13.11.2019 | 15:21 Uhr Erzgebirgskunst in Fernost: Eine Figurenmalerin in Japan

Schon als Kind wollte Elisa Pflug nach Japan. Jetzt konnte sich die Holzspielzeugmacherin aus dem Erzgebirge ihren Wunsch erfüllen und sechs Monate lang den Japanern die Erzgebirgskunst näherbringen.

Elisa Pflug in Japan
Bildrechte: Wendt & Kühn

"Eine Reise nach Japan war schon ganz lange ein Traum von mir", erzählt Elisa Pflug. "Schon als Kind wollte ich dahin." Diesen Traum konnte sie sich nun Dank ihres Arbeitgebers erfüllen. Bei der Kunsthandwerksfirma Wendt & Kühn arbeitet sie als Holzspielzeugmacherin. "Die Firma hat Kontakte nach Japan und da habe ich meinen Wunsch an sie herangetragen."

Insgesamt sechs Monate verbringt die 27-Jährige in Japan. Schon seit Jahren beschäftigt sie sich mit der japanischen Sprache. Nach zwei Monaten Sprachschule bei einer Gastfamilie im ländlichen Norden, wechselt sie dann zum Vertriebspartner von Wendt & Kühn nach Tokio. Dort absolviert sie eineinhalb Monate ein Praktikum. "Ich war über jedes Wort froh, dass ich vor meiner Reise schon konnte", so Pflug.

Illustration von Elisa Pflug
Elisa Pflug illustrierte ihre Japanreise mit Bildern von Erzgebirgsengeln. Bildrechte: Wendt & Kühn

Unter anderem bekommt sie die Gelegenheit für Kaufhäuser ein Schaumalen der Erzgebirgsfiguren duchzuführen. "Für manche Japaner war es nicht auf den ersten Blick erkennbar, dass unsere Figuren aus Holz sind", erzählt sie über ihre Erfahrungen. Viele hielten das Material für Porzellan. Die Erzgebirgsprodukte kommen in Japan gut an. "Weihnachten ist dort nicht selbstverständlich", so Pflug. "Und die blonden Haare unserer Engel wirken in Japan exotisch."

Die Firmensprecherin von Wendt & Kühn, Lena Sabotta, sieht große Vorteile darin, dass eine der Mitarbeiterinnen in Japan war. "Das Insiderwissen ist wichtig für unseren Vertrieb", sagt sie. Durch den Aufenthalt von Pflug habe sich auch das Verhältnis zum japanischen Vertriebspartner intensiviert.

Das Schaumalen sieht Sabotta als wichtige Möglichkeit in Japan das Handwerk der Erzgebirgskunst zu zeigen und das Verständnis dafür zu erhöhen. "Es war sehr aufwändig, die Figuren und die Farbe rüberzuschicken", erzählt sie. Für die Farbe wäre ein ganzer Stapel Formulare nötig gewesen. Aber es hätte sich gelohnt. "In Japan braucht man einen langen Atem und das ist ein weiterer kleiner Meilenstein für uns", so Sabotta.

Zwei Monate blieben Pflug dann noch für privates Herumreisen in ihrem Traumland. Und der nächste Besuch ist auch bereits geplant: "In sechs Jahren fliege ich noch einmal privat hin", sagt Pflug. "Das habe ich meiner Gast-Omi versprochen."

Quelle: MDR/al

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