Drohende Werksschließung Haribo-Beschäftigte erhalten Unterstützung von Wirtschaftsminister Dulig

Verhandlungen Haribo-Werk Willkau-Hasslau
Die Vertreter des Unternehmens wurden am Donnerstag von einem Spalier der Beschäftigten empfangen, die deutlich machten, was die geplante Werksschließung für sie bedeutet. Bildrechte: Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)

Im Zusammenhang mit den Schließungsplänen für das Haribo-Werk in Wilkau-Haßlau hat sich Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig mit den Beschäftigten solidarisiert. Bei einer weiteren geplanten Protestaktion am Sonnabend in Zwickau will er sich auch persönlich beteiligen. Am Donnerstag habe er das Unternehmen bereits telefonisch aufgefordert, gemeinsam nach Alternativen zur Standortschließung zu suchen.

Es zeigt sich erneut, dass der Osten offenbar jahrelang nur die verlängerte und preiswerte Werkbank von Westunternehmen ist und beim kleinsten wirtschaftlichen Gegenwind hier die Segel gestrichen werden, ohne Rücksicht auf Verluste. Das ist verantwortungslos, sozialpolitisch fahrlässig und gesellschaftspolitisch für Unternehmen wie Haribo ein Offenbarungseid.

Martin Dulig Wirtschaftsminister des Freistaats Sachsen

Erste Gespräche zwischen Beschäftigten-Vertretern und Unternehmen

Am Donnerstag hatten sich erstmals Vertreter von Betriebsrat und Gewerkschaft mit der Unternehmensleitung in Wilkau-Haßlau zu Gesprächen getroffen. Laut Gewerkschaftssekretär Thomas Lissner von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) wurde auf Fragen des Betriebsrats von den Arbeitgebern beantwortet. Das Treffen sei aber ohne Ergebnis beendet worden.

Das Gespräch hat bestätigt, was wir schon geahnt haben: Die Entscheidung, den Standort in Wilkau-Haßlau zu schließen, ist rein strategisch. Es hat weder mit der Produktivität hier vor Ort zu tun, noch mit der Arbeitsleistung der Beschäftigten.

Thomas Lissner Gewerkschaftssekretär NGG

Nächster Gesprächstermin Ende November

Vielmehr habe das Unternehmen ausgeführt, Kapazitäten in Deutschland bündeln zu wollen, um Kosten zu senken. In der knapp zweistündigen Sitzung habe man sich auf weitere Termine verständigt, in denen ein Sozialplan für die rund 150 Beschäftigen verhandelt werden soll, hieß es. Der nächste Gesprächstermin solle am 30. November stattfinden.

Protest am Sonnabend in Zwickau geplant

Der Termin am Donnerstag habe die Entschlossenheit der Beschäftigten, für ihr Werk zu kämpfen, noch weiter verstärkt, so Lissner. Man werde nicht zulassen, dass HARIBO aus dem Osten verschwindet. Dafür solle am Sonnabend erneut ein starkes Zeichen gesetzt werden.

Quelle: MDR/bj/sm

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 19.11.2020 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

4 Kommentare

Freiheit vor 6 Tagen

"Haribo-Beschäftigte erhalten Unterstützung von Wirtschaftsminister Dulig"

Oh, was will denn der Heilige Martin jetzt für für die Belegschaft tun? Alimentiert er diese aus eigener Tasche?

Das sind doch alles nur hohle Phrasen.

Armin C. vor 7 Tagen

Was zählt es, wenn sich der sächs. Wirtschaftsminister mit den Beschäftigten solidarisiert? Sehr wahrscheinlich genauso viel wie zuletzt im Fall Neoplan Plauen,
nämlich nichts!!! Auch wenn er da mit Kretschmer höchstpersönlich in der Münchner Zentrale vorstellig wurde, hat das rein gar nichts bewirkt!!!
Hilfloser Aktionismus, weiter nichts! Seht her, ich habe alles versucht....

Matthi vor 7 Tagen

Die Politik sollte sich für den Standort einsetzen aber keine Wirtschaftshilfen anbieten weil, das könnte dazu führen das andere Firmen auf dem Zug aufspringen laut über Standort Schließung nachdenken nur um neue Fördermittel abzufassen. Vielleicht sollten die Ostdeutschen Produkte Boykottieren von Firmen die sich so verhalten.

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