Senior in Mecklenburg-Vorpommern getötet Asylbewerber aus Zwickau unter Mordverdacht

Ein 85 Jahre alter Mann ist in seinem Einfamilienhaus in Wittenburg - vermutlich im Schlaf - getötet worden. Ihm wurde nach bisherigen Erkenntnissen mit einem Messer die Kehle durchgeschnitten. Dringend tatverdächtig ist ein 20 Jahre alter Asylbewerber, der in Zwickau gemeldet ist.

Eine Grableuchte steht neben einer Polizeiabsperrung am Eingang zu einem Haus in Wittenburg. Hier ist ein 85 Jahre alter Mann mit einem Messer getötet worden.
Eine Grableuchte steht neben einer Polizeiabsperrung am Eingang zu dem Haus in Wittenburg, in dem 85-Jährige getötet worden ist. Bildrechte: dpa

Zwei Tage nach dem gewaltsamen Tod eines Rentners in Mecklenburg-Vorpommern hat eine Obduktion die Todesursache bestätigt. Der 85-Jährige aus Wittenburg starb an einer tiefen Halsschnittwunde, wie Oberstaatsanwältin Claudia Lange am Montag in Schwerin sagte. Die Tatwaffe - ein größeres Messer oder ein anderer scharfer Gegenstand - sei noch nicht gefunden worden. Der Tatverdächtige, ein 20-jähriger Afghane, habe sich bisher nicht zum Tatvorwurf geäußert. Das Motiv sei unklar.

Opfer und Täter miteinander bekannt

Der abgelehnte Asylbewerber aus Sachsen, der eine Duldung bis Ende Januar hat, sitzt in der Jugendanstalt Neustrelitz in Untersuchungshaft. Er war wenige Stunden nach der Tat festgenommen worden. Der junge Mann war nach bisherigem Ermittlungsstand mit dem Opfer bekannt. Er war im August dieses Jahres von der Tochter des 85-Jährigen, die im Raum Zwickau für die Flüchtlingshilfe tätig ist, für eine Woche mit der Pflege des Rentners betraut worden. Derzeit sollte er Hilfsarbeiten am Haus des Opfers ausführen. Gegen den Afghanen wurde Haftbefehl wegen heimtückischen Mordes erlassen. Er war laut Staatsanwaltschaft am Vorabend der Tat dort eingetroffen.

NPD und AfD rufen zu Mahnwachen auf - Bürgermeisterin warnt

In der Kleinstadt Wittenburg ist die Trauer groß. SPD-Bürgermeisterin Margret Seemann warnte allerdings davor, den Vorfall für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Als Beispiel führte sie mehrere Aufrufe zu Mahnwachen via Internet seitens der rechtsextremen NPD und der AfD an. "Ich hoffe, dass sich die Bürger gegen solche Versuche zur Wehr setzen", sagte die SPD-Politikerin. Die AfD-Landtagsfraktion forderte, der Innenausschuss solle sich mit den Fall beschäftigen. Der Fall sei brisant, sagte der Fraktionsvorsitzende Nikolaus Kramer.

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 19.11.2018 | ab 14:00 Uhr in den Nachrichten

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Zuletzt aktualisiert: 19. November 2018, 17:58 Uhr

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