Automobilindustrie Audi kehrt zu sächsischen Wurzeln zurück - SUV-Produktion in Zwickau

Der neue VW ID.4
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2021 wird für Volkswagen Sachsen ein ereignisreiches Jahr, das die Belegschaft vor große Herausforderungen stellt. So sind bis September vier weitere Serien-Produktionsanläufe vorgesehen - so viele wie noch nie zuvor in dem Werk. Zugleich wird Zwickau ein Mehrmarken-Standort. Hier laufen 2021 neben Volkswagen auch Elektroautos von Seat und Audi vom Band. Das sei für Volkswagen Sachsen und auch für Zwickau ein großes Ereignis, kündigte Carsten Krebs, Kommunikationschef für Volkswagen Sachsen, im Gespräch mit MDR SACHSEN an.

Mit dem Produktionsstart der Elektro-Audi kehrt diese Marke zu ihren Wurzeln zurück.

Carsten Krebs Kommunikationschef für Volkswagen Sachsen

Zwei vollelelektrische Audi aus Zwickau

Start der Serienproduktion des VW-E-Autos ID.3 in Zwickau im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Sachsens Minsiterpräsidenten Michael Kretschmer.
Nach dem ID.3 und dem ID.4 wird im Zwickauer VW-Werk nun auch der ID.5 produziert. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Am Audi-Geburtsort Zwickau sollen in diesem Jahr zwei Elektro-Audi-Modelle vom Band laufen. Wie Carsten Krebs verriet, werden es zwei SUV auf Basis des von VW entwickelten MEB-Modularen Elektrifizierungs-Baukastens sein. Weitere Details nannte er nicht.

Die Audi AG hatte 2019 aber auf dem Genfer Automobilsalon bereits bestätigt, dass das Serienmodell des Audi Q4 e-tron concept in Zwickau hergestellt werden soll. Als zweites Zwickauer Modell war ein coupehafter Audi-SUV im Gespräch.

Wie das Unternehmen ankündigte, will Audi ab Mitte 2021 seine vollelektrischen Q4-e-tron-Modelle in Serie auf die Straße bringen. Für Seat wurde 2019 auf der IAA internationalen Automesse in Frankfurt u.a. das für Zwickau bestimmte Elekto-Auto als Seat el-Born vorgestellt, der inzwischen zu Cupra el-Born umbenannt wurde.

Volkswagen bringt den ID.5

Der erste von fünf Pressköpfen (r) mit einem Gewicht von 125 Tonnen erreicht das erweiterte Presswerk von Volkswagen Sachsen in Zwickau. Mit der neuen Presse im XL-Format will VW in dem Zwickauer Werk künftig nahezu alle Karosserieteile für seine Elektroautos selbst fertigen
Für 75 Millionen Euro wird das Zwickauer Presswerk erweitert. Es ist eine der größten Einzelinvestitionen am Standort. Bildrechte: dpa

Für Volkswagen kommt nach dem ID.3 und dem ID.4 der ID.5 hinzu. "Das ist ein kleiner SUV, ein etwas sportlicheres c Schwesterfahrzeug in der ID.Familie", so Krebs. Das Auto wird Mitte 2021 in Deutschland auf den Markt kommen." Für den ID.4, der jetzt schon in Zwickau vom Band läuft, gab es Lieferverzögerungen aufgrund der Corona-Krise. Wie Krebs ankündigte, ist die Markteinführung für Februar geplant.

Investition in Preßwerk

Ein weiterer wichtiger Meilenstein für Volkswagen Sachsen wird der Start des erweiterten Presswerkes sein. Es werden 75 Millionen Euro investiert und es ist damit eines der größten Einzelinvestitionen am Standort.

Hier können ab Februar alle relevanten Bauteile der vollelektrischen Fahrzeuge in Zwickau selbst gepresst werden. Somit können dann enorme Mengen Kohlendioxid vermieden werden, der sonst beim Transport von Blechteilen aus ganz Deutschland angefallen wäre.

Mitarbeiter der VW-Werkes Zwickau stehen stolz neben den letzten Autos mit Verbrennungsmotoren aus ihrem Werk.
Das letzte Fahrzeug mit Verbrennungsmotor lief im Sommer 2020 vom Band. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

330.000 Fahrzeuge pro Jahr

Die Gesamtinvestitionen für den Umbau des Fahrzeugwerkes Zwickau auf Elektromobilität mit sechs Modellen für drei Konzernmarken belaufen sich auf rund 1,2 Milliarden Euro. Bei Vollauslastung sollen auf zwei Fertigungslinien pro Jahr 330.000 Fahrzeuge gefertigt werden. Alle 8.000 Mitarbeiter werden mit Qualifizierungsmaßnahmen für die Produktion von E-Autos geschult.

Das letzte Fahrzeug mit Verbrennungsmotor lief im Sommer 2020 vom Band. Volkswagen Sachsen verfügt neben dem Fahrzeugwerk Zwickau über zwei weitere Standorte in Sachsen: Im Chemnitzer Motorenwerk werden u.a. Benzindirekteinspritzer produziert. In der Gläsernen Manufaktur Dresden wird ab Februar auch der ID.3 produziert. Die Karosserien für die Luxus-SUV von Lamborghini und Bentley werden auch weiterhin in Zwickau gefertigt.

Der Nachbau einer histoirschen Tankstelle: Genau im Herzen des alten Audi-Werkes, am Ursprung großer Automobilhistorie, befindet sich heute das August Horch Museum.
Wer sich für die Anfangsjahre von Audi interessiert, ist im August Horch Museum in Zwickau an der richtigen Adresse. Bildrechte: IMAGO

Audi am Standort Zwickau Audi - heute eine Tochter des Volkswagen Konzerns - stammt aus Zwickau. Gründer war Automobilpionier August Horch. Seine erste Firma, die August Horch & Cie. Motorwagenwerke AG wurde 1904 ins Zwickauer Handelsregister eingetragen. Wegen Streitigkeiten verließ er die Horch AG und gründete 1909 in Zwickau die August Horch Automobilwerke GmbH.

Als der Rechtsstreit um den Namen "