Schließungspläne MAN-Werk Plauen: Kretschmer hofft, Gewerkschaft kämpft

Außenansicht des von der Schließung bedrohten MAN-Werks in Plauen.
Das MAN-Werk im vogtländischen Plauen. Bildrechte: Mario Unger-Reißmann

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht noch Hoffnung, dass das Werk des Fahrzeugbauers MAN in Plauen erhalten bleibt. Der CDU Politiker erklärte am Montag bei einem Besuch im Vogtland, die Landesregierung werde sich für den Standort einsetzen. Er verwies darauf, dass in Plauen schwarze Zahlen geschrieben und höchste Qualität geliefert werde.

Bricht MAN eigenes Versprechen?

Kretschmer erinnerte MAN an das Versprechen nach den Schließungen der vergangenen Jahre, dass das Werk in Plauen Bestand haben werde und die Mitarbeiter bis 2030 keine betriebsbedingen Kündigungen fürchten müssten. Zudem könne nicht alles ins Ausland verlagert werden, mahnte der Regierungschef und verwies auf den Wert der Bezeichnung "Made in Germany".

IG Metall will kämpfen

Von der Industriegewerkschaft Metall kommt eine konkrete Kampfansage an MAN. Ihr erster Bevollmächtigter in Zwickau, Thomas Knabel, bekräftigte nochmals, die IG Metall werde harte verhandeln und einen Gegenentwurf zu den Positionen des Vorstandes vorlegen. Ein Aus für das MAN-Werk in Plauen sei inakzeptabel, nicht nachvollziehbar und nicht zu begründen. Zudem löse die Schließung des Standorts nicht die gravierenden Probleme, die MAN habe, betonte Knabel.

Mehr als 100 Jahr Busbau in Plauen

Das Unternehmen unterhält in Plauen ein Service-Zentrum zum Umbau von Reisebussen. Dort sind rund 150 Mitarbeiter beschäftigt. Der Standort hat eine mehr als 100-jährige Tradition im Busbau aufweisen. Seit 2015 wird er von MAN betrieben, das zur VW-Tochter Traton gehört. Vergangene Woche hatte MAN angekündigt, Tausende Stellen in seiner Sparte Truck & Bus zu streichen. Dabei stehe auch das Werk in Plauen zur Disposition.

Quelle: MDR/stt/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.09.2020 | 07:00 Uhr in den Nachrichten

6 Kommentare

undankbarer NoergelOSSI vor 6 Wochen

Tja so ist es eben wenn man nicht Herr im eigenen Haus ist traurig aber wahr.

Aber ich würde als Freistaat Sachsen die 150 Arbeitsplätze ruhig mit 10 -15 Millionen für 2 -3 Jahre fördern darauf kommt es jetzt auch nicht mehr an.

VW in Mosel haben wir doch jetzt auch jahrelang mit einigen Förderprogrammen wie Abwrackprämien, Kurzarbeitergeld und und und .... unterstützt um ca. 4000 der teuersten Arbeitsplätze in Sachsen zu halten.

Wieviel bei den Zulieferern über die Klinge gesprungen sind wurde verheimlicht und den Mitarbeitern ein Maulkorb verpasst.

Aber wehe wenn ein Mittelständler Pleite geht da wird geforscht bis zum letzten Winkel.
Wo das noch endet will man garnicht wissen.

Willow vor 6 Wochen

Gerade für die "einfachen, hart arbeitenden Angestellten" ist es nicht nachvollziehbar, wenn Werke/Standorte geschlossen werden, obohl diese schwarze Zahlen schreiben. Leider ist es wieder einmal so, dass große Firmen, um einen höheren Gewinn zu erzielen und den Aktionären eine größere Rendite auszahlen zu können, dies auf den Rücken der kleinen Angestellten austragen. Die Werke werden dann, da es im Ausland bessere und lukrativere Standorte gibt, dort etabliert. Geringere Hürden bei Umweltthemen, geringere Lohn- und Nebenkosten. Für die kleinen Leute wird es immer schwieriger ausreichend bezahlte Jobs zu finden, die auch Renten generieren, die zum Leben reichen.

Die Politik erinnert an Versprechen. Da gibt es so viele Beispiele, wo Unternehmen Investieren, Fördermittel abgreifen, kaum Steuern zahlen und letzlich, wenn keine Fördermittel mehr gezahlt werden, ihre Zelte abbrechen, ohne zu schauen, was sie für einen Scherbenhaufen für die Leute hinterlassen.

Sehr bedauerlich.

Lothar Thomas vor 6 Wochen

Es ist schon traurig, was hier wieder einmal abläuft.

Da werden auf der einen Seite die Mitarbeiter und auf der anderen Seite die Landesregierung praktisch erpresst.

Wie viele Millionen Euro wird MAN kassieren, um vielleicht noch ein paar Jahre das Werk in Plauen zu betreiben.

Hinter den Kulissen ist es doch jetzt nur noch ein Geschacher ums Geld.

Andererseits sieht man an diesem Beispiel wieder einmal, was ein Versprechen von einem großen deutschen Unternehmen wirklich Wert ist.

Welchen Betrag hatte MAN bei seinem letzten Versprechen, das Werk in Plauen mindestens bis zum Jahr 2030 zu betreiben doch gleich kassiert?

Da stehen ja dann noch 10 Jahre Leistung für das Geld aus.

KAPITALISMUS PUR,
für ein paar Cent billiger wird nicht nach den Beschäftigten gefragt.

Auch wenn jetzt in Plauen alles KAPUTT gemacht wird, die eigentlichen Probleme im MAN Bereich bleiben trotzdem, mit der ALTEN FÜHRUNG.

Die FÜHRUNG ist Alt und Verkrustet, dort sitzt das KREBSGESCHWÜR, das muss Weg.


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