Ein Teil der Bundesstraߟe 92 ist zwischen Oelsnitz und Adorf durch die Flutkatastrophe unterspült und zerstört worden.
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Bilanz eines turbulenten Tages Unwetter im Vogtland hinterlässt Millionenschäden

Ein Teil der Bundesstraߟe 92 ist zwischen Oelsnitz und Adorf durch die Flutkatastrophe unterspült und zerstört worden.
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Das Unwetter im Vogtland hat schwere Schäden angerichtet. Der Landrat des Vogtlandkreises, Rolf Keil, schätzt die Gesamtsumme auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Der CDU-Politiker war am Freitag mit Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt in der Region unterwegs. Sie besuchten unter anderem das schwer betroffene Adorf. Dort musste eine Siedlung an der Weißen Elster evakuiert werden, mehrere Supermärkte, ein großer Musikinstrumentenhändler und das Freibad wurden überflutet. Bürgermeister Rico Schmidt hofft auf Hilfe vom Land. Er sagte dem MDR, eine solche Extremsituation habe es in der Stadt noch nie gegeben.

Straßen dicht

Die Hauptverkehrsader B92 zwischen Adorf und Oelsnitz ist weiter voll gesperrt. Nach Einschätzung von Landrat Rolf Keil bleibt Strecke mindestens vier Wochen dicht. Auf der Straße ist die Asphaltdecke weggebrochen. Zwei Kreisstraßen sind laut Keil mindestens ein halbes Jahr gesperrt. Dort sind Brücken weggespült worden. Die B283 zwischen Adorf und Markneukirchen ist inzwischen wieder halbseitig befahrbar.

Bildergalerie Tag 2 Unwetter im Vogtland: Erste Schäden werden sichtbar

Aufräumarbeiten sind auf einer zerstörten Straße zu sehen.
Unterhermsgrün Auf einer zerstörten Straße in Unterhermsgrün sind die Aufräumarbeiten im Gange. Bildrechte: dpa
Unwetter Vogtland Siedlung Adorf
Adorf Die Emil-Claviez-Siedlung in Adorf wurde am Donnerstag evakuiert. Dort ist alles verwüstet. Bildrechte: MDR/Sven Böttger
Unwetter Vogtland - Freibad Adorf
Adorf Auch das Waldbad in Adorf wurde überflutet. Bildrechte: MDR/Nora Kilényi
Unwetter Vogtland
Sohl Die Neue Mühle in Sohl steht mitten im Überflutungsgebiet. Bildrechte: MDR/Mario Unger
Unwetter im Vogtland, B92 bei Adorf
B92 bei Adorf Die B92 bei Adorf wurde unterspült. Bildrechte: MDR/Sven Böttger
Aufräumarbeiten sind auf einer zerstörten Straße zu sehen.
Unterhermsgrün Auf einer zerstörten Straße in Unterhermsgrün sind die Aufräumarbeiten im Gange. Bildrechte: dpa
Peter und Ingrid Wölfel aus Adorf
Adorf Peter und Ingrid Wölfel gehört das Auto. Bildrechte: MDR/Sven Böttger
Ein vom Hochwasser beschädigtes Auto in der Emil-Claviez-Siedlung in Adorf.
Adorf Noch wissen die Wölfels nicht, wie es mit ihrem zerstörten Hab und Gut weitergeht. Bildrechte: MDR/Sven Böttger
Unrat liegt nach dem Hochwasser in der Emil-Claviez-Siedlung in Adorf.
Adorf Die Anwohner der Siedlung versuchten am Freitag zunächst, Ordnung ins Chaos zu bringen. Bildrechte: MDR/Sven Böttger
Sachsens Umweltminister Schmidt im Gespräch mit vom Hochwasser Betroffenen in Adorf.
Adorf Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt machte sich am Freitag in der Siedlung ein Bild von der Lage. Bildrechte: MDR/Sven Böttger
Sachsens Umweltminister Schmidt im Gespräch mit vom Hochwasser Betroffenen in der Emil-Claviez-Siedlung in Adorf.
Adorf "Die Situation hier ist sehr dramatisch. Mir geht es nicht darum, in Gummistiefeln irgendwelche Pressefotos zu machen. Mir geht es wirklich um die Information", sagte Schmidt MDR SACHSEN. Bildrechte: MDR/Sven Böttger
Im Bioladen von Astrid Müller in Adorf zerstörten die Fluten viele Lebensmittel.
Adorf Im Bioladen von Astrid Müller in Adorf verwüsteten die Fluten das Geschäft. Bildrechte: Astrid Müller
Ein Großteil der Ware des Bioladens von Astrid Müller in Adorf ist zerstört worden.
Adorf Ein Großteil der Ware ist zerstört worden. Bildrechte: Astrid Müller
Der Musikinstrumentenhändler Gewa in Adorf
Adorf Ebenfalls mitten im Flutgebiet: der Musikalienhändler Gewa. Der Strom musste abgestellt werden. Aufträge können nicht abgewickelt werden. Auf der Internetseite bat die Firma ihre Kunden um Verständnis. Bildrechte: MDR/Sven Böttger
Unwetter Vogtland, Brücke nach Hundsgrün eingestürzt
Hundsgrün Bei Hundsgrün ist eine Brücke eingestürzt. Bildrechte: MDR/Sven Böttger
Die unterspülte Straße nach Hermsgrün ist nicht mehr befahrbar.
Hundsgrün Der Ort ist kaum zu erreichen. Bildrechte: MDR/Sven Böttger
Frank Müller zeigt an seinem Haus, wie hoch das Wasser stand. Es übertraf die Hochwassermarke von der Flut 2013.
Hundsgrün Frank Müller aus Hundsgrün hat es nach der Flut 2013 schon wieder erwischt. Diesmal stieg das Wasser noch höher. Bildrechte: MDR/Sven Böttger
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Der Oelsnitzer Ortsteil Unterhermsgrün/Dreihöf ist von der Außenwelt abgeschnitten. Oberbürgermeister Mario Horn sagte MDR SACHSEN, die Straße dorthin sei komplett weggespült worden. Ein Rettungsteam bemühe sich, die Betroffenen zu versorgen. Oelsnitz gehört neben Adorf zu den am stärksten vom Hochwasser betroffenen Kommunen. In der Nacht war in dem Ort ein Wasserstand von 2,14 Meter erreicht worden. Das sind 20 Zentimeter mehr als beim Hochwasser 2013.

