Hubertus Heil informieren sich im Volkswagenwerk Zwickau an einem Stand über die Programmierung von Fahrzeugrobotern.
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Elektromobilität SPD-Spitze besucht VW-Werk Zwickau

Der Volkswagenkonzern treibt seine Elektro-Offensive in Zwickau kräftig voran. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und SPD-Vorsitzende Andrea Nahles honorieren diese Pionierarbeit mit einem Besuch. Die größte Herausforderung ist die Qualifizierung der 7.700 Mitarbeiter, die bis Jahresende fit sein müssen in Sachen Elektromobilität.

Hubertus Heil informieren sich im Volkswagenwerk Zwickau an einem Stand über die Programmierung von Fahrzeugrobotern.
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Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles haben am Mittwoch das VW-Werk in Zwickau besucht. Beide machten sich vor Ort ein Bild vom laufenden Umbauprozess des Werkes zur ersten Elektroauto-Fabrik des Konzerns. Nahles sagte, es sei ein Pilotprojekt für das ganze Land und die gesamte Industrie.

Partnerschaft von Industrie und Politik

Unternehmen hätten die Aufgabe zu investieren, sagte Arbeitsminister Heil. In Zwickau passiere dies mit Milliardeninvestitionen., um einen Strukturwandel durch Elektromobilität zu schaffen. Die Politik habe die Aufgabe, das zu unterstützen.

Hubertus Heil
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Wir können und müssen das flankieren, beispielsweise wenn es um Qualifizierung geht. Das ist das was ich will, dass wir Arbeitslosigkeit in diesem Strukturwandel verhindern, bevor sie entsteht.

Hubertus Heil Bundesarbeitsminister

Fast 8.000 Mitarbeiter werden umgeschult

Lars Kaiser (l) und Roy Ullrich, Anlagenfahrer im Karosseriebau von Volkswagen Sachsen in Zwickau, stehen im zukünftigen Karosseriebau für das neue Elektrofahrzeug ID von Volkswagen.
Aus "Brumm" wird "Summ" - fast 8.000 Mitarbeiter werden in Zwickau auf die Produktion von Elektroautos umgeschult. Bildrechte: dpa

Neben der technischen Umrüstung der Produktionslinien müssen laut VW-Personalvorstand Gunnar Kilian parallel rund 7.700 Mitarbeiter weitergebildet werden. Bis Jahresende sind demnach insgesamt 13.000 Trainingstage geplant, in denen die Beschäftigten je nach Aufgabenbereich unterschiedlich intensiv geschult werden. Die individuelle Dauer der Fortbildungen reiche von wenigen Stunden bis hin zu mehreren Wochen.

Um die Beschäftigten für die künftigen Aufgaben zu qualifizieren, brauche es eine Partnerschaft von Industrie und Politik, erklärte Heil. Der Autobauer, aber auch mittelständische Zulieferer, erhalten demnach Fördergelder für die Weiterbildung von Mitarbeitern in Sachen Elektromobilität.

Volkswagen will in Zwickau mit dem "ID" ab November 2019 das erste vollelektrische Serienauto fertigen. Ab 2021 sollen in Zwickau sechs Modelle der Marken VW, Audi und Seat vom Band laufen. Der Umbau hat zur Jahresmitte 2018 begonnen und erfolgt bei laufendem Betrieb. Im Sommer dieses Jahres soll die erste von zwei Montagelinien eingerichtet werden.

VW: Mehr Autos mit weniger Mitarbeitern

Der Automatisierungsgrad in der neuen Autofabrik soll sich verdreifachen. In der Montage fallen nach Angaben von Konzernbetriebsrat Bernd Osterloh ein Drittel der Mitarbeiter weg. Um die Zahl der Beschäftigten dennoch zu halten, wolle VW mehr Autos bauen. Statt wie bisher 1.350 Fahrzeuge sollen ab 2021 jeden Tag 1.500 Autos in Zwickau vom Band rollen. Osterloh zufolge gilt für den Standort bis 2025 eine Beschäftigungsgarantie.

Quelle: MDR/ms/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 23.01.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2019, 19:51 Uhr

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