11.07.2019 | 13:29 Uhr Geldsegen für das vogtländische Ellefeld

Gebäude in Ellefeld
Das markante Gebäude in der Ortsmitte von Ellefeld soll ein vielseitig genutztes Dorfzentrum werden. Bildrechte: Gemeinde Ellefeld

Ein Dorfzentrum - das ist der Traum der Gemeinde Ellefeld im Vogtland. 2600 Einwohner leben hier. Die Gemeinde ersteigerte im Juni 2018 ein großes, fast ungenutztes Gebäude im Stadtzentrum und will es sanieren. Genutzt werden soll es dann auf vielfältige Weise, als aktives Zentrum für Versorgung, Kommunikation und Engagement. Geplant ist unter anderem ein Café, ein Genossenschaftsladen und ein Büro des Jugendvereins "Junges Ellefeld".

Um diesen Traum wahr zu machen, entwickelten die Ellefelder ein Konzept und nahmen an dem Wettbewerb "simul+ - Ideen für den ländlichen Raum" des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft teil. Dabei gewann die Gemeinde ein Preisgeld in Höhe von 450.000 Euro. "Das Geld ist seit Anfang der Woche auf unserem Konto", erzählt Bürgermeister Jörg Kerber begeistert.

Wettbewerb "simul+ - Ideen für den ländlichen Raum" Im August 2018 hat das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft den Wettbewerb "simul+ – Ideen für den ländlichen Raum" ausgelobt. Gefragt waren Ideen zur Gestaltung lebenswerter Gemeinden sowie kreative Konzepte zur Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens und Zusammenhalts im ländlichen Raum.

334 Beiträge wurden von Vereinen, Unternehmen, privaten Akteuren und den Kommunen eingereicht.
58 Ideen wurden mit einem Preisgeld von insgesamt 4,85 Millionen Euro prämiert.

Entstanden ist die Idee für das Dorfzentrum in einer Ideensammlung mit Einwohnern von Ellefeld. Insgesamt 60 Ideen von mehr als 50 Beteiligten aller Generationen kamen dabei zusammen. Bewertet wurden diese Ideen dann mit einem Punktesystem. "Jeder Bürger, der sich beteiligen wollte, hat drei Punkte bekommen. Die konnten dann hinter die Ideen geklebt werden", so Kerber. Auch Mitglieder des Jugendvereins "Junges Ellefeld" waren von Anfang an in das Projekt involviert. "Die Gemeindeverwaltung und auch der Bürgermeister sind überraschend aufgeschlossen für unsere Ideen", erzählt das Vereinsmitglied Lenny Roth.

Abstimmungsplakate Ellefeld
Jeder Bürger konnte mit Hilfe von Klebepunkten für die Ideen abstimmen. Bildrechte: Gemeinde Ellefeld

Das ersteigerte Haus in der Ortsmitte bietet 900 Quadratmeter Nutzfläche auf mehreren Etagen. Momentan wird nur ein Teil der untersten Etage durch eine Bäckerei und eine Fleischerei genutzt. Diese sollen auch weiterhin erhalten bleiben. Laut Projektplan sollen im Erdgeschoss zusätzlich ein Genossenschaftsladen mit regionalen Produkten und ein Café mit Pub entstehen. Im ersten Stock ist ein hochmoderner Bürger- und Seminarraum auf mehr als 450 Quadratmetern angedacht In der zweiten Etage möchte der Verein "Junges Ellefeld" einziehen. "Es soll ein zentraler Platz, ein Treffpunkt in Ellefeld werden und zum Austausch von jungen Menschen dienen", so Lenny Roth. Gleichzeitig solle aber auch eine Verbindung zwischen der jüngsten und der ältesten Generation geschaffen werden. "Wir Jungen können viel von den Alten lernen und umgekehrt genauso", sagt Roth.

Für all diese Pläne muss das Gebäude entsprechend saniert und umgebaut werden. "Ohne das Preisgeld wäre das gar nicht möglich", sagt Bürgermeister Jörg Kerber. Eine Planungsausschreibung für Architekten läuft bereits. "Für die nächsten Schritte warten wir jetzt die ersten Planungsstufen ab", so Kerber. "Wir müssen sehen, wie die Raumaufteilung wird und wie wir alles unterbringen." Mögliche Betreiber für die einzelnen Ideen hat die Gemeinde bereits in der Hinterhand. Eine feste Zusage will Kerber aber noch nicht machen. "Da müssen ja dann auch noch Dinge wie die Pachthöhe verhandelt werden." Das wäre jetzt noch zu früh.

Innenansicht Gebäude Ellefeld
In diesem momentan ungenutzen Raum soll ein moderner Bürger- und Seminarraum entstehen. Bildrechte: Gemeinde Ellefeld

Insgesamt rechnet der Bürgermeister mit zwei bis drei Jahren, bis das Projekt komplett abgeschlossen ist. "So ein kreatives Zukunftsprojekt stärkt die Gemeinschaft", sagt er. Und auch Lenny Roth ist sich sicher, dass das Projekt für die Gemeinde wichtig ist. "Wir arbeiten alle Hand in Hand. Und wenn wir alle an einem Strang ziehen, werden wir das beste Ergebnis erzielen."

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 12.07.2019 | 19:00 Uhr

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