06.09.2019 | 16:48 Uhr Daniel beobachtet Rettungshubschrauber bei Wind und Wetter in Zwickau

Daniel Geyer und seine Mutter Kerstin Geyer vor einem Luftrettungshubschrauber
Daniel Geyer und seine Mutter Kerstin Geyer Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eine Bank vor einer großen Klinik in Zwickau - das ist seit elf Jahren der Platz von Daniel Geyer und seiner Mutter Kerstin Geyer. Bei Wind und Wetter sitzen sie jeden Tag des Jahres etwa drei Stunden hier und warten auf die Rettungshubschrauber.

Mit zehn Jahren erkankt Daniel an einer seltenen Stoffwechselerkrankung, die Gehirn, Rückenmark und Nebennieren schädigt. Die Ärzte schätzten seine Überlebensdauer auf vier Jahre. Heute ist Daniel 30 Jahre alt und sein Herz schlägt für Rettungshubschrauber. "Es ein schönes Gefühl", sagt Daniel Geyer über die Momente, in denen er die Hubschrauber sieht.

Ausgerüstet mit Uniform und Alarmpager

"Am Anfang waren wir seltener da, bis der Daniel mal so einen Piloten näher kennengelernt hat. Der meinte, wir kriegen hier 'nen neuen Hubschrauber", erzählt Kerstin Geyer. "Daniel wollte dann jeden Tag gucken, ob der neue Hubschrauber da ist. Allerdings hat das bald vier Monate gedauert. Und dann war das in Daniels Tagesplan einfach so drin."

Ein Hubschrauber im Landeanflug kurz vor dem Aufsetzen.
Bildrechte: Monika Werner

Inzwischen gehören die Beiden fest zum Rettungsteam dazu. Selbst die passende Uniform hat Daniel geschenkt bekommen. Außerdem ist er mit einem Alarmpager ausgerüstet. "Wenn wir eingesetzt werden, werden wir über diesen Pager alarmiert", sagt Stationsleiter Mario Hartmann. Auch Daniel bekommt dann das Signal, allerdings ohne die Einsatzdaten. "Daniel steht auch bei Regenwetter hier", so Hartmann. "Dann wartet er drin in der Klinik und wenn der Einsatz kommt, kommt er wirklich bei jedem Wetter dank dieses Pagers raus und schaut dann beim Starten zu."

Auch sein Zimmer hat Daniel passend gestaltet. "Hubschrauber, Rettungswagen, Notarztautos, Polizei, Feuerwehr, THW und eigentlich alles, was mit Rettung zu tun hat", sagt seine Mutter über die große Sammlung. Über 30 Hubschraubermodelle und rund 100 Polizeiautos besitzt Daniel. "Die Notarztautos habe ich nicht mehr gezählt", so Kerstin Geyer.

Urlaubsplanung im Zeichen der Hubschrauber

Das ganze Familienleben haben die Geyers auf Daniels Leidenschaft ausgerichtet. Selbst ihren Urlaub. "Seit einigen Jahren planen wir unsere Urlaubsfahrten so, dass wir gucken, wo irgendwelche Rettungshubschrauber stationiert sind", erzählt Kerstin Geyer. "Verrückt ist es schon, aber liebenswert verrückt, sag ich mal."

Quelle: MDR/al/mdc

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 07.09.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. September 2019, 16:48 Uhr

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