Spitzengeschwindigkeiten bis 130 km/h "Eberhard" löst "Dragi" ab - neue Sturmwarnung für Sachsen

Sturmtief "Dragi" ist am Sonnabend auch über Sachsen hinweggeweht. Umgeworfene Bäume sorgten für Einschränkungen im Straßen- und Bahnverkehr. Zum Durchatmen ist nur wenig Zeit: Es gibt eine amtliche Unwetterwarnung. Das Zweitligaspiel Fürth gegen Dynamo Dresden wurde abgesagt.

Ein umgestürzter Baum versperrt einem Auto den Weg.
Auf der Straße zwischen Geyersdorf und Mildenau im Erzgebirge stürzte eine riesige Fichte auf die Straße. Bildrechte: Bernd März

Sturmtief "Dragi" hat am Sonnabend in Sachsen für zahlreiche Behinderungen gesorgt. Im Zwickauer Land und Vogtlandkreis warf der Sturm Bäume, Schilder und Telefonmasten um. Das teilte die Polizei am Sonntagmorgen mit. Bäume und Äste, die in Stromleitungen gefallen waren, führten zu Stromausfällen in Adorf, Bad Elster und Elsterberg.

Zeitweilig kam der Zugverkehr auf der Strecke Leipzig - Hof zum Erliegen. Grund dafür war ein Baum, der bei Crimmitschau in die Oberleitung der Bahn gestürzt war. In Zwickau fegte der Sturm eine Photovoltaikanlage vom Dach. Auch im Raum Chemnitz und im Erzgebirgskreis gab es Schäden. Wie die Leitstelle der Feuerwehr auf Anfrage von MDR SACHSEN mitteilte, behinderten vor allem umgestürzte Bäume die Autofahrer. 82 Mal rückte die Feuerwehr aus, um die Straßen zu beräumen.

Unwetterwarnung herausgegeben

Unterdessen hat der Deutsche Wetterdienst eine Untwetterwarnung vor orkanartigen Böen in Sachsen herausgegeben. Sie gilt für alle Landesteile bis 22 beziehungsweise 0 Uhr. Erwartet werden orkanartigen Böen der Stufe 3 und 4. Der Sturm zieht aus Westen heran.

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Keine Warnungen Vorabinformation Unwetter Wetterwarnungen (Stufe 1) Warnungen vor markantem Wetter (Stufe 2) Unwetterwarnungen (Stufe 3) Warnungen vor extremem Unwetter (Stufe 4) Hitzewarnung UV-Warnung

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) informiert laufend über die Warnsituation in Deutschland. Regionale Warnungen werden sehr kurzfristig herausgegeben, um möglichst genau sein zu können. Wenn Sie einen Punkt auf der Karte auswählen, werden Ihnen die entsprechenden Warnungen angezeigt.

Metereologe: Sturmtief "Eberhard" erinnert an "Friederike"

Auf dem Fichtelberg seien Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometer pro Stunde möglich, sagte DWD-Meteorologe Thomas Hain in Leipzig. Oberhalb von 600 Metern können diese bis zu 120 Stundenkilometer erreichen. "Eberhard" erinnere an das Sturmtief "Friederike", das im Januar 2018 in der Region schwere Schäden angerichtet hatte, so Hain weiter. Das Tief sei etwa gleich stark, habe eine ähnliche Ausdehnung und Zugbahn. Es könne gefährlich werden. "Eberhard" werde flächendeckend Sachsen, Thüringen sowie das südliche Sachsen-Anhalt treffen.

Länderbahn trifft Sicherheitsvorkehrungen

Der Betreiber der Länderbahn kündigte Sicherheitsvorkehrungen an. Die Lokführer seien angewiesen worden, langsamer zu fahren, heißt es in einer Mitteilung. Die Länderbahn schloss nicht aus, den Vekehr einzustellen. Die Einschränkungen betreffen die Netze von Vogtlandbahn, Trilex, Waldbahn und Alex-Süd.

Die Einsatzstellen der Länderbahn sind in Kontakt mit dem Infrastrukturbetreiber DB Netz sowie dem Wetterdienst und bereiten sich auf die erneute Ausnahmesituation vor. Es kann im Laufe des Sonntag bis Montagfrüh zu Einschränkungen kommen.

Jörg Puchmüller Pressesprecher der Länderbahn

Zweitligaspiel Fürth gegen Dynamo Dresden abgesagt

Der erwartete Sturm hat auch Auswirkungen auf das Zweitliga-Spiel Greuter Fürth gegen Dynamo Dresden. Wie die Clubs und die Polizei rund zwei Stunden vor dem geplanten Anpiff mitteilten, wurde die Partie abgesagt. Begründet wurde die Absage mit einer Unwetterwarnung. Auch in Franken werden schwere Sturmböen erwartet.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.03.2019 | 09:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 09.03.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 10. März 2019, 16:50 Uhr

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1 Kommentar

10.03.2019 23:03 MaP 1

Habe in den Nachrichten heute Abend ein vom Sturm völlig zerstörtes Windrad gesehen. Tolle Vorstellung, wenn das mal eine unserer Hauptenergiequellen sein sollen. Aber nicht nur aus diesem Grund sollten wir uns schon mal an Stromausfälle gewöhnen!

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