Stellenabbau Zukunft von MAN-Werk in Plauen ungewiss

Außenansicht des von der Schließung bedrohten MAN-Werks in Plauen.
Der Lkw-Hersteller MAN steht wegen weltweit sinkender Nachfrage unter hohem finanziellen Druck. Bildrechte: Mario Unger-Reißmann

Das Werk der Volkswagentochter MAN in Plauen steht möglicherweise vor dem Aus. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, sollen konzernweit bis zu 9.500 von insgesamt rund 36.000 Stellen gestrichen und damit Milliarden eingespart werden. Neben anderen Standorten könnte der Produktionsstandort Plauen mit 150 Mitarbeitern komplett geschlossen werden, hieß es.

Verhandlungen mit Arbeitnehmern geplant

Man wolle Produktion und Entwicklung an andere Standorte verlegen und damit bis 2023 eine "Ergebnisverbesserung" von 1,8 Milliarden Euro erzielen, so das Unternehmen. Nun werde man zeitnah Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern aufnehmen. Am Freitagnachmittag gab bereits eine Gewerkschaftsversammlung vor dem Plauener Werk.

Dulig: Letztes Wort noch nicht gesprochen

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig sagte zu den im Raum stehenden Plänen von MAN, das letzte Wort sei noch nicht gesprochen. Die Konzernleitung müsse nun die Karten offen auf den Tisch legen. Er baue auf konstruktive Gespräche des Konzerns mit Betriebsrat und Gewerkschaft. MAN Bus Modification Center Plauen sei ein hoch spezialisierter Standort mit bestens qualifizierten und motivierten Beschäftigten, so Dulig. Er habe sich erst im Juli von der positiven Entwicklung des Standortes überzeugen können.

Konzernbetriebsrat kündigt Widerstand an

Beim Konzernbetriebsrat stoßen die Pläne auf massiven Widerstand. Es könne nicht sein, dass Stellenabbau und Standortschließungen die einzigen Lösungsansätze seien, die dem Vorstand einfielen, sagte der Vorsitzende Saki Stimoniaris am Freitag. Sparprogramme "nach der Rasenmähermethode" seien mit dem Betriebsrat nicht zu machen. Daran ändere auch die Corona-Krise nichts. "Die Belegschaft kann weder etwas für die roten Zahlen noch für Corona. Doch für beides sollen wir nun büßen", so Stimoniaris.

Mehrere Menschen protestieren vor dem MAN-Werk in Plauen gegen dessen Schließung.
Mitarbeiter des Werkes in Plauen protestieren am Freitag gegen die mögliche Schließung. Bildrechte: Mario Unger-Reißmann

Branche weltweit unter Druck

MAN hatte bereits im März ein umfassendes Sparprogramm und einen Konzernumbau angekündigt, um Investitionen in neue Technologien zu stemmen. Die Branche ist auch wegen der weltweit stark sinkenden Nachfrage nach Lastwagen unter Druck. In Europa rechnete MAN schon vor der Corona-Pandemie mit einem Rückgang um zehn bis 20 Prozent in diesem Jahr.

MAN Bus Modification Center Plauen Der Standort Plauen hat eine mehr als 100-jährige Tradition im
Busbau. Los ging es 1919 durch die vogtländische Maschinenfabrik AG
(VOMAG). Später folgte die Marke Neoplan und nach deren Schließung im
Jahr 2015 übernahm MAN die Führung.

Quelle: MDR/dpa/reuters/bj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.09.2020 | 11:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

1 Kommentar

Zeitgeist vor 1 Wochen

Zu machen den Laden Genosse Dulig. Keinen Cent Hilfe ! Ja den Solo - Selbständigen egal ob Künstler oder andere Branchen bietet Ihr doch auch nur Hartz IV an. Nicht mal die Krankenkassenbeiträge wolltet Ihr zum Lockdown ( März/ April ) übernehmen. Unternehmerisches Risiko lautete ein spitzer Satz.
MDR das liegt mir schriftlich vor !

Mehr aus dem Vogtland und Greiz

Mehr aus Sachsen