Baustelle
Die Beräumung des Baufeldes gestaltet sich schwieriger als gedacht. Bildrechte: MDR/Gert Friedrich

Verzug und mehr Kosten JVA-Neubau in Zwickau nicht vor 2023 fertig

Der Bau der gemeinsamen Justizvollzugsanstalt von Sachsen und Thüringen in Zwickau verzögert sich erheblich. Sie wird frühestens Ende 2023 in Betrieb gehen, vier Jahre später als ursprünglich geplant. Zudem steigen die Kosten um weitere drei Millionen. Hauptgründe für den Verzug sind die gescheiterte Suche nach einem Generalunternehmer sowie das aufwendige Vorbereiten des Baufeldes.

Baustelle
Die Beräumung des Baufeldes gestaltet sich schwieriger als gedacht. Bildrechte: MDR/Gert Friedrich

Der Bau der gemeinsamen Haftanstalt von Sachsen und Thüringen in Zwickau soll im kommenden Jahr beginnen und bis Ende 2023 abgeschlossen sein. Um eine weitere Verzögerung des Projekts zu vermeiden, werden einzelne Maßnahmen vorgezogen, wie das sächsische Finanzministerium in Dresden am Mittwoch mitteilte. Die Baukommission habe sich einvernehmlich auf das weitere Vorgehen geeinigt, die Neuausschreibung der Bauleistungen werde mit Hochdruck vorbereitet. Die Altlasten am Standort seien beräumt und das Baufeld freigemacht.

Noch mal drei Millionen Euro teurer

Die Errichtung des Gefängnisses mit 820 Plätzen ist im Verzug, da im Ergebnis des auf einen Generalunternehmer ausgerichteten Vergabeverfahrens kein Zuschlag erteilt werden konnte. Nun sollen mehrere Teillose ausgeschrieben werden, was die Teilnahme vor allem kleinerer Mittelständler und regionaler Unternehmen ermögliche. Die Gesamtbaukosten summieren sich nach Ministeriumsangaben inzwischen auf 174 Millionen Euro.

Thüringen prüft Rückzug

Die Justizvollzugsanstalt entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Bahn-Ausbesserungswerks in Zwickau-Marienthal. Sie sollte eigentlich 2019 in Betrieb gehen. Als Gesamtkosten waren 150 Millionen Euro veranschlagt, die sich die beiden Länder teilen. Die Thüringer Regierung hatte kürzlich mitgeteilt, dass sie Alternativen zu dem Projekt prüft - wegen der vermutlich mehrjährigen Verzögerung.

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.10.2018 | ab 18:00 Uhr in den Nachrichten

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Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2018, 19:56 Uhr

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5 Kommentare

25.10.2018 10:33 Michael Möller 5

recht sich jetzt die misse Zahlungsmoral der öffentlichen Hand , das Sie keine Firmen finden können oder ist es die Falsche Annahme was dieses Projekt eigentlich wirklich kosten würde und damit der Steuerzahler nicht einverstanden wäre. alleine wenn man die Kosten erneut erhöhen tut , zeigt mir nur auf das die Beamten bzw. Politiker total unfähig sind oder die Wahrheit vor dem Souverän verstecken, weil der Souverän für diese Projekte die niemand benötigt kein Geld ausgeben würde. den was sehen wir bei diesen Projekten , Schwimmbäder, Fußballplatz oder andere Plätze für Sport oder mit Schachbrett , das sind Straftäter die sollten lieber arbeiten um damit den Schaden den Sie angerichtet haben zu beheben und keinen Luxusknast erhalten, wie es schon viele Journalisten bei Dokus aufgedeckt haben. und noch was die Mehrkosten sollen die Verantwortlichen aus Ihrer Tasche bezahlen und nicht der Steuerzahler. es reicht würde ich sagen wer nicht mit dem auskommt was am Anfang veranschlagt war sol

25.10.2018 08:25 Schkandalös! 4

Ursprünglich geplante Eröffnung war 2017, d.h. jetzt schon 6 Jahre Verzug.
Erste Kostenschätzung lag bei 112 Mio, später dann bei 150 Mio.
Und es ist noch gar nicht lang her, als es hieß, durch den Mehraufwand bei der Baufeldfreimachung würden keine Mehrkosten entstehen.
BER 2.0 oder was?
Immer dieselbe Salamitaktik, um unvertretbar teure Prestigeobjekte durchzusetzen!
Das Ganze gebündelt mit Verzögerungen und Kostensteigerungen.
Private Investoren würden so nie bauen, daran geht man nämlich pleite. Aber hier handelt es sich ja "nur" um Steuergelder.
Fertig wird der Bau, wenn überhaupt, dann etwa 2026 und kostet nicht unter 300 Mio. Durch die Aufteilung in Einzellose wird's ja niemals billiger.
Aber wir haben's ja!
Sollten die Entscheidungsträger die Mehrkosten doch als Schadenersatz zahlen!

25.10.2018 07:28 noch 47 Tage (UNO-Migrationspakt) 3

Nachtrag:
aktuell zu meinem vorherigen Beitrag, berichtet der MDR über King Abode
https://www.mdr.de/sachsen/bautzen/bautzen-hoyerswerda-kamenz/asylverfahren-king-abode-bautzen-100.html

genau solche Leute meinte ich.

25.10.2018 05:56 noch 47 Tage (UNO-Migrationspakt) 2

in dem oben verlinkten Artikel (Zuletzt aktualisiert: 29. März 2018, 20:38 Uhr) "JVA Zeithain bleibt bis 2026 in Betrieb" steht,
"In den zehn sächsischen Gefängnissen sind insgesamt 3.689 Gefangene inhaftiert, davon sind 28 Prozent Ausländer."

Fazit: wenn man Polizeibekannte Mehrfachstraftäter gleich im Vorfeld konsequent in ihre Heimatländer überstellt, ist genug Platz vorhanden und das Geld könnte man für Spielplätze; Kindereinrichtungen, Jugendarbeit und ganz verwegen, zur Altenbetreuung verwenden.

24.10.2018 20:11 noch 48 Tage (UNO-Migrationspakt) 1

eilt ja nicht.

Die laufen nicht weg ;-)

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