe sei ein Prototyp, mit dem die technische Seite des Lego-Projekts getestet werden solle.

Eine Gruppe Menschen präsentiert kleine bunte Rampen, dahinter drei Rollstuhlfahrer.
Sechs Monate haben die Initiatoren in Plauen Lego-Steine für die Rampen gesammelt. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Rampen sollen nicht nur Rolli-Fahrern das Leben etwas erleichtern

Die zehn geplanten Rampen sollen bis zum Jahresende fertig sein. Rico Kusche von der Initiative Plauen kennt die Probleme im innerstädtischen Raum. "Oftmals sind das kleine Stufen, die andere Menschen gar nicht wahrnehmen." Im Internet habe er entdeckt, dass die Stadt Hanau diese Barrieren mit Legosteinen überbrückt habe. "Da war uns klar, dass wir so etwas auch in Plauen machen werden, um die Barrierefreiheit zu verbessern." Denn nicht nur für Rollstuhlfahrer, auch für Rollatoren und Kinderwagen seien solche Stufen echte Barrieren. "Wir möchten, dass alle einen besseren Zugang zu Geschäften, Behörden und Einrichtungen haben."

Um weitere Lego-Rampen zu bauen, werden noch mehr Lego-Spender gebraucht, sagt Heidi Selig. "Wir haben ja viele Geschäfte und Einrichtungen mit unseren Sammelboxen ausgestattet. Wir werden das jetzt einfach nochmal lostreten und die Werbetrommel rühren." Es gebe weit mehr Einrichtungen innerhalb des Stadtzentrums, die mit den Lego-Rampen ausgestattet werden könnten.

Ein Rollstuhlfahrer vor einer kleinen Rampe an einem Geschäft, zwei weitere daneben.
Bis zum Ende des Jahres sollen zehn Geschäfte in der Plauener Innenstadt mit den kleinen Rampen ausgestattet werden. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Quelle: MDR/tfr/bs

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 03.07.2020 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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