Vogtlandbahn nach Sperrung wieder teilweise in der Spur

Bei der Vogtlandbahn wurde am Freitagmittag die Strecke zwischen Weischlitz und Greiz in Thüringen wieder freigegeben. Die Bahnstreckensperrung zwischen Weischlitz und Bad Brambach bleibt länger bestehen als zunächst gedacht. Wie das Unternehmen mitteilte, sind die Schäden an der Strecke wesentlich größer als angenommen. Die Schadensaufnahme werde noch bis Mitte kommender Woche andauern. Erst dann sei eine Einschätzung möglich, wie lange die Reparatur dauern wird. Der Busnotverkehr wurde bis Montag verlängert. Wegen gesperrter Straßen ist auch hier mit Einschränkungen zu rechnen.

Mehrere Verletzte

Bei dem Unwetter am Donnerstag im Vogtland sind mehrere Menschen leicht verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, erlitt ein Mann in Oberhermsgrün einen Stromschlag, als in seiner Nähe ein Blitz einschlug. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, war aber nicht lebensgefährlich verletzt. Andere Hausbewohner hätten sich an den Beinen verletzt, weil sie umgeknickt seien, als sie versuchten, Wasser aus den Kellern zu pumpen.

Das Freibad Elstergarten in Oelsnitz/Vogtland an der Weißen Elster

Einsatzkräfte pumpen Keller leer

Viele Menschen hatten am Freitagmorgen noch mit vollgelaufenen Kellern zu kämpfen. Alle Feuerwehren und das Technische Hilfswerk sind nach wie vor im Einsatz. In und um die Gemeinden Markneukirchen, Adorf, Bad Elster und Oelsnitz wurde die Feuerwehr nach Angaben der Leitstelle in Zwickau seit Donnerstagnachmittag zu rund 250 Einsätzen gerufen. Die Aufräumarbeiten werden noch den ganzen Tag andauern.

Doppelt so viel Regen wie sonst im gesamten Mai

Eine Gewitterfront mit stundenlangem Starkregen hatte am Donnerstag zu zahlreichen Überschwemmungen geführt. Straßen mussten gesperrt werden. In Adorf musste eine Wohnsiedlung evakuiert werden. In Bad Elster fielen innerhalb von zehn Stunden über 145 Liter Regen pro Quadratmeter. In Adorf stieg der Pegel der Weißen Elster von 40 Zentimeter auf zwei Meter an. Am Abend ist zudem die Talsperre Pirk übergelaufen. Aktuell wird das Wasser kontrolliert abgelassen. Binnen sechs Stunden fiel in der Region stellenweise doppelt so viel Regen wie sonst im gesamten Mai.

Auch am Freitag Gewitter und Starkregen

Trotz fallender Pegel könnte sich die Entspannung der Lage noch etwas hinziehen. Für Freitag sagen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erneut Gewitter und Starkregen für das Vogtland voraus. Jedoch seien diese weitaus nicht so stark wie in den vergangenen Tagen.

