11.01.2020 | 15:10 Uhr Der Baum des Anstoßes in Auerbach

Sturmschaden Vogtland
Sturmtief "Eberhard" ließ einen Baum auf das Gartenhaus von Michelin Zöbisch stürzen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Als am 10. März 2019 der Orkan "Eberhard" über das Vogtland zog, richtete er zahlreiche Schäden an. Auch das Grundstück von Michelin Zöbisch war betroffen. Ein Baum vom Nachbargrundstück stürzte auf ihr Gartenhaus und zerstörte es teilweise. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Doch der Ärger fing für die Auerbacherin erst richtig nach dem Sturm an.

Schadensregulierung wurde zum Streitfall

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Das Gertenhaus von Michelin Zöbisch war so beschädigt, dass Teile davon abgerissen werden mussten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach der Beseitigung des Baums, der auf das Dach des Gartenhauses gestürzt war, blieb ihr nichts weiter übrig, als den betroffenen Gebäudeteil abreißen zu lassen. Die Schäden am Dach und den Wänden waren so groß, dass eine Reparatur viel aufwändiger und teurer geworden wäre. Trotz viel eigenem Einsatzes summierten sich die Kosten für das Wegschaffen des Baumes, den Abriss des zerstörten Gebäudeteils und den Wiederaufbau auf fast 10.000 Euro.
Das Geld hätte von der Versicherung der Grundstücksbesitzerin kommen sollen, auf deren Gelände der umgestürzte Baum stand. Soweit die Theorie. In der Praxis folgte ein monatelanger Schriftwechsel zwischen der Geschädigten und der Haftpflichtversicherung. Nur kein Schadenersatz.

Kein ungewöhnlicher Vorgang für Verbraucherschützer

Heike Täubner von der Verbraucherzentrale in Auerbach hat Michelin Zöbisch beraten. Sie kennt viele solcher Fälle. "Es kommt häufig vor, dass Haftpflichtversicherungen - und nicht nur diese - im Schadensfall eine Deckung ablehnen. Das passiert oft zumindest dann, wenn man darüber streiten kann, ob tatsächlich ein Verschulden gegeben ist."

Versicherung übernimmt Schadensregulierung doch

Nach der Anfrage des MDR reagierte die Versicherung prompt, prüfte den Fall nochmals und bestätigte, dass ein interner Fehler zur Verweigerung der Zahlung geführt habe. Wörtlich heißt es in dem Schreiben:

Unsere Kollegen vor Ort hatten zur Regulierung des Schadensfalls im Vorfeld ein Sachverständigenbüro eingeschaltet. Der Gutachter teilte uns mit, dass vor Eintritt des Schadens eine Schädigung im Bauminneren von außen nicht zu erkennen gewesen sei. Nach diesen Informationen und unter Berücksichtigung des zum Schadenszeitpunkt herrschenden Sturmtiefs hatten wir eine Übernahme der Kosten wegen einer fehlenden Haftungsgrundlage zunächst abgelehnt. Aufgrund unserer internen Arbeitsrichtlinien wurde die Schadensakte zwischenzeitlich an die Hauptverwaltung abgeben. Nach einer erneuten Prüfung der Unterlagen teilen wir die bisherige Einschätzung nicht und treten sofort in die Regulierung ein.

Stellungnahme der Versicherung

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Die Versicherung hat den Schaden letztendlich anerkannt und reguliert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 10.01.2020 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2020, 15:10 Uhr

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