Thomas Nordheim
Bildrechte: MDR/Nora Kilényi

Mehrkosten von rund 100.000 Euro Lichtenstein entlastet Bürger von belastetem Schotter

Rund 14 Millionen Tonnen des sogenannten Crossener Schotters, leicht strahlendem Abraum von der dortigen Wismuthalde, wurde in der DDR im Straßenbau verwendet. Lichtenstein entlastet die Betroffenen jetzt finanziell.

Thomas Nordheim
Bildrechte: MDR/Nora Kilényi

Die Stadt Lichtenstein wird die Anwohner der mit sogenanntem Crossener Schotter belasteten Rödlitzer Straße finanziell entlasten. Auf der Stadtratssitzung am Montag wurde beschlossen, die Kosten für die Entsorgung des leicht strahlenden Materials nicht auf die Bewohner umzulegen. Die Stadt wird die notwendige Summe von 94.000 Euro aus dem eigenen Haushalt begleichen. Lichtensteins Bürgermeister Thomas Nordheim war im Vorfeld der Sitzung bereits zuversichtlich, dass die Vorlage angenommen wird. "Ich sehe da kein Problem. Ich wüsste gar nicht, wer von den Stadträten dagegen sein soll. Es wird 100 Prozent Zustimmung geben."

Die Straße soll auf einer Länge von 200 Metern grundhaft ausgebaut werden. Die Anreiner müssen über die Straßenausbaubeitragssatzung anteilig die Kosten für das Bauvorhaben tragen. Die Mehrkosten für Entsorgung des kontaminierten Schotters werden durch den Stadtratsbeschluss aus diesen Beiträgen herausgerechnet. Die Verwendung des Crossener Schotters als Unterbau für die Rödlitzer Straße ist durch ein Baugutachten 2017 ans Licht gekommen.

Ein riesgengroßer Greifarm umfasst die Stahlträgerkonstuktion einer Brücke, um sie auseinander zu reißen. Auf der linken Seite hat der Greifarm die Verbindung bereits gekappt und die Stahlträgerbrücke nach unten auf den Boden gedrückt.
Die Anlagen in Crossen sind demontiert. Bildrechte: MDR/Mario Unger

Crossener Schotter In Crossen bei Zwickau wurde durch die WISMUT Urankonzentrat für die Sowjetunion produziert. Das Restmaterial wurde auf der Halde Crossen verkippt. Bis 1990 wurden schätzungsweise 14 Millionen Tonnen dieses leicht strahlenden Materials von der Halde für Straßenunterbauten, aber auch beim Bau von Anlagen und Häusern eingesetzt. Genaue Dokumentantionen über den Einsatz existieren nicht. Betroffen sind Orte in einem Gebiet zwischen Chemnitz im Osten und Gera im Westen. Werden bei Sanierungsarbeiten solche Materialien entdeckt, müssen sie aufwendig entsorgt werden.

Bürgerinitiative forderte Klarheit

Bereits im vergangenen August gründeten die betroffenen Bewohner unter dem Namen "Straße im Aufbruch" eine Bürgerinitiative. Sie forderten mehr Transparenz im Umgang mit den Informationen zur Gesundheitsgefährdung des Crossener Schotters. Gleichzeitig wehrten sie sich gegen die ursprünglichen Pläne, die Anwohner auch an den Entsorgungskosten des kontaminierten Schotters zu beteiligen.

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 28.01.2019 | 12:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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Zuletzt aktualisiert: 29. Januar 2019, 16:05 Uhr

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