Lehrer und Schüler sitzen an einem langen Tisch und diskutieren
Elke Büdenbender (re.) traf sich in Zschopau mit Lehrern, Schülern und den Machern des Teach-First-Projekts. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

17.06.2019 | 17:20 Uhr "Teach First" will Schülern in Zschopau helfen

Viele Schüler scheitern an den Übergängen von der Grund- auf die Oberschule oder von der Schule in die Berufsausbildung. Hier will die Bildungsinitiative "Teach First" helfen. Unterstützung bekommt sie dabei von prominenter Stelle.

Lehrer und Schüler sitzen an einem langen Tisch und diskutieren
Elke Büdenbender (re.) traf sich in Zschopau mit Lehrern, Schülern und den Machern des Teach-First-Projekts. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Die gemeinnützige Bildungsinitiative "Teach First Deutschland" hat Ergebnisse ihrer Arbeit in Sachsen präsentiert. In der Martin-Andersen-Nexö-Oberschule in Zschopau verschaffte sich Elke Büdenbender, die Schirmherrin der Initiative und Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, einen Überblick über die Aktivitäten des Bildungsprojektes im Freistaat.  

Fellows sollen Übergänge leichter machen

"Teach First" setzt sich laut eigener Aussage für mehr Chancengerechtigkeit im Bildungswesen ein. Dafür sucht die Initiative junge Hochschulabsolventen, die als sogenannte Fellows für zwei Jahre an Schulen "in schwierigen Umfeldern" tätig sein wollen. Einen pädagogischen Abschluss brauchen die Bewerber nicht. Zu den Aufgaben der Fellows gehört es, dafür zu sorgen, dass Schüler erfolgreicher lernen, um den Übergang zu weiterführenden Schulen oder in die Lehre zu schaffen. Die Fellows unterstützen die Lehrer im Unterricht oder organisieren eigene Aktionen. Bisher ist "Teach First" in acht Bundesländern tätig. Obwohl die Initiative privat ist, wird das Gehalt für die Fellows von durchschnittlich 2.000 Euro monatlich von den jeweiligen Bundesländern bezahlt. Die Ausbildung zum Fellow wird über Spenden finanziert.

Junge Frau unterstützt Deutschunterricht für ausländische Schüler

Die Martin-Andersen-Nexö-Oberschule in Zschopau hat seit einem Jahr eine junge Frau als Fellow. Wilma Bräutigam stammt aus Dresden, hat Kunstpädagogik studiert und ist in Zschopau ausschließlich für die DaZ (Deutsch als Zweitsprache)-Kinder zuständig. Sie unterstützt die DaZ-Lehrerin im Unterricht hält den Kontakt zu den Eltern der Schüler oder kümmert sich, wenn Probleme mit Schülern auftreten.

Lachende Menschen sitzen in einer Gesprächsrunde
Der Plausch mit der Bundespräsidentengattin verlief alles andere als staatstragend. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Für sie hat die Tätigkeit viel Neues gebracht. "Ich habe hier unheimlich viele Erfahrungen gesammelt. Es ist eine gute Gelegenheit, zu erfahren, wie das echte Leben aussieht, was an Schulen passiert. Ich habe gelernt, was ich für Möglichkeiten habe, etwas zu ändern oder wo ich ansetzen muss. Mein ganzes Weltbild hat sich eigentlich geändert seit ich hier an der Schule bin", sagte Wilma Bräutigam MDR SACHSEN. Elke Büdenbender unterstützt als prominente Schirmherrin das Teach-First-Projekt. "Mir liegt Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit am Herzen. Und die Fellows sind ganz nah an den Kindern, weil sie selbst gerade aus einer Ausbildungssituation kommen. Sie müssen keine Noten geben, sie können den Kindern helfen."

Kein Outsourcing von Aufgaben sondern "ideale Ergänzung"

Sachsen bezahlt den Einsatz von bis zu 60 Fellows pro Jahr. Für Sachsens Kultusminister Christian Piwarz eine gute Investition. "Wir sind der festen Überzeugung, dass wir an sächsischen Schulen mehr als nur Lehrer brauchen. Wir brauchen auch Assistenzpersonal, das die Kinder in ihrer Gesamtheit abholt und wo der Lehrer gar nicht die richtige Person ist, weil er eine andere Ausbildung hat."

Ein Jugendlicher im blauen T-Shirt spricht über seinen Alltag
Amma Aita erzählte von seinem Alltag und seinen Träumen als Flüchtling aus Syrien Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

Die Leute von "Teach First" seien eine ideale Ergänzung, Schülern den bestmöglichen Start ins weitere Leben zu ermöglichen, so der CDU-Politiker. Mit "Teach First" habe der Freistaat die Möglichkeit eines "flexiblen Modells", was jungen Leuten die Möglichkeit gebe, zwei Jahre in den schulischen Bereich reinzuschnuppern. Zudem sei es für den Freistaat deutlich billiger als Stellen im Landeshaushalt. Ein Outsourcing von staatlichen Aufgaben an einen privaten Träger sieht Piwarz darin nicht. Denn der Freistaat denke auch an die anderen Aufgaben. "Wir haben jetzt die ersten 110 Schulassistenten ausgeschrieben. Die werden bis zum Jahr 2022 auf über 400 Stellen anwachsen. Dort kommen wir ja unseren Verpflichtungen nach."

Quelle: MDR/mwa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.06.2019 | 18:02 Uhr

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