23.10.2019 | 12:10 Uhr Stadt und Vogtlandkreis schweigen nach Messerstechereien in Plauen

Zehn Tage, nachdem im Plauener Stadtzentrum bei einer Messerstecherei am helllichten Tag ein Mann lebensbedrohlich verletzt wurde, hat es am Wochenende erneut einen derartigen Zwischenfall gegeben. Dabei wurde ein 19-jähriger Somalier offenbar von einem gleichaltrigen Landsmann erstochen. Nun werden die Fragen über Sicherheit in Plauen immer lauter.

Doch die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung Plauen schweigen. Man kenne die Vorfälle nur aus der Presse, aber keine Details, hieß es aus dem Rathaus mit Verweis an das Landratsamt als nächst höhere Instanz. Aber auch dort herrschte Funkstille. Trotz aller Bemühungen des MDR SACHSEN-Korrespondenten war auch in der Kreisbehörde niemand zu einem Gespräch bereit. In einer Pressemitteilung hieß es lediglich, dass man den tragischen Vorfall vom Wochenende sehr bedaure.

CDU- und AfD-Stadträte fordern schnelles Handeln

Der Plauener CDU-Stadtrat Jörg Schmidt will die Sicherheitslage zur nächsten Stadtratssitzung thematisieren. Er bezeichnet die Lage als äußerst prekär. "Wir haben in der Vergangenheit auch schon an den Stellschrauben, wo wir drehen konnten, versucht zu drehen, mit dem Kriminalpräventiven Rat, den wir ja etabliert und vorangetrieben haben, um solche Vorfälle auch auszuwerten." Aber es müsse konstatiert werden, dass sich die Sicherheitslage verändert habe, so Schmidt. Bei der Tat am vergangenen Wochenende, bei der ein 19-jähriger Somalier erstochen wurde, soll es sich laut Staatsanwaltschaft offenbar um ein Beziehungsdrama gehandelt haben.

Der AfD-Landtagsabgeordnete Ulrich Lupart ging zuvor von Beschaffungkriminalität aus. Auch wenn sich dieser Verdacht nicht bestätigte, sei es höchste Zeit zu handeln, sagte Lupart. "Mir geht es darum, dass ganz schnell in Plauen reagiert wird, einen Runden Tisch für Sicherheit einzuberufen." Man habe nicht nur Messerstechereien in der Stadt, sondern "auch die Problematik mit Rauschmitteln, das geht bis an die Schulen". Plauen versinke im Moment im Chaos, meint Lupart.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.10.2019 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

19 Kommentare

Mario K. vor 32 Wochen

Ein Nachtrag, da es vorhin doch recht einseitig war: dass wohlhabende Gegenden "durchreisendes Volk" eher kriminell wird, als Alteingesessene, sei es aus Gelegenheit oder beabsichtigt, ist ja keine Entwicklung der Neuzeit. Mich ärgert, dass bei "Ausländern" so oft beschwichtigt und "erklärt" wird. Die gesellschaftliche Stimmung tendiert leider tatsächlich dahin, allen Ausländern gegenüber voreingenommen zu sein, auch aus persönlichem Schutzbedürfnis. Ich habe eine Reihe Kollegen, denen die "nichtdeutsche" Herkunft deutlich anzusehen ist und ich möchte keinesfalls, dass diese hierzulande Probleme bekommen. Um Vertrauen wiederherzustellen, müsste es allerdings der Staat schaffen, Kriminelle konsequent aus der Öffentlichkeit zu entfernen (je nach Herkunft wegsperren oder abschieben) und ich möchte bei kriminellen Migranten (und nur bei kriminellen) nichts mehr von "traumatisiert" oder "psychisch gestört" vorgebetet bekommen, außer, das wird bei Einheimischen, auch Nazis, auch eingeführt.

Wachtmeister Dimpfelmoser vor 32 Wochen

Hier auch noch ein 'Faktencheck': "Mit der Zuwanderung von Flüchtlingen füllen sich die Gefängnisse überdurchschnittlich stark mit Muslimen - verglichen mit der Gesamtbevölkerung" (Quelle: Völkerwanderung - Im Gefängnis gehört der Islam zu Deutschland. Beitrag von Stefan Aust auf www.welt.de vom 24.10.2019).
Tut mir ja leid, aber ich weiß auch nicht, was plötzlich in Herrn Aust gefahren ist...

MDR-Team vor 32 Wochen

Hallo Freiheit, es ist nicht zu sagen, dass Zugewanderter generell krimineller sind. Hier ein Faktencheck dazu: https://www.swr3.de/aktuell/Fake-News-und-Faktencheck-Wie-kriminell-sind-Auslaender-wirklich/-/id=4382120/did=5141062/oxaute/index.html Liebe Grüße aus der MDR.de-Redaktion

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