Hannover Messe Hochschule in Zwickau verhilft Feuerwehrleuten zum Durchblick

Wenn Feuerwehrleute Menschen aus brennenden Häusern retten, haben sie nicht nur mit der Hitze, sondern auch der fehlenden Sicht zu kämpfen. Eine Datenbrille für die Atemschutzmaske soll den Durchblick bringen. Entwickelt wurde sie von Forschern der Westsächsischen Hochschule Zwickau.

Ein Mann mit blauem T-Shirt hält eine Atemschutzmaske in die Kamera.
Prof. Dr. Rigo Herold von der Westsächsischen Hochschule präsentiert die Datenbrille. Bildrechte: Westsächsische Hochschule Zwickau

Die Fakultät Elektrotechnik der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) will ab Montag auf der Hannover Messe eine neuartige Feuerwehrmaske vorstellen. Diese soll mittels integrierter Datenbrille eine Navigation in brennenden und verrauchten Räumen ermöglichen. "Rettungskräfte können sich somit in dunklen oder verrauchten Gebäuden mit schlechter Sicht bewegen und bekommen ins Sichtfeld wichtige Informationen wie einen Gebäude- und Fluchtplan, Anweisungen vom Truppführer oder eigene Vitalwerte angezeigt", erklärt WHZ-Professor Dr. Rigo Herold.

Feuerwehrleute oft selbst in großer Gefahr

Es ist ein Ausschnitt eines Kopfes von der Seite zu sehen, vor das Gesicht wird eine Atemschutzmaske gehalten.
Die Technik muss luftdicht integriert werden. Das System muss hitzebeständig und mechanisch sehr stabil sein. Bildrechte: Westsächsische Hochschule Zwickau

In brennenden Gebäuden sehen Feuerwehrleute wegen des starken Rauches oft schlecht. Auch wenn Rettungskräfte stets zu zweit ins Gebäude gehen, kommt es immer wieder vor, dass sie den Kontakt untereinander verlieren. Dann kann es passieren, dass sie sich verlaufen, nicht mehr herauskommen oder durch einen Unfall ums Leben kommen. Deswegen sollen in Feuerwehrschutzkleidung drei leichte Funkknoten eingearbeitet werden. Diese ermöglichen eine 3-D-Navigation in Gebäuden.

Die Datenbrille wird künftig im Institut für Feuerwehr und Rettungstechnologie (IFR) der Stadt Dortmund getestet. Dabei muss auch die Raumlokalisierungselektronik installiert werden. Das Projekt dient als Referenz für neue Standards in der Brandschutztechnik. So könnte beim Bau neuer Gebäude die Brandschutztechnik um das Navigationssystem für Rettungskräfte erweitert werden.

Die Forscher der WHZ konnten bei der Entwicklung auf das Know-how von vorherigen Forschungsprojekten zu Datenbrillen u. a. im Stahlwerk oder bei Druckereien zurückgreifen. Von dem Messeauftritt ab Montag in Hannover versprechen sie sich Anregungen für weitere Anwendungsmöglichkeiten ihrer Datenbrille.

Quelle: MDR/nk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.04.2019 | 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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Zuletzt aktualisiert: 01. April 2019, 05:00 Uhr

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