Quelle: MDR/nj/jr/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.05.2018 | 05:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 25. Mai 2018, 21:04 Uhr

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11 Kommentare

28.05.2018 13:36 Sr.Raul 11

Dann sind die von den meisten Wissenschaftlern hergeleiteten Zusammenhänge sicher ganz, ganz diletantische Fehleinschätzungen,@04,5 (Sachse43). Ja, es gab die von Ihnen geschilderten Klimaveränderungen, aber nicht in diesem rasanten Tempo!

26.05.2018 18:25 Nelly 10

Oje Peter, was verbrechen Sie wieder für Unsinn im Forum! Wenn bei Ihnen doch einmal Sachverstand über beschränkte Ideologie siegen würde.

26.05.2018 17:29 Frank 9

@ 8: Von billigem Populismus geprägte Meinungen, wie Ihre, sind in der Tat überflüssig wie ein Kropf. Sie sind insbesondere ungeeignet Problem im Lande zu lösen. Sie reißen dafür ständig neue Gräben auf. Nicht mal das verstehen Sie. Eben typisch Populist!

26.05.2018 16:14 Peter 8

@4u.5
das war von mir Sarkasmus pur, nicht mal das haben Sie verstanden. Da kann man auch erwarten das Sie es für unwahrscheinlich halten ,das Milliarden Tonnen CO² vom Menschen in kurzer Zeit zusätzlich in die Atmosphäre gebracht keine Auswirkungen haben. Übrigens nachgewiesen von 97% der Wissenschaftler das es sehr wohl einen Zusammenhang gibt. Klar kann man das alles leugnen, ändern an mehr und schwereren Katastrophen wird das nichts.

26.05.2018 15:16 161 7

jo nach einem Kometen Einschlag kamen Eiszeiten

der Mensch verursacht ein Ozonloch was schuld an vielen Katastrophen ist, des weiteren durch Abholzung von Bäumen und Begradigung von Flüssen spielt der Mensch schon einen großen teil was so passiert. Ölkatastrophen wo Natur und Tier drunter leidet.

es gibt auch viele Aluhut Forscher und über die Aluhutpartei afd muss man nicht reden

26.05.2018 14:43 Paulchen 6

Ich hoffe, dass man daraus lernt und wie in anderen Regionen Siedlungen und Häuser direkt am Fluss nicht wieder aufbaut. Für Umzüge in besser zu schützende Dorf- und Stadtkerne wären Subventionen sicherlich sinnvoll, zumal die Bevölkerung im oberen Vogtland ohnehin schwindet.

26.05.2018 14:36 Sachse43 5

@3: Natürlich gibt es keinen menschengemachten Klimawandel. Sollte jeder eigentlich in der Schule mal etwas von den zwei Eiszeiten gehört haben, davor und dazwischen Warmzeiten. Wenn man in der Schule geschlafen hat, dann mal bei googel CO2 und Spurengas eingeben. Aber da kommt dann ja schon wieder Mathematik und mit der Schule hatte man es ja nicht so.

26.05.2018 14:20 Frank 4

@ 3: Ihr Beitrag ist völlig sinnlos und populistisch. Selbst unter Wissenschaftlerin ist umstritten, ob der Mensch einen Anteil am Klimawandel hat. Und wenn ja, wie groß ist sein Anteil? Sie wissen es auch nicht, polemisieren aber sinnfrei herum. Das Klima befand und befindet sich immer im Wandel. Es ist keine statische Größe. Den Klimawandel gab es bereits, als der Mensch auf der Erde noch gar keine Rolle spielte.

26.05.2018 12:37 Peter 3

@optinator,
Das kann nicht sein. Laut AfD gibt es keinen menschengemachten Klimawandel. Die Partei....die Partei hat immer recht.

26.05.2018 12:05 Guido Rando 2

Wo etwas zerstört wird, entsteht auch wieder Neues!
Kopf hoch und viel Kraft den Betroffenen!

TV-Tipp!

Ein Minibagger schaufelt Dreck vor einem Gebäude
Es sei das schlimmste Hochwasser gewesen, seit es die Mühle gibt, sagte die Eigentümerin Liane Weller. Bildrechte: MDR/Sven Böttger

MDR SACHSENSPIEGEL | 26.05.2018 | 19:00 Uhr

MDR SACHSENSPIEGEL | 26.05.2018 | 19:00 Uhr

Das Wasser ist weg und die Schäden sind sichtbar. Unser Team hat sich heute in Unterhermsgrün umgeschaut.

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