Gespräch gescheitert MAN will an Werksschließung in Plauen festhalten

Außenansicht des von der Schließung bedrohten MAN-Werks in Plauen.
Bildrechte: Mario Unger-Reißmann

Das MAN-Werk in Plauen soll Sparmaßnahmen zum Opfer fallen. Auch ein persönliches Gespräch von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Dienstag im Münchener Stammwerk konnte die Entscheidung der Geschäftsleitung nicht revidieren.

Hoffnung haben sie uns keine gemacht, aber wir dürfen den Kampf auch nicht aufgeben.

Martin Dulig Wirtschaftsminister Sachsen

Martin Dulig zeigte sich ernüchtert. MAN habe eine wirtschaftliche Entscheidung getroffen. Das Unternehmen stehe massiv unter Druck, berichtet der Wirtschaftsminister. Dass MAN den Beschäftigten ein Angebot an anderen Unternehmensstandorten von Volkswagen machen wolle, tröste Dulig wenig. "Es geht hier um den Standort Plauen und die industriellen Arbeitsplätze. Daher erwarte ich in den Auseinandersetzungen, welche die Sozialpartner jetzt führen müssen, dass das letzte Lied noch nicht gesungen ist."

Vereinbarungen zu Standordsicherung gekündigt

Wie heute bekannt wurde, hat MAN hat die Verträge über Beschäftigungs- und Standortsicherung in Deutschland und Österreich bereits gekündigt. Das Unternehmen erklärte am Dienstag, es sehe sich "aus wirtschaftlichen Gründen" dazu gezwungen. Der Konzernbetriebsrat der MAN-Mutter Volkswagen verurteilte den Schritt und erklärte, die Beschäftigungssicherung hätte ursprünglich bis 2030 laufen sollen. Nun seien betriebsbedingte Kündigungen flächendeckend ab Oktober 2021 möglich.

Quelle: MDR/AFP/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.09.2020 | ab 14:00 Uhr in den Nachrichten

4 Kommentare

Bernd1951 vor 3 Wochen

@Matthi
Es wird sich für MAN / VW bestimmt ein Wirtschaftsberatungsunternehmen finden, dass mit kreativer Buchführung beweist, dass MAN Plauen rote Zahlen schreibt und geschlossen werden muss. Man braucht dem Werk nur eine hohe Umlage zur Finanzierung der zentralen Einrichtungen von MAN aufzudrücken oder z. B. Kredite fällig stellen / Sonderabschreibungen vorzunehmen und schon sind die schwarzen Zahlen Geschichte. Und wenn das doch nicht gelingt, liegt es in der unternehmerischen Freiheit von MAN vornehm ausgedrückt Umstrukturierungen vorzunehmen.
Um etwas weiter auszuholen:
Es gibt den Satz von Warren Buffett:
„Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen" (Quelle: Wikiqoute unter der Person Warren Buffett)
Bei diesem Satz sollte man sich nur einmal die Größe der entsprechenden Personengruppen vor Augen führen. So funktioniert "Teile und Herrsche" bis heute.

Gerald vor 3 Wochen

Haben die beiden Politiker echt geglaubt, daß es zum positiven kommt? Ich glaube, da sind die Beiden doch ein bisschen zu schwach! Da hätte schon große politische Schwergewichte kommen müssen, damit die Firma umgestimmt wird und doch in Plauen bleibt!

Bernd1951 vor 3 Wochen

Das passt ja wunderbar zur aktuellen Kampagne des Freistaats Sachsen: "Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen«. Wenn man sich die lange Geschichte des Omnibusbaus angefangen mit den VOMAG-Bussen in Plauen ansieht, dann ist die Schließung des Werks in Plauen nur der traurige Höhepunkt oder besser gesagt Tiefpunkt. Vielleicht bleiben auch wie 2014 / 2015 einige Arbeitsplätze in Plauen übrig, so dass MAN den Standort doch nicht geschlossen hat. Reiht sich ein in den Niedergang der Industrie in Plauen und im Vogtland.

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