Lohnforderung Warnstreik bei Sternquell-Brauerei Plauen

Auf einem Platz vor einer Brauerei stehen Streikende Mitarbeiter mit Warnwesten, Fahnen und einem Transparent
Die Gewerkschafter bei Sternquell wollen mit dem Warnstreik ihren Lohnforderungen Nachdruck verleihen. Bildrechte: MDR/Michael Langner

Die Beschäftigten der Sternquell-Brauerei Plauen haben am Freitag die Arbeit für zwei Stunden niedergelegt. Sie folgten einem Aufruf der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zu einem Warnstreik. Die Gewerkschafter wollen erreichen, dass bei den laufenden Tarifverhandlungen die Lohnunterschiede zu anderen Brauereien abgebaut werden. Betriebsrat Silvio Bröckel kritisierte die Arbeitgeberseite.

Das Angebot der Arbeitgeber bestand darin, die Abstände zu vergrößern statt zu verringern. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten, die im Sommer über Ihre Grenzen geschuftet haben.

Silvio Bröckel Betriebsrat Sternquell-Brauerei

Lohnabstände zu anderen sächsischen Brauereien von 300 Euro seien nicht hinnehmbar.

56 Tarif-Beschäftigte in Brauerei

Nach Angaben der Gewerkschaft NGG arbeiten in der Sternquell-Brauerei Plauen 56 Beschäftigte, die unter den verhandelten Tarifvertrag fallen. Die Lohnunterschiede zu den Kolleginnen und Kollegen der Kulmbacher Brauerei in Bayern, zu der Sternquell gehört, betragen demnach aktuell 404,50€. Nach Gewerkschaftsangaben verdienen die Plauener Brauereimitarbeiter auch weniger als ihre sächsischen Kollegen. Die Unterschiede betragen demnach 298 Euro zur Wernesgrüner Brauerei und 365 Euro zur Radeberger Brauerei.

Geschäftsleitung zeigt sich erstaunt über Forderungen

Jan Gerbeth, Vertriebs-Chef bei Sternquell, kann sich nicht erklären, wieso die Gewerkschaft zum Warnstreik aufrufen konnte.

Wir sind der Meinung, dass wir der Gewerkschaft in der Situation, in der wir uns befinden, ein ausgesprochen gutes Angebot gemacht haben.

Jan Gerbeth Sternquell-Vertriebs-Chef

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien im zweiten Lockdown schlecht, da die Gaststätten geschlossen sind und auch keine Feste stattfinden könnten. In diesem Monat habe das Unternehmen noch keinen tropfen Fassbier verkauft. "Unter diesen Rahmenbedingungen sind wir in die Tarifverhandlungen eingetreten und haben trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage eine Entwicklung des Entgelts angeboten." Dazu käme noch eine Corona-Prämie, die Ende des Jahres ausgezahlt werden sollte.
Als Geschäftsleitung erhoffe man sich von der Gewerkschaft Augenmaß für die wirtschaftliche und politische Situation. "Wir wünschen uns auch, dass unser Angebot als fair und wertschätzend aufgenommen wird."

Auf einem Platz vor einer Brauerei stehen Streikende Mitarbeiter mit Warnwesten, Fahnen und einem Transparent
Nach Angaben der Gewerkschaft NGG verdienen die Brauereimitarbeiter in Plauen durchschnittlich 300 Euro weniger als ihre sächsischen Kollegen. Bildrechte: MDR/Michael Langner

Quelle: MDR/tfr/ml

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.11.2020 | 12:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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