Unterstützung vom Land Sachsen gibt 900.000 Euro für Sachsenring-Umbau frei

Voriges Jahr hat sich Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer als Motorsportfan geoutet und für der Erhalt des MotoGP auf dem Sachsenring stark gemacht. Nun fließt Geld vom Freistaat für den notwendigen Umbau. Im Juli muss alles geschafft sein.

Marc Marquez und Valentino Rossi beim MotoGP auf dem Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal.
Tausende Fans aus dem In- und Ausland lockt der MotoGP alljährlich ins beschauliche Zwickauer Land. Bildrechte: dpa

Das Land Sachsen hat 900.000 Euro für Umbaumaßnahmen der Rennstrecke am Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal freigegeben. Wie das Finanzministerium mitteilte, soll das Geld unter anderem in ein digitales Streckenüberwachungssystem sowie den Ausbau der Auslaufzonen fließen. Auch das Verkehrssicherheitszentrum profitiere von der Zuweisung, hieß es.

Umbau muss im Juli fertig sein

Die Arbeiten sind eine Voraussetzung dafür, dass der Motorrad Grand Prix vom 5. bis 7. Juli auf dem Sachsenring stattfinden kann. Das Ministerium verwies darauf, dass die Modernisierung sowie der Ausbau sicherheitsrelevanter Elemente - gemeint ist das digitale Streckenüberwachungssystem und die asphaltierte Auslaufzone - rechtzeitig vor Austragung des MotoGP abgeschlossen sein sollen. Die Umbauarbeiten gehen jetzt in die Ausschreibungen. Schwierig ist, die Bauarbeiten so zu organisieren, dass der Normalbetrieb der Rennstrecke nicht beeinträchtigt wird.

Auflage Nr. 1 war zum Beispiel, dass bestimmte Randstreifen an der Rennstrecke, die jetzt noch ein Wiesenstreifen sind, aus Sicherheitsgründen asphaltiert werden müssen. Das ist schon eine Menge Heu, was da zusammenkommt. Und weiterhin müssen wir auch das Pressezentrum, das Race-Control usw. umbauen. Das bedeutet, neue Monitore müssen rein, HD-Kameras werden eingebaut. Allein im Pressezentrum sind es knapp 100 Monitore, die ausgetauscht werden müssen.

Ruben Zeltner Chef Fahrsicherheitszentrum Sachsenring

Der MotoGP auf dem Sachsenring stand schon mehrfach vor dem Aus. Mitte Juli 2018 hatten sich aber Rechte-Inhaber Dorna, der ADAC und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer geschlossen hinter die Traditionsveranstaltung gestellt. Der Regierungschef war selbst zur Rennstrecke geeilt und hatte die Unterstützung des Freistaates zugesagt.

Sachsenring in Wirtschaftsfaktor

Der Sachsenring ist seit 1998 Austragungsort einer der größten Sportveranstaltungen in Deutschland. Vergangenes Jahr sahen gut 193.000 Fans die Rennen in der Moto3, Moto2 und MotoGP. Die Rennstrecke und der Campingplatz auf dem Ankerberg genießen Kultstatus in der Motorsportszene. Und auch Spitzenpiloten schwärmen regelmäßig von der Traditionsstrecke.

Ich hab mich natürlich gefreut, dass der Freistaat den Sachsenring unterstützt. Wir sind hier eine rennsportverrückte Region. Die, die hier großgeworden sind und hier leben, kennen das gar nicht anders. Und man sieht es ja immer an den Zuschauerzahlen und wer da aus aller Welt kommt, das ist also eine feste Institution hier bei uns in der Region.

Thomas Hetzel Bürgermeister Oberlungwitz

Die einst von Steinkohlenbergbau und Textilindustrie geprägte Region um Hohenstein-Ernstthal profitiert heute von den internationalen Rennen. Laut einer Studie, die der Zweckverband "Am Sachsenring" in Auftrag gegeben hatte, geben Besucher bis knapp 20 Millionen Euro pro Jahr rund um die Rennen in der Region aus.

