Angriff auf einen Polizisten in Plauen
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

09.10.2019 | 10:17 Uhr Urteile nach Angriff auf Polizisten in Plauen gefallen

Angriff auf einen Polizisten in Plauen
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Im Prozess um einen Übergriff auf Polizisten in Plauen sind am Amtsgericht Zwickau die Urteile gefallen. Der Hauptangeklagte 39-jährige Mazedonier erhielt ein Jahr und vier Monate Haft, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung. Ein 17-jähriger Kroate muss 40 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Das Verfahren gegen einen mitangeklagten 24-jährigen Libyer wurde eingestellt. Ihm konnte keine Tatbeteiligung eindeutig nachgewiesen werden. Das Amtsgericht bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Freien Presse".

Video kursierte im Internet

Mitte August 2018 hatten zwei Polizisten auf dem Plauener Postplatz den damals 23 Jahre alten Libyer aufgegriffen, der nicht am örtlichen Amtsgericht erschienen war. Sie wollten ihn zu seinem Prozesstermin bringen. Dabei kam es zu einer Auseinandersetzung mit weiteren Ausländern, die den Einsatz behinderten und zum Teil die Beamten mit Handys filmten. Die beiden Polizisten reagierten mit Pfefferspray auf körperliche Angriffe gegen sie. Die Beamten und einer der Ausländer erlitten leichte Verletzungen. Handyaufnahmen des Vorfalls waren im Internet veröffentlicht worden und hatten bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Torsten Scheller, der stellvertretende Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Sachsen, beklagte damals die Situation der Polizei: "Die Kollegen fahren der Einsatzlage hinterher, Präventionsfahrten gibt es nicht mehr. Das hohe Niveau der Gewalttaten gegen Polizeibeamte ist ebenfalls unbestritten. Wir müssen öfter und öffentlich klarmachen, dass Gewalt gegen Polizei nicht geht." Bodycams könnten ein Mittel sein, das zur Entspannung beiträgt. "Potenzielle Straftäter können dadurch abgeschreckt werden und der Nachweis der genauen Lage vor Ort ist leichter." Gleichzeitig mahnte Scheller an, die Weiterbildung der Polizisten stabil weiterzuführen. Es würden zwar jetzt wieder mehr Polizisten eingestellt, aber die Kapazitäten für Aus- und Weiterbildung müssten dem auch gerecht werden."

Quelle: MDR/dk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08.10.2019 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2019, 10:18 Uhr

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