Eine Verkäuferin steht in einem Laden und hält ein Kinder-Shirt hoch.
Händler wie Marleen Schönbach aus Zeulenroda bringen in Reichenbach für wenige Tage wieder Leben in leere Läden. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi

Reichenbach im Vogtland Pop-Up-Stores beleben leere Ladenstraße

Es gibt so einige Kleinstädte, die mit Leerstand in der Innenstadt zu kämpfen haben. Wo einst Menschen gern bummeln gingen, herrscht nun Friedhofsstille. Kahle Fensterscheiben starren wie Totenkopfaugen vor sich hin. Auch das vogtländische Reichenbach hat eine solche Gasse. Doch gelang es einem pfiffigen Gewerbetreibenden, über sogenannte Pop-Up-Stores der Einkaufsstraße für kurze Zeit wieder Leben einzuhauchen. Das war im Juli. Weil die Leute hellauf begeistert waren, folgt nun die Neuauflage.

Eine Verkäuferin steht in einem Laden und hält ein Kinder-Shirt hoch.
Händler wie Marleen Schönbach aus Zeulenroda bringen in Reichenbach für wenige Tage wieder Leben in leere Läden. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi

Die Zenkergasse in Reichenbach lädt wieder zum Shoppen ein. Von Donnerstag bis zum Sonntag verwandeln zugereiste Händler mit Pop-Up-Stores die verwaiste Einkaufsstraße in eine quirlige Bummelmeile. Gewerbetreibende der Innenstadt begleiteten die Aktion.

Mehr Händler für Zweitauflage gewonnen

Wie beim Erstversuch im Juli sollten möglichst viele Läden aus dem Boden schießen (englisch: pop up). Waren es damals 13 Händler, die sich in leeren Geschäften für ein paar Tage niederließen, sind es nun ganze 20 – darunter Kleidungshändler, Imker, Zigarrenmacher und Verkäufer von Bastelzubehör und Schmuck.

Abrisshaus mit zugenagelten Laden-Schaufenstern
Leere Läden und Hausruinen sind wahrlich kein schöner Anblick. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi

Neben der Zenkergasse werden auch in anderen Ecken der Innenstadt leere Läden belebt. Hinzu kommt, dass fast 40 in Reichenbach fest ansässige Läden ihre Geschäfte ebenfalls übers Wochenende öffnen. So lockt nun ein Einkaufsfestival, das durch Adventsmarkt und Kulturveranstaltungen im Neuberinhaus und der Trinitatiskirche abgerundet wird.

Treibende Kraft hinter der Aktion ist erneut der Reichenbacher Fleischermeister Ralf Schaller: "In großen Städten ist das Gang und Gebe, dass in leeren Läden Pop-Up-Stores entstehen. Da kam mir der Gedanke, das wäre für Reichenbach eine tolle Sache." Zur Unterstützung hat sich Schaller dieses Mal jedoch den Gewerbeverein und die Stadtverwaltung mit ins Boot geholt. "Allein hätte ich das nicht geschafft."

Wichtig ist doch, dass man in Reichenbach wieder Leben in der Innenstadt hat.

Ralf Schaller Initiator

Ralf Schaller hofft, dass sich vielleicht der ein oder andere Pop-Up-Store-Händler entscheidet, in Reichenbach dauerhaft ein Geschäft zu eröffnen. "Es wäre ein Riesenerfolg, wenn wir verschiedene Läden wiederbeleben. Und selbst wenn die nur drei Tage in der Woche aufhaben."

Aktion gegen Leerstand Pop-Up-Stores in Reichenbach

Fast menschenleere Zenkergasse im vogltändischen Reichenbach
Die Zenkergasse war einst beliebte Einkaufsstraße. Die letzten Jahre verschwanden aber mehr und mehr Läden. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi
Fast menschenleere Zenkergasse im vogltändischen Reichenbach
Die Zenkergasse war einst beliebte Einkaufsstraße. Die letzten Jahre verschwanden aber mehr und mehr Läden. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi
Ein junger Mann steht in einem Laden, in dem Holz-Design-Möbel verkauft werden.
Jetzt gibt es in den verwaisten Läden vier Tage lang verschiedenste Angebote. Darunter Ausgefallenes. Tom Schettler bietet beispielsweise Design-Holzmöbel an. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi
 Ein Herrenmaßschneider präsentiert sein vorübergehendes Geschäft, in dem Kleider auf dem Boden liegen.
Auch ein wenig Promi-Flair zieht durch die Zenkergasse. Herrenmaßschneider Gernot Kuhn stellt seine Dienste vor. Er betreibt in München ein Atelier, in dem auch Mario Adorf und Til Schweiger Kunden sind. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi
Im Schaufenster eines Ladens sind Frauen- und Kinderbekleidung ausgestellt.
Neben der Zenkergasse werden auch in anderen Straßen leere Geschäfte wiederbelebt. Die Schaufenster dieses Geschäfts in der Zwickauer Straße in Reichenbach standen Anfang der Woche noch leer ... Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi
Eine Verkäuferin steht in einem Laden und hält ein Kinder-Shirt hoch.
... nun ist Marleen Schönbach aus dem thüringischen Nachbarort Zeulenroda eingezogen – vorerst nur bis Sonntag. Sie überlegt aber, vielleicht dauerhaft eine Zweigstelle in Reichenbach zu eröffnen. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi
Abrisshaus mit zugenagelten Laden-Schaufenstern
Mit Pop-Up-Stores lassen sich allerdings nicht alle Geschäfte reaktivieren. An einigen Stellen – wie hier am Marktplatz – muss sicher mehr getan werden. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi
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Ein junger Mann steht in einem Laden, in dem Holz-Design-Möbel verkauft werden.
Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi

Quelle: MDR/nk/mv

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN – Das Sachsenradio | 07.12.2017 | 18:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Dezember 2017, 19:52 Uhr

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1 Kommentar

07.12.2017 20:21 Eiche 1

Das letzte Foto in der Bilderstrecke (Nr. 6) ist erschreckend. Was sind das denn für Hausbesitzer, die mit alten Holztüren das Schaufenster dichtnageln? Und dann in der Mitte auch noch ein offenes Loch lassen?

Wenn selbst das Geld für eine ordentliche Spanplatte nicht mehr vorhanden ist, dann wird von dem Haus-Eigentümer wohl nichts mehr zu erwarten sein.

Ich begreife nicht, warum man sowas macht. Dann soll er doch die Bude verkaufen, wenn er kein Interesse daran hat. Kosten wie Grundsteuern laufen ja weiter. Das kann man sich dann auch sparen.

Das Haus sieht aus wie bei Hempels unterm Sofa.