Zugleich beklagen Anwohner aber auch Lärm und teilweise Verkehrschaos rund um die Veranstaltungen.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - das Sachsenradio | 21.02.2019 | 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2019, 17:25 Uhr

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7 Kommentare

22.02.2019 11:39 K. Mäge 7

Ich lese hier nur Hasskommentare gegen den Motorradsport, dabei werden doch jedes Jahr Millionen von Euro bei anderen Objekten in den Sand gesetzt und keinen stört es. 200000 Besucher pro Jahr sind der beste Beweis dafür das diese Veranstaltung erhalten werden muss. Das Sportveranstaltungen niemals ohne zusätzliches Geld auskommen sollte von jedem klar denkenden Menschen verstanden werden. Ausserdem nimmt das Land bei Veranstaltungen dieser Art auch sehr viel Steuern ein,das sollte nicht vergessen werden!

22.02.2019 06:24 Gerhard 6

Es sollte nun die Frage gestellt werden , was der ADAC an Finanzen zum Umbau dazu gibt !!!!! Als Hauptnutzer der Rennstrecke ( Sicherheitstraining usw usw usw ) nimmt der ADAC auch Gelder ein ! Na da bauen wir von Steuergeldern die Auflagen zur Rennstrecke und kassieren wird der ADAC . Somit hat der ( ADAC ) keine Ausgaben und wird finanziert dafür das er Gewinn macht !!! Es ist eine Schande .

22.02.2019 05:38 Bruderanselm 5

Guten Morgen war letztes Jahr zur MGP am Sachsenring war bitter enttäuscht von der
Veranstaltung . Ausser Teuer schlechte Tribünen und kein Überblick des Renngeschens
War der Gesamteindruck .Nicht empfehlenswert möchte ich sagen werde als Motorsportfan dem Sachsenring fern bleiben .

21.02.2019 16:41 pinfighter 4

Ich bis selbst Motorradrenntraining gefahren,dass ist auch alles legitim,doch der gefrässigen Dorna-Raupe jedes Jahr wieder auf den Leim zu gehen ist naiv. Geld aus Landeslassen für diese Selbstdarsteller ist ein Witz. Warscheinlich Wahlkampfgedöse.

21.02.2019 16:12 Schappio5 3

Stehen wieder Wahlen an?
Das Geld hätte man sinnvoller verwenden können!

21.02.2019 13:36 Ulrich Ingenlath 2

Obgleich selber Motorradfahrer, halte ich das politische und haushalterische Agieren der Regierung Kretschmer für zunehmend unseriös und die Zukunft des Freistaates Sachsen gefährdend.
Die landespolitischen Defizite und Skandale des letzen viertel Jahrhunderts im Freistaat Sachsen sollen nun innerhalb von gut 18 Monaten durch Mrd-schwere Mehrausgaben `gedeckelt´ werden, damit am 01. September 2019 wieder brav die Sächsische Union gewählt wird.
Auch wenn IKEA-Tisch Soirees, Stuhlkreise und Couchgespräche ein Aufbruch Sachsens zu mehr Demokratie und Pluralismus suggerieren sollen, agiert das Gespann Kretschmer- Dulig äußerst autoritär und machtversessen und stärkt damit nur rechtsnationale Sächs. Tendenzen.
Überall müssen scheinbareTraditionen und Sächsische Lebenslügen mit viel öffentlichen Mitteln aufrechterhalten werden, damit die Kommunal- und Landtagswahlen nicht zum Sächsischen Desaster werden.
Viel Aktionismus - wenige Ideen.

21.02.2019 12:50 Alf 1

Und jährlich grüßt das Murmeltier... Wieder mal wird 'ne knappe Million in den Sand - äh Kies - gesetzt. Und das "Tollste" ist, dass auch das VSZ davon profitiert. Bedeutet am Ende doch nur noch mehr Lärmbelästigung für die Anwohner, (und nicht nur die), weil paar Möchte-Gern-Rennfahrer sich da austoben dürfen. Was bringen denn die ständigen Subventionen für die Region? Dass die Besucher angeblich 20 Mio. jedes Jahr ausgeben, bedeutet noch gar nichts! Jahrelang wurden doch Verluste geschrieben (SRM), wenn das Ganze so lukrativ für die Region wäre, wie immer getan wird, sähe hier manches besser aus.

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