Der Angeklagte (r) steht zum Prozessbeginn um den Mord an einem Rentner in Wittenburg im Landgericht neben seinem Anwalt Matthias Macht.
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24.05.2019 | 13:22 Uhr Lebenslange Haft nach Mord an schlafendem Rentner

Der Angeklagte (r) steht zum Prozessbeginn um den Mord an einem Rentner in Wittenburg im Landgericht neben seinem Anwalt Matthias Macht.
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Im Prozess um den Mord an einem schlafenden Rentner im mecklenburgischen Wittenburg hat das Landgericht Schwerin den Angeklagten zu lebenslanger Haft verurteilt. Es handelt sich um einen Asylbewerber, der in Zwickau gemeldet ist. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Afghane den 85-Jährigen im November 2018 heimtückisch ermordet hat. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer lebenslange Haft wegen Mordes gefordert, die Verteidigung hatte keine konkrete Strafmaßforderung genannt. Das genaue Motiv ist auch nach dem Prozess weiter unklar. Der Angeklagte schwieg während der gesamten Verhandlung. Er hatte während der Untersuchungshaft die Tat gegenüber einem psychiatrischen Gutachter eingeräumt. Unklar blieb das genaue Alter des Angeklagten, ein Gutachter ging aber davon aus, dass er mindestens 21 Jahre alt ist. Deshalb wurde er nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt.

Pfleger beobachtet Tat am Babyphone

Eine Grableuchte steht neben einer Polizeiabsperrung am Eingang zu einem Haus in Wittenburg. Hier ist ein 85 Jahre alter Mann mit einem Messer getötet worden.
In diesem Haus in Mecklenburg-Vorpommern geschah die Tat. Bildrechte: dpa

Der Verurteilte war im August 2018 von der Tochter des 85 Jahre alten Opfers für eine Woche mit der Pflege des Rentners betraut worden. Die Tochter war damals im Raum Zwickau für die Flüchtlingshilfe tätig. Dort lernte sie den Afghanen kennen. Für einige Monate hatten die beiden eine Liebesbeziehung. Schließlich sollte der junge Mann am Haus ihres Vaters Hilfsarbeiten ausführen. Mitte November habe er dann dem Gericht zufolge dem 85-Jährigen im Schlaf den Hals durchgeschnitten. Der Rentner verblutete.

Die Tat wurde von einem zweiten Pfleger des Witwers beobachtet, der seit drei Wochen mit im Haus lebte. Er sah die Tat in seinem Zimmer über ein Babyphone mit Videokamera und Bildschirm. Der Täter floh, wurde aber am folgenden Tag auf einer Autobahnauffahrt in Schleswig-Holstein aufgegriffen.

Asylantrag abgelehnt, aber geduldet

Der mutmaßliche Täter reiste nach Angaben der Staatsanwaltschaft 2015 als angeblich unbegleiteter Jugendlicher nach Deutschland ein. Sein Asylantrag wurde abgelehnt. Er hatte jedoch eine sogenannte Duldung, die ihm bis Januar 2019 den Aufenthalt in Deutschland erlaubte.

Quelle: MDR/cnj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.05.2019 | in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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