07.05.2020 | 13:20 Uhr Aufnahmestopp auf Nieren-Station in Zwickau wegen Corona-Fällen - zwei Tote

Patient wird von Hand beatmet, Reanimation durch Elektroschock wird vorbereitet, mit einem Defibrillator.
Im Klinikum Zwickauf sind gehäuft Corona-Infektionen aufgetreten. Zwei Menschen starben bislang. (Symbolbild) Bildrechte: imago images / Jochen Tack

Auf einer Station im Heinrich-Braun-Klinikum in Zwickau sind gehäuft Corona-Fälle aufgetreten. Wie die Klinik informierte, wurden sieben Mitarbeiter und neun Patienten der Nieren-Station positiv getestet. Es erfolgte ein sofortiger Aufnahmestopp. Die am Klinikum agierende Corona-Task-Force hat laut Klinik umgehend Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufgenommen. Derzeit würden alle weiteren notwendigen Maßnahmen abgestimmt.

Zwei Patienten gestorben

Zwei der positiv getesteten Patienten waren mit multiplen Vorerkrankungen in die Klinik gekommen. "Die vorbestehenden Erkrankungen nahmen im Zusammenhang mit Covid-19 einen derartig schweren Verlauf, dass bedauerlicherweise beide Patienten verstorben sind", erklärte das Klinikum in einer Mitteilung. Die sieben weiteren Patienten zeigten einen milden Krankheitsverlauf und seien auf die zentrale Covid-19-Isolierstation verlegt worden. Da Dialysepatienten zur Hochrisikogruppe gehören, wurden zudem alle nachbehandelnden Praxen informiert.

Klinikum drückt Mitgefühl aus

Das Klinikum Zwickau drückte sein Mitgefühl für die schwierige Situation aller Beteiligten aus. "Wir bedauern das lokal aufgetretene Infektionsgeschehen und unternehmen alles in unserer Macht stehende, um die weitere Verbreitung zu unterbinden und die uns anvertrauten Patienten bestmöglich zu schützen", hieß es in der Erklärung. Alle negativ getesteten Personen verblieben zunächst auf der nephrologischen Station 05-1 im Bettenhaus 5. Eine zweiter Test werden in fünf Tagen durchgeführt – entweder stationär oder im Falle eine Entlassung durch die zuständige Corona-Ambulanz.

Corona-Virus bei Nierenpatientin nach Klinik-Aufenthalt entdeckt

Bei einer aus dem Krankenhaus bereits entlassenen symptomfreien Nierenpatientin ist bei einem Test eine Corona-Infektion festgestellt worden, hieß es. Daraufhin sei das Klinikum nach eigenen Angaben am 2. Mai von dem Fall informiert worden. Man habe danach "unverzüglich begonnen" Mitarbeiter und Patienten zu testen.

Laut vorliegenden Ergebnisse sei bei neun Patienten (zwei davon sind schon verstorben) sowie vier Pflegekräften, einem Arzt, einem Physiotherapeuten sowie einer Reinigungskraft der Corona-Virus festgestellt worden. Einige Infizierte zeigten bereits die ersten typischen Erkältungssymptome einhergehend mit Fieber und Muskelschmerzen. Die positiv getesteten Mitarbeiter haben sich laut Klinikum gemäß geltender Regularien in häusliche Quarantäne begeben.

Erneute Hygieneschulung

Den Angaben zufolge hat die Hygieneabteilung des Krankenhauses das Personal erneut zu aktuell gültigen Hygienevorschriften und dem korrekten Einsatz der persönlichen Schutzausrüstung geschult. Weitere Hygieneschulungen für Multiplikatoren der einzelnen Bereiche seien angesetzt. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt würden die Regularien zum Tragen einer  Maske für das Personal ausgeweitet.

Besuchsverbot im Krankenhaus

Das Krankenhaus wies im Zusammenhang mit den neuen Infektionen noch einmal auf geltende Sicherheits- und Schutzbestimmungen. Dazu gehöre auch das Besuchsverbot sowie die Einhaltung der Abstandsregeln und das Tragen einer Maske. Lediglich bei Aufnahme und Entlassung dürfe der jeweilige Patient von einer Person begleitet werden.

Quelle: MDR/kt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.05.2020 | 14:00 Uhr in den Nachrichten

Mehr aus Zwickau, Altenburg und Greiz

Mehr aus Sachsen