07.01.2020 | 15:49 Uhr Nach Lieferboykott aus Südwestsachsen: VW verklagt Zulieferer Prevent

Durch die Frontscheibe eines VW Golf ist der Wegweiser zur Zufahrt des Automobilzulieferers ES Automobilguss zu sehen
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Volkswagen hat den Zulieferer Prevent wegen eines Lieferboykotts auf Schadensersatz verklagt. VW erklärte, durch den Lieferstopp sei ein Schaden von mehr als 100 Milionen Euro entstanden. Beim Landgericht Braunschweig sei nun die erste Klage für Ansprüche der Tochter Skoda eingereicht worden. Für die übrigen Konzernmarken soll das Oberlandesgericht Dresden klären, welche Gerichte für weitere Klagen zuständig sind.

Firmen aus Südwestsachsen in Streit reingezogen

2016 hatte Volkswagen in einigen Werken, darunter auch Zwickau, die Fertigung zeitweise stoppen müssen, weil Teile für Sitze und Getriebe fehlten. Zulieferer waren damals Car Trim aus Plauen und ES Guss aus Schönheide. Sie waren von der bosnischen Prevent-Gruppe gekauft worden, die höhere Preise duchsetzen wollte.

Die Klagen richten sich nicht nur gegen die Zulieferer, mit denen die Lieferverträge bestanden, sondern ausdrücklich auch gegen deren Muttergesellschaften der Prevent-Gruppe, die für die Lieferstopps aufgrund entsprechender rechtswidriger Weisungen verantwortlich sind.

Volkswagen

Volkswagen hatte die Zusammenarbeit mit Car Trim und ES Guss beendet. Letztere heißt seit Mai 2019 Eisenwerk Erzgebirge 1566 GmbH. Beide Firmen gehören weiterhin zur Prevent-Gruppe. Inwieweit die Klage die beiden Standorte finanziell treffen könnte, ist derzeit noch unklar.

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Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.01.2020 | ab 14:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 07. Januar 2020, 15:49 Uhr

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