10.06.2020 | 18:23 Uhr Brandserie in Crimmitschau: Polizei sucht Zeugen

Sechs Brände in zwei Wochen - das ist die aktuelle Situation in Crimmitschau. Hier wurden innerhalb kürzester Zeit Gartenlauben und Schuppen abgebrannt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Wer dafür verantwortlich ist, ist bislang unklar.

Blick auf die verkohlten Reste einer Laube in einer Gartenanlage.
Von dieser Gartenlaube in Crimmitschau blieben nur ein paar verkohlte Balken übrig. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach bislang sechs Bränden in den vergangenen zwei Wochen in Gartenanlagen in Crimmitschau sucht die Polizei Zeugen. Wie die Polizeidirektion Zwickau MDR SACHSEN mitteilte, gehen die Ermittler von Brandstiftung aus. Derzeit werde geprüft, ob es einen Zusammenhang zwischen den Bränden gibt. Seit dem 26. Mai habe es sechs Mal auf Grundstücken in drei Kleingartenanlagen der Stadt gebrannt, hieß es von der Polizei. Die Brände sind demnach stets zur gleichen Zeit ausgebrochen - zwischen 3 Uhr und 4 Uhr in der Nacht. Die Schadenshöhe sei noch nicht genau zu beziffern, liege aber vermutlich im mittleren fünfstelligen Bereich, so der Sprecher der Polizeidirektion Zwickau weiter.

Zwei Feuerwehrleute schaufeln Schutt vor einer ausgebrannten Gartenlaube.
In den vergangen zwei Wochen musste die Feuerwehr zu sechs Bränden in Gartenanlagen ausrücken. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Feuerwehr stark belastet

Durch die vielen Brände ist auch die Feuerwehr stark belastet. Die Kameraden haben aktuell ein hohes Pensum zu bewältigen, erzählt Erik Marr von der Crimmitschauer Feuerwehr. "Nach dem nächtlichen Einsatz geht es meistens direkt auf Arbeit." Von Zufällen und technischen Defekten könne man nicht ausgehen, da es zu viele Brände in kürzester Zeit gegeben habe.

Die physische und psychische Belastung für die Kameraden ist schon ganz schön hoch, viele Nächte in Folge alarmiert zu werden, gerade in der Tiefschlafphase zwischen 3 und 4 Uhr in der Nacht.

Erik Marr Feuerwehr Crimmitschau

Kleingärtner leben in Angst

Beim bislang jüngsten Feuer in der Nacht zum Donnerstag brannte eine Laube in der Gartenanlage "Heimaterde". Zuvor waren Brände in den beiden Kleingartenanlagen "Glutos" und "Am Höllengraben" ausgebrochen. Eine der betroffenen Kleingärtnerin beklagt nicht nur den materiellen Verlust ihrer Gartenlaube und eines Kinderspielhauses: "Es steckt so viel Arbeit und Zeit drin und mein Kind hat gern hier gespielt".

Sicher fühlten sich die Kleingartenbesitzer nicht mehr. Sie haben deshalb Nachtwachen organisiert. Wer es einrichten könne, schlafe auch in seiner Gartenlaube, berichtet ein Kleingärtner.   

Ein verkohlter Blumenkasten auf einem halb verbrannten Geländer.
Die Kleingärtner wollen weitere Brandstiftungen durch Nachtwachen verhindern. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Polizei sucht mögliche Zeugen. Kleingärtner oder andere Personen, die in den Nächten in der Nähe der Gartenanlagen Verdächtiges beobachtet haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

Quelle: MDR/lh/tfr/tnn

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR | 12.06.2020 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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