Arbeitsmarkt Linke-Politikerin: Viele Leiharbeiter in Sachsen müssen mit Niedriglohn auskommen

Stellenanzeigen hängen am 04.06.2014 in Köln (Nordrhein-Westfalen) im Fenster einer Zeitarbeitsfirma.
Zeitarbeit ist nur für wenige der Einstieg in eine Festanstellung, hat Linke-Politikerin Zimmermann beobachtet. Bildrechte: dpa

In Sachsen sind Leiharbeiter schlechter gestellt als im Bundesdurchschnitt. Nach Angaben der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann aus Zwickau lag das mittlere Einkommen für vollzeitbeschäftigte Leiharbeitskräfte hier im vergangenen Jahr bei gut 1.800 Euro. Bundesweit gelten 2.267 Euro monatlich als Schwelle für das unterste Lohnniveau. In Sachsen verdienten knapp drei Viertel der Leiharbeitskräfte weniger. Auch im Vergleich zu ihren festangestellten Kollegen bekommen Leiharbeiter in Sachsen gut 800 Euro weniger.

Zeitarbeitsjobs in Corona-Krise besonders gefährdet

Sozial- und Arbeitsmarktexpertin Zimmermann kritisierte, obwohl in Sachsen der Niedriglohnanteil insgesamt schon deutlich höher als im Bundesschnitt ist, seien die Entlohnungsbedingungen hier noch einmal deutlich schlechter. In Krisen seien Leiharbeitskräfte die Ersten, die gehen müssten. Das zeige sich auch in der Corona-Pandemie.

Leiharbeit bedeute meist dauerhaften Niedriglohn und Beschäftigter zweiter Klasse zu sein. Als "Sprungbrett in ein normales Arbeitsverhältnis" funktioniere Leiharbeit nur für wenige, so Zimmermann.

Quelle: MDR/dpa/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 27.09.2020 | 16:00 Uhr in den Nachrichten

4 Kommentare

Dresdner62 vor 3 Wochen

"Nach Angaben der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann aus Zwickau lag das mittlere Einkommen für vollzeitbeschäftigte Leiharbeitskräfte hier im vergangenen Jahr bei gut 1.800 Euro."
Ist die Behauptung statistisch belegt?
Oder kann jeder beim mdr anklingeln und seine Behauptungen auf Gebührenzahlerkosten verbreiten lassen?

musar vor 3 Wochen

Es gibt Betriebe in Sachsen Anhalt, da verdient ei Leiharbeiter mehr als ein Festangestelter.
Leider wird die Leiharbeit hier in Deutschland zu sehr schlecht geredet, weil es sehr viele schwarze Schafe in dieser Brance gibt. Bei seriöse Firmen, geht es den Leuten richtig gut.

Fraenzken vor 3 Wochen

Moin,

Hartz 4, bzw die Alg 2-Regelungen zwingen die Leute dazu solche Jobs anzunehmen.

Es gibt leider auch Menschen, die keinen Berufsabschluss haben.

Zugegeben, die Situation für Leiharbeiter hat sich wegen der guten Konjunktur zuletzt etwas verbessert.

Ich halte es für eine gesellschaftliche Aufgabe, dass auch Geringqualifizierte ein Einkommen erwirtschaften können, mit dem man, ohne aufstocken zu müssen, anständig leben kann.

Einige Branchen, nicht nur die Zeitarbeit, spekulieren darauf, dass ein zu geringer Lohn eh aufgestockt wird.

Es ist völlig egal, ob der Billigjobber 3€, 5€, oder 8€ Brutto die Stunde bekommt.

Das, was fehlt wird aufgestockt.

Es kann doch nicht sein dass der Steuerzahler, also wir alle, die Margen der Arbeitgeber zahlen, die schlecht zahlen.

Diese Arbeitgeber schaffen sich einen Wettbewerbsvorteil auf Kosten der Allgemeinheit.

Vom späteren Rentendebakel, wegen der geringen Beiträge, fange ich jetzt nicht an.

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