05.10.2019 | 17:53 Uhr Zwickauer startet Spendenaufruf für neuen Gedenkbaum

Nachdem Unbekannte in Zwickau den Gedenkbaum für NSU-Mordopfer Enver Şimşek umgesägt haben, ist ein Spendenaufruf gestartet worden. Er wolle mit der Kampagne ein Zeichen setzen, heißt es in dem Aufruf eines Zwickauers. "Gegen den NSU. Gegen seine Anhänger. Für mehr Demokratie und Toleranz. Für das Erinnern an Enver Simsek. Für mehr Bäume. Für ein vereintes Deutschland. Gegen Hass und für die Liebe."

Als Spendenziel sind 4.000 Euro angegeben. Am Samstagabend waren bislang 290 Euro eingegangen. Mit dem gesammelten Geld sollen mindestens zwei Bäume gepflanzt werden. "Oder mehr", so der Initiator der Kampagne. Das Geld soll der Stadt Zwickau übergeben werden, die damit neue Bäume setzen soll.

Passanten gehen im Schwanenteichpark an einem Gedenkort für Enver Simsek vorbei.
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OB Findeiß entsetzt

Oberbürgermeisterin Pia Findeiß hatte sich über die Tat tief bestürzt gezeigt. "Das Absägen des Baumes zeugt von Intoleranz, mangelndem Demokratieverständnis und von Verachtung gegenüber Terroropfern und deren Angehörigen! Es zeigt auch, dass manche leider nicht begriffen haben, welch menschenverachtenden Taten die Terroristen des NSU begangen haben." Die Stadt kündigte an, Anzeige zu erstatten. Wie der Baum ersetzt werden kann, soll in den nächsten Tagen in der Stadtverwaltung beraten werden.

Baum stand keine vier Wochen

Der Baum war erst am 8. September gepflanzt worden. Er sollte an das erste NSU-Mordopfer Enver Şimşek erinnern. Geplant war, neun weitere Bäume zu pflanzen, um der insgesamt zehn Opfer der rechtsterroristischen Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund zu gedenken. Die Mitglieder Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe hatten jahrelang unerkannt in Zwickau gelebt.

Quelle: MDR/jr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 04.10.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2019, 17:53 Uhr

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