Weltkulturerbe Vogtländer wollen mit Moosmann ganz groß rauskommen

Drei Figuren auf einem Board
Der Moosmann gehört im Advent zur Weihnachtsdekoration im Vogtland dazu. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Die vogtländische Weihnachtsfigur Moosmann soll UNESCO-Weltkulturerbe werden. Das zumindest wünscht sich der Heimatverein im obervogtländischen Schöneck und hat pünktlich zum Start in die Adventszeit die Initiative ergriffen. Gemeinsam mit anderen Vereinen der Region soll der Plan in die Tat umgesetzt werden.

Der aus Holz geschnitzte Moosmann sei ein echtes Alleinstellungsmerkmal für die Region und darauf müsse auch dementsprechend aufmerksam gemacht werden, sagt Ralf Edler, Chef des Schönecker Heimatvereins. "Den Moosmann gibt es gar nicht woanders. Das gehört einfach zu uns und warum sollen wir das nicht bekannt machen", so Edler. "Das wäre doch ein Ding, wenn wir den Moosmann als immaterielles Weltkulturerbe eintragen lassen."

Moosmann-Gemeinde Grünbach engagiert sich

Jan Hartmann, Ortschronist von Grünbach, der sogenannten Moosmann-Gemeinde des Vogtlandes, ist von der Idee begeistert. Den Ursprung hat die Weihnachtsfigur in einer mehr als 200 Jahre alten vogtländischen Sage. "Der Moosmann ist drei Fuß groß, wohnt in den Wäldern und hat armen Leuten geholfen, wenn sie ihm geholfen haben", erzählt Hartmann. "Er ist eigentlich der Lichterträger im Vogtland und so ist des die Weihnachtsfigur geworden."

Ein Moosmann mit Kerzl im Heimatmuseum Falkenstein im Vogtland.
Mehrere vogtländische Vereine wollen den Moosmann zum Weltkulturerbe erklären lassen. Bildrechte: dpa

Das alleine wird fürs Weltkulturerbe nicht reichen, weiß Ralf Edler. Die UNESCO-Liste verzeichnet aktuell 549 Einträge aus 127 Ländern, darunter nur vier aus Deutschland. Ein Aufnahmeverfahren zieht sich über mehrere Jahre hin. Allein der erste Antrag, mit dem sich der Chef des Schönecker Heimatvereins derzeit beschäftigt, umfasst rund 50 Seiten. "Wir müssen als allererstes Dokumente beziehungsweise Geschichten zusammensuchen, man muss Bilddokumente bringen, man kann Videodokumente einreichen", sagt Edler. 

Moosmann als Werbeträger

Die Besonderheit des Moosmanns müsse einfach genau belegt werden. Das ist viel Arbeit für die Vogtländer, aber auch eine Chance, gemeinsam etwas zu bewegen, meinen beide Experte übereinstimmend. Im nächsten halben Jahr will Ralf Edler ein festes Netzwerk knüpfen, um das Projekt weiter voranzutreiben. Pläne, den Moosmann als Werbeträger fürs Vogtland einzusetzen, hätte er genug.

Man kann Moosmann-Touren machen, man kann die Touristen herholen und sagen: Wir machen mal eine Moosmann-Reise ins Vogtland. Da werden sie alle stutzig werden. Ich denke, touristisch ist das eine tolle Sache. Ich finde die Idee sehr gut, dass die Tradition am Leben gehalten wird. 

Jan Hartmann Ortschronist von Grünbach

Als Vorbild nehmen sich die Vogtländer das Erzgebirge. Dort habe man es durch einen langen Atem auch geschafft, in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen zu werden.

Quelle: MDR/al/bs

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.11.2020 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

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