20.05.2020 | 18:05 Uhr Vogtland: Erstes sächsisches Unternehmen produziert OP-Masken

Timo Fischer, Geschäftsführer der TEG Textile Expert Germany GmbH, zeigt einen OP-Mundschutz aus der eigenen Reinraumfertigung.
Timo Fischer, Geschäftsführer der TEG Textile Expert Germany GmbH, zeigt einen OP-Mundschutz aus der eigenen Reinraumfertigung. Bildrechte: dpa

Im Vogtland werden werden seit Mitte Mai die ersten zertifizierten OP-Mundschutzmasken von der Firma Textile Expert Germany (TEG) in Sachsen produziert. Wie TEG mitteilte, wurde bisher eine halbe Millionen Euro für die Herstellung der Masken investiert. Die Firma in Heinsdorfergrund bei Reichenbach kann eigenen Angaben zufolge mehrere 100.000 OP-Schutzmasken pro Woche produzieren. Ab Sommer sollen auch FFP2-Masken hergestellt werden. Hier plane man mit einer wöchentlichen Produktion von 200.000 Stück.

Die gesamte Produktion wird ausschließlich durch deutsche Zulieferer sichergestellt. Die am Ende sechs Anlagen werden in der Schwester-Firma Fischer Automation im fränkischen Köditz hergestellt, die Timo Fischer und sein Vater Karlheiz leiten. Die Vliesstoffe kommen aus Sachsen-Anhalt und Bayern. "Wir setzen auf Made in Germany", betont Geschäftsführer Timo Fischer.

Großer Bedarf während der Corona-Pandemie

Im Reinraum der TEG Textile Expert Germany GmbH läuft die Produktion von OP-Mundschutzmasken für Kliniken.
Bildrechte: dpa

Aufgrund der Corona-Pandemie ist der Bedarf an OP-Masken kurzfristig gestiegen. Das Bundesgesundheitsministerium rechnet mit einem jährlichen Verbrauch von mindestens 400 Millionen FFP2- und etwa 800 Millionen Mund-Nasen-Schutzmasken.

Durch Förderprogramme will das Bundeswirtschaftsministerium Anreize für die Textilindustrie und den Maschinenbau für die Maskenproduktion schaffen. Es gibt verschiedene Förderprogramme mit dem Ziel, jährlich fünf Millionen Schutzmasken zu produzieren. Einerseits sollen Textilunternehmen gefördert werden, die Vliesstoffe hergestellen und andererseits sollen Maschienenbauunternehmen für die Herstellung von Masken unterstützt werden.

Neue Investitionen müssen für die Unternehmen nachhaltig sein, sagt der Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie (vti). Wenn in kostspielige Tests und medizinische Zertifizierung investiert werden solle, brauche es auch langfristige und zuverlässige Abnehmer. Seit Beginn der Corona-Krise im März haben rund 70 ostdeutsche Hersteller die Produktion von Mund-Nasen-Masken sowie von anderen dem Gesundheitsschutz dienenden Textilien aufgenommen, so vti.

Quelle: MDR/lh/dpa

Mehr aus dem Vogtland und Greiz

Mehr aus Sachsen