Corona-Pandemie Hausarzt in Callenberg richtet Corona-Fieberambulanz in seiner Garage ein

Bei den Corona-Testzentren in den größeren Städten häufen sich Berichte über lange Wartezeiten. Wer Symptome hat, kann sich aber auch bei seinem Hausarzt testen lassen und muss dort vermutlich nicht so lange warten. Allerdings dürfen Patienten mit Symptomen dort nicht ohne telefonische Voranmeldung vorbeikommen. In einer Praxis im Callenberger Ortsteil Falken, rund 15 Kilometer westlich von Chemnitz, hat sich eine Arztpraxis ganz besonders auf Testpatienten eingestellt.

Corona Hausarzt Isolierstation Garage Callenberg
Aufgrund der steigenden Corona-Infektionen hat Hausarzt Rainer Lohmann eine Fieberambulanz in seiner Garage eingerichtet. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi

Rainer Lohmann, Hausarzt in Callenberg, hat sich und seine Praxis auf die steigenden Corona-Infektionszahlen vorbereitet. Dafür hat er seine Garage in eine Fieberambulanz umgebaut. "Im Katastrophenschutz ist immer das oberste Gebot der Selbstschutz", sagt der Arzt. Der Abstand müsse eingehalten und der Kontakt auf ein Minimum reduziert werden. "Und das kann ich am besten machen, indem ich eine Trennung habe von denen, die Symptome haben und denen, die gesund sind", so Lohmann.

In seiner Praxis wird deshalb als erstes nach Symptomen gefragt. "Wer Symptome hat, muss draußen bleiben und es wird ein Abstrich gemacht", erzählt er. Es ginge dabei auch um den Schutz des medizinischen Personals. "Wenn wir ausfallen, wer soll dann noch die Patienten behandeln?", so Lohmann.

Vernunft walten lassen ist das A und O. Kontakte minimieren, Maske tragen und Distanz wahren.

Rainer Lohmann Hausarzt in Callenberg

Vorgeschrieben sei von der Kassenärztlichen Vereinigung allerdings kaum etwas. Jede Arztpraxis solle lediglich ein Hygienekonzept haben. Viele Praxen würden die Problematik über eine "Fiebersprechstunde" lösen. In dieser Zeit werden dann nur Patienten mit Corona-Symptomen bestellt. "Wir behandeln die Patienten meist dreimal am Tag", so Lohmann.

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Für die Corona-Tests schlüpft der Hausarzt immer in einen Schutzanzug. "Selbstschutz ist wichtig", sagt er. Bildrechte: MDR/Nora Kilenyi

Am Tag führt die Praxis 20 bis 25 Tests durch. "Mit einem schnellen Test kann man den Leuten die Angst nehmen", sagt Lohmann. Damit entfalle der psychische Druck, wenn man mehrere Tage auf einen Test warten muss. "Und sie fühlen sich dann auch sicherer." Für Schutzmaterial und Desinfektionsmittel muss der Arzt selbst aufkommen. Die Kassenärztliche Vereinigung zahlt davon nichts.

Zusätzlich zu der Fieberambulanz in seiner Garage, hat der Arzt einen Container mit Wartebereich auf seinem Grundstück aufgestellt. "Die Idee mit dem Container ist gekommen, als das erste schlechte Wetter war", erzählt Lohmann. "Wenn jetzt schlechtes Wetter ist und die Leute müssen draußen warten, brauchen sie wenigstens eine Unterkunft." Innerhalb weniger Stunden hat der Arzt auf eigene Kosten dafür einen Container in seinem Garten aufstellen lassen.

Quelle: MDR/al/nk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 20.10.2020 | 16:20 Uhr

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