Ein Mann mit Brille lächelt und hält ein Flugzeugmodll in die Kamera.
Mit solch einem Flugzeug in groß will Olaf Graf in die Stratosphäre aufbrechen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nasa-Projekt Sternwartenchef aus Rodewisch will in die Stratosphäre

Olaf Graf ist Astronom aus Leidenschaft. Kaum zurückgekehrt von einer Weiterbildungsreise nach Chile, packt er bald wieder seine Koffer. Diesmal sind die USA das Ziel. Doch die Reise ist gefährdet.

Ein Mann mit Brille lächelt und hält ein Flugzeugmodll in die Kamera.
Mit solch einem Flugzeug in groß will Olaf Graf in die Stratosphäre aufbrechen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Leiter der Schulsternwarte in Rodewisch will demnächst zum Sophia-Stratosphären-Observatorium nach Kalifornien aufbrechen. Dort möchte Olaf Graf an einigen Forschungsflügen teilnehmen, die bis in die Stratosphäre in etwa 13 Kilometer Höhe führen. Möglich macht das eine umgebaute Boeing 747, in die ein 2,7-Meter-Teleskop eingebaut wurde. Mit der fliegenden Sternwarte wollen die Wissenschaftler die Entwicklung von Milchstraßensystemen erforschen. Außerdem wollen sie herausbekommen, wie Sterne und Sonnensysteme aus Molekül- und Staubwolken entstehen. Das Flugzeug operiert in einer solch großen Höhe, weil dadurch die Sicht ins Weltall nicht durch die Erdatmosphäre gestört wird.

Gute Karten bei der Bewerbung

"Für mich als Astronomiefan ist es natürlich sehr aufregend, den Wissenschaftlern bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen", sagt der Vogtländer. Eigentlich sei es gar nicht so schwer gewesen, einen Platz in der Boeing zu ergattern, erzählt Graf: "Prinzipiell kann sich jeder Lehrer oder jeder, der mit Astronomie zu tun hat, bewerben." Der Sachse hatte bei seiner Bewerbung gute Karten, denn die Leute, die mitfliegen dürfen, sollen dazu beitragen, dass die Themen mit denen sich die Wissenschaftler beschäftigen einer breiten Öffentlichkeit vermittelt werden. "Ich will vor allem Kindergartenkinder für die Naturwissenschaften begeistern", sagt der studierte Astronomielehrer. Dafür hat er sich ein Projekt ausgedacht, das besonders auf diese "kleine Zielgruppe" zugeschnitten ist.

Lehrerin aus Leipzig bei der Nasa
Anne Schmieder aus Leipzig-Paunsdorf durfte im vergangenen Jahr als erste Lehrerin aus Sachsen in der fliegenden Sternwarte dabei sein. Das Teleskop wurde bei Carl Zeiss in Jena gebaut. Bildrechte: Deutsches SOFIA Institut am Institut für Raumfahrtsysteme/Antje Lischke-Weis

US-Innenpolitik könnte Start gefährden

Ein Umstand könnte die Reisepläne von Graf aber noch zunichte machen. Schuld daran ist die aktuelle innenpolitische Lage in den USA: "Da die Nasa eine staatliche Behörde ist, ist sie auch von der derzeitigen Haushaltssperre betroffen. Die amerikanischen Kollegen dürfen nicht arbeiten und bekommen kein Geld", erklärt Graf. Er hoffe aber, dass bis zum Reisestart am 16. Februar alles wieder in geordneten Bahnen verläuft: "Wenn nicht, dann ist das Projekt ja nur verschoben und nicht aufgehoben."

Ein Mann mit blauer Jacke und weißem Helm steht vor einem silbernen großen Gebäude
Olaf Graf vor einem der Teleskope des Paranal-Observatoriums in Chile Bildrechte: Olaf Graf

Weiterbildung in Chile

Zusammen mit anderen deutschen Lehrern war der Vogtländer gerade auf einer Weiterbildungsreise in Antofagasta im Norden von Chile. Hier schulte er zusammen mit seinen Kollegen chilenische Lehrer in Astronomie, erstmals auch im Bereich der beobachtenden Astronomie. Neben einem Ausflug in die Atacamawüste nutzten sie die Gelegenheit, sich im Paranal-Observatorium die größten Teleskope der Welt anzuschauen. Graf erklärte: "Beobachtungen konnten wir hier leider nicht machen. Dafür ist eine jahrelange Voranmeldung nötig." Allerdings nutzen die deutschen Lehrer ihre mitgebrachte Technik, um den südlichen Sternenhimmel zu beobachten.

Quelle: MDR/mwa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 25.01.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 26. Januar 2019, 18:24 Uhr

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