19.08.2019 | 17:30 Uhr In Hartmannsdorf steht jetzt ein Hochhaus für Vögel und Insekten

Der alte Schlauchturm der Freiwilligen Feuerwehr in Hartmannsdorf bei Zwickau sollte eigentlich im vergangenen Sommer abgerissen werden. Ein Schandfleck im Ort wäre verschwunden. Doch der Landkreis Zwickau hatte eine andere Idee. Gemeinsam mit der Kreisnaturschutzstation Gräfenmühle Neukirchen und der Gemeinde Hartmannsdorf baute er den Turm um. Entstanden ist mitten im Ort ein Hochhaus für Fledermäuse, Schwalben, Turmfalken, Mauersegler und Sperlinge, aber auch für Insekten.

Ob das Konzept so aufgeht wie geplant, hängt von einigen Faktoren ab, sagt der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes "Westsachsen" e. V., René Albani. "Es sind an der Fassade eine Menge zusätzliche Nistmöglichkeiten geschaffen worden, die vorher nicht da waren. Aber es gibt auch da Grenzen. Es muss für die Arten, die dort unterkommen, genügend Nahrung vorhanden sein, die in der Umgebung gesammelt werden kann." Deshalb wurde im Umfeld des alten Gerätehauses extra eine Insektenweide mit ausgewählten Nahrungspflanzen angelegt.

Artenschutzturm Hartmannsdorf

So unansehnlich sah das alte Gerätehaus der Feuerwehr vor dem Umbau aus (l.). Nach der Sanierung ist ein farbenfroher Hotelturm für Vögel und Insekten daraus entstanden. (r.)

Ein altes Feuerwehrgerätehaus mit unsaniertem Schlauchturm
Bildrechte: Landratsamt Zwickau
Ein altes Feuerwehrgerätehaus mit unsaniertem Schlauchturm
Bildrechte: Landratsamt Zwickau
Ein saniertes helles Haus mit bemaltem Turm, teilweiser Holzverkleidung und Nisthilfen für Vögel
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Bundesweites Projekt "Stelen der Biodiversität"

Der Umbau des ersten Gebäudes in Sachsen gehört zum bundesweiten Projekt "Stelen der Biodiversität". Der Artenschutzturm soll einerseits zur neuen Heimat für Tiere werden, die es immer schwerer haben, andere Nist- und Wohnplätze im Ort zu finden. Andererseits macht es der exponierte Turm inmitten des Ortes möglich, die verschiedenen Tiere in unmittelbarer Nähe zu erleben. René Albani: "Der Artenschutzturm, so wie er da jetzt inmitten des Ortes steht, ist auch Öffentlichkeitsarbeit für den Naturschutz." Die Naturschützer hoffen, dass der Turm bald bewohnt sein wird. Sie rechnen mit bis zu 100 verschiedenen Tierarten, die sich am Turm und in unmittelbarer Nähe ansiedeln könnten.

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 19.08.2019 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 19. August 2019, 17:30 Uhr

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