Auszeichnung OB Zwickau
Sarah Luise Dittrich (Auszubildende Volkswagen Sachsen GmbH), Christoph Heubner (Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees), Oberbürgermeisterin Pia Findeiß und Paulina Kurasiak (Volkswagen Motor Polska) bei der Übergabe der Auszeichnung in Zwickau Bildrechte: Stadt Zwickau

19.11.2019 | 14:30 Uhr Nach Papst, Merkel und Ban Ki-moon: Auschwitz-Komitee ehrt Zwickaus OB

Auszeichnung OB Zwickau
Sarah Luise Dittrich (Auszubildende Volkswagen Sachsen GmbH), Christoph Heubner (Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees), Oberbürgermeisterin Pia Findeiß und Paulina Kurasiak (Volkswagen Motor Polska) bei der Übergabe der Auszeichnung in Zwickau Bildrechte: Stadt Zwickau

Das Internationale Auschwitz Komitee hat die Zwickauer Oberbürgermeisterin Pia Findeiß am Dienstag mit seiner sogenannten Statue "B" geehrt. Die Überlebenden des Holocaust seien Findeiß "dankbar für ihr konsequentes und ermutigendes Engagement gegen den rechten Hass und für die Vielfalt der Demokratie". Das erklärte der Exekutiv-Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner, in Berlin. Findeiß steht damit in einer Reihe international bekannter Persönlichkeiten.

Zu den bisherigen Preisträgern zählen Papst Franziskus, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der frühere UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Die Statue sei dem Buchstaben "B" des Schriftzugs "Arbeit macht frei" am NS-Vernichtungslager Auschwitz nachempfunden, den Lagerinsassen als Zeichen des Protestes heimlich umgedreht hatten.

Komitee: Findeiß "steht für die Gemeinschaft aller Demokraten"

Henry Goldberg, Andre Flahaut (2-L) und Martin Schulz (R) vor der Statue B
Vor dem Europäischen Parlament in Brüssel erinnert ebenfalls eine "Statue B" an die Opfer von Auschwitz und an die Überlebenden des Vernichtungslagers. Bildrechte: dpa

Heubner sagte, Findeiß' Beispiel reiche weit über Zwickau hinaus. Die Politikerin sei zum Gesicht aller toleranten und weltoffenen Bürger der sächsischen Stadt geworden "und steht für die Gemeinschaft aller Demokraten".

Die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, erklärte: "Das Zeichen, welches das Internationale Auschwitz Komitee mit der Ehrung setzt, ist für Sachsen sehr wichtig. Denn es zeigt, dass das Engagement, welches nicht immer leicht ist und nicht immer unter den einfachsten Bedingungen stattfindet, auch anerkannt wird."

Rathauschefin schon oft beschimpft und bedroht

Oberbürgermeisterin von Zwickau, Pia Findeiß (SPD)
Die SPD-Politikerin Pia Findeiß lässt sich beim Kampf für Weltoffenheit nicht einschüchtern. Bildrechte: dpa

Findeiß setzt sich seit Jahren für ein angemessenes Gedenken an die Opfer des rechtsterroristischen "Nationalsozialistischen Untergrunds" ein. Das NSU-Terrortrio hatte bis zu seiner Selbstenttarnung vor acht Jahren unter anderem in Zwickau im Untergrund gelebt. Findeiß wurde für ihr Engagement wiederholt beschimpft und sogar bedroht, lässt sich davon aber nicht beirren und wehrt sich juristisch gegen Verleumdungen.

Mit der Statue "B" des Auschwitz Komitees werden den Angaben nach seit 2010 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens geehrt, "die sich in besonderem Maße gegen antisemitischen und rechtsextremen Hass und für ein friedliches und respektvolles Miteinander in der Demokratie einsetzen".

Quelle: MDR/lam/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.11.2019 | 14:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 19. November 2019, 14:30 Uhr

4 Kommentare

Gerd vor 3 Wochen

Endlich eine Politikerin, die sich nicht wegduckt. Zwickau kann stolz sein so eine OB zu haben. In der aktuellen Phase, in der unsere Demokratie wieder verstärkt Angriffen von rechts ausgesetzt ist, braucht es mutige Personen, die klar Kontra geben.

Fuerst Myschkin vor 3 Wochen

Ich habe lange überlegt, ob ich meine Meinung zur Auszeichnung von Frau Findeis kund tun soll. Habe mich dann aber doch entschieden, es wie 68 % der Bevölkerung lieber nicht zu tun. Dies nicht weil ich etwas gegen diesen Preis habe, den ich für gut und sinnvoll halte, wohl aber verkneife ich mir einen Kommentar zur Liste der Geehrten inklusive Pia Findeis.

Ichich vor 4 Wochen

"Findeiß setzt sich seit Jahren für ein angemessenes Gedenken an die Opfer des rechtsterroristischen "Nationalsozialistischen Untergrunds" ein."

Man weiß nicht, ob man lachen soll !

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