20.01.2020 | 17:08 Uhr Zwickaus Rathauschefin Pia Findeiß legt Amt im Sommer nieder

Oberbürgermeisterin von Zwickau, Pia Findeiß (SPD)
Pia Findeiß will Ende Juli ihr Amt abgeben und in den Ruhestand gehen. Bildrechte: dpa

Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß legt ihr Amt zum 31. Juli nieder und geht in den Ruhestand. Die Stadtverwaltung teilte mit, die SPD-Politikerin werde dem Landkreis Zwickau einen Antrag auf Entlassung aus dem Beamtenverhältnis stellen. Die Stadtverwaltung schlägt dem Stadtrat in seiner Sitzung am 6. Februar vor, die nun erforderliche Oberbürgermeisterwahl am 7. Juni durchzuführen und – wenn notwendig – den zweiten Wahlgang am 28. Juni.

Die Gründe für den Rückzug aus der Kommunalpolitik seien rein privater Natur, hieß es aus dem Rathaus. "Ich war gerne Oberbürgermeisterin der Automobil- und Robert-Schumann-Stadt und ich bin es immer noch gerne", betonte Findeiß. Aus persönlichen Gründen habe sie sich jedoch entschlossen, dieses Amt niederzulegen. Ihre Amtsperiode hätte bis 2022 gedauert.

Ich werde jetzt 64 Jahre alt und bin über 25 Jahre Bürgermeisterin in Zwickau. Ich möchte jetzt einfach andere Prioritäten in meinem Leben setzen.

Pia Findeiß Oberbürgermeisterin von Zwickau

Ihrem Entschluss seien viele Gespräche vorausgegangen, sagte Findeiß MDR SACHSEN. Gemeinsam mit ihrer Familie habe sie entschieden, im Sommer zurückzutreten. So bleibe jetzt noch genügend Zeit für die Kandidatur neuer Bewerber.

Seit Sommer 2008 auf Chefsessel im Rathaus

Pia Findeiß wurde im Februar 1956 in Zwickau geboren. Die promovierte Sportpädagogin ist seit fast 26 Jahren in der Stadtverwaltung beschäftigt: Nach ihrer Wahl durch den Stadtrat leitete sie von 1994 an zunächst das Dezernat Soziales und Jugend und später den erweiterten Geschäftskreis Soziales und Kultur. Von 2001 an war sie die erste Stellvertreterin des damaligen Oberbürgermeisters Dietmar Vettermann. Im Juni 2008 wurde Findeiß zur Oberbürgermeisterin gewählt. Pia Findeiß ist verheiratet, brachte zwei Kinder zur Welt und hat zwei Enkel.

Die Rathauschefin setzt sich vehement für Demokratie und Weltoffenheit in Zwickau ein. Sie wurde wiederholt aus mutmaßlich rechtsextremen Kreisen bedroht, setzte sich erfolgreich juristisch dagegen zur Wehr. Unlängst erhielt sie für ihr Engagement vom Internationalen Auschwitz-Komitee die sogenannte Statue "B". Die Überlebenden des Holocaust seien Findeiß "dankbar für ihr konsequentes und ermutigendes Engagement gegen den rechten Hass und für die Vielfalt der Demokratie", hieß es zur Begründung.

Quelle: MDR/lam/gf/jr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 20.01.2020 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

Zuletzt aktualisiert: 20. Januar 2020, 17:08 Uhr

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