Auf einem Kaminsims in einem Schloss stehen eine große goldene Uhr und zwei Engel.
Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer

Glauchau Restaurierte Schätze im Schloss Waldenburg

Das Waldenburger Schloss ist noch ein Geheimtipp unter den sächsischen Burgen und Schlössern. Dabei muss es sich nicht verstecken. Es beherbergt Schätze, die es nicht einmal im Pariser Louvre zu sehen gibt.

Auf einem Kaminsims in einem Schloss stehen eine große goldene Uhr und zwei Engel.
Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer

Das Schloss Waldenburg bei Glauchau ist seit Dienstag um einige Attraktionen reicher. Der Landkreis Zwickau als "Schlossherr" hat im vergangenen dreiviertel Jahr mehrere Objekte aus dem Schloss restaurieren lassen. Dazu gehören neben einer Anrichte und einem Konsoltisch vom Anfang des 20. Jahrhunderts auch zwei wertvolle Uhren aus dem 18. Jahrhundert. Die größere der beiden mit einer Höhe von 1,30 Metern und einem Gewicht von etwa 200 Kilogramm überlebte die Wirren der Zeit dank ihres Gewichtes unter einer dicken Schmutzschicht.

Das Geheimnis der Uhr

Ein Mann sitzt vor einem Kamin in einem Schloss und zeigt zwei große Standuhren.
Der Restaurator mit seinem Prunkstück. Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer

Restaurator Thomas Heinicke, der mit der Restaurierung der Stücke beauftragt war, entdeckte bei der Arbeit ein wohlgehütetes Geheimnis. "Das Spannende war, dass das Spielwerk entdeckt worden ist. Niemand wusste, dass es noch vorhanden ist und auch wieder aktiviert werden konnte. Man kann sich richtig vorstellen, wenn das Spielwerk dann läuft, wie die Gesellschaft zu dieser Musik hüpfend ihre Tänze absolviert hat.“
Auch sonst hat die feuervergoldete Uhr, die um 1810 in Paris gefertigt wurde, einige Besonderheiten. Die Zeit kann man auf einer ringförmigen Anzeige ablesen und das Gehäuse zeigt Symbole aus Literatur, Technik und Wissenschaft.

Ich habe selbst im Pariser Louvre keine vergleichbare Uhr gesehen. Und dort gibt es bekanntlich eine sehr umfangreiche Sammlung solcher Stücke.

Thomas Heinicke Restaurator

Wie dieses Meisterwerk in den Besitz von Otto Victor II. von Schönburg, dem letzten Schlossherren von Waldenburg, kam, ist nicht bekannt. Heinicke vermutet, dass er die Uhr in Frankreich gekauft hat, als derartige Uhren bereits aus der Mode gekommen waren. „Es ist zu vermuten, aus irgendeinem Schloss rund um Paris von Napoleon vielleicht oder aus der Familie heraus, aber zumindest aus höfischem Besitz. Denn so ein Stück ist auch damals schon unbezahlbar gewesen. Vor allem durch die Feuervergoldung." Er habe schon sehr viele Uhren gesehen. Aber keine dieser Uhren habe eine solche Größe gehabt.
Besichtigen kann man die frisch restaurierten Uhren ab jetzt im Rahmen einer Führung durch das Schloss Waldenburg täglich außer Montags.

Auf einem Kaminsims in einem Schloss stehen eine große goldene Uhr, davor eine große goldene Figur.
Die Uhr überlebte die Wirren der Zeit unter einer dicken Schmutzschicht. Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer

Quelle: MDR/tfr/ms

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 06.11.2018 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Chemnitz

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Zuletzt aktualisiert: 06. November 2018, 19:52 Uhr

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