13.12.2019 | 11:41 Uhr Dienstreise an den Südpol: Vogtländer testet Polarschlitten

Frachtschlitten
Der in Jocketa produzierte Frachtschlitten ist 17 Meter lang und fünf Meter breit. Bis zu 60 Tonnen schwere Lasten kann er transportieren. Bildrechte: MDR/LEHMANN - UMT GmbH

Vier Wochen am Südpol. Diese ungewöhnliche Dienstreise tritt Werner Kirsten, Ingenieur der Jocketaer Firma Lehmann-UMT, am Montag an. Er soll Testfahrten eines überdimensionalen Frachtschlittens mit einer Traglast von 60 Tonnen begleiten. Seit 20 Jahren stellt seine Firma Lastenschlitten für Polarforscher her. Rund 200 Schlitten hat das Unternehmen bisher produziert und zum Beispiel nach Indien, China, Japan und Kanada geliefert.

Diese Schlitten waren im Vergleich aber geradezu winzig. Knapp 17 Meter lang und fünf Meter breit ist der Schlitten, den die Firma im letzten Jahr für eine russische Forschungsstation gebaut hat. "Dieses Jahr haben wir dann noch Schlittenkufen und Module nachgeliefert und meine Aufgabe wird es sein, diesen Schlitten dann mit unseren russischen Partnern zusammenzubauen und die ersten Testfahrten zu machen", erzählt Kirsten.

Eine Fahrt ins Ungewisse

Für seine Reise an den Südpol hat er sich gut vorbereitet. Eine ärtzliche Untersuchung und Fitnesstests musste er vorab absolvieren. Auch eine dicke Winterjacke, eine dicke Mütze und einen dicken Schlafsack hat er sich besorgt. "Und meine Frau hat mir Socken gestrickt, damit die Füße nicht kalt werden", so Kirsten. "Es ist ein bisschen eine Fahrt ins Ungewisse, aber das ist auch das, was mich fasziniert."

Russisch kann er ein bisschen aus der Schule, zusätzlich hat er sich ein Wörterbuch aus dem Internet runtergeladen. "Man kann auch viel über Zeichnungen machen und manuelle Kommunikation", ist sich der Ingenieur sicher.

Frachtschlitten
Bereits im letzen Jahr wurde der Schlitten für eine russische Forschungsstation gebaut. In diesem jahr wurden noch Schlittenkufen und Module nachgeliefert. Bildrechte: MDR/LEHMANN - UMT GmbH

Weihnachten ohne Familie am Südpol

Da er Weihnachten ohne seine Familie in der Antarktis verbringen wird, haben sie am letzten Wochenende bereits vorgefeiert. "Ich habe zwei Handys mit und ein Notebook", sagt Kirsten. "Ich denke, irgendwie kann ich mich da einklinken und mal einen Weihnachtsgruß loslassen." Anfang Januar sollen die Tests am Südpol abgeschlossen sein.

Quelle: MDR/al/igr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 12.12.2019 | 19:00 Uhr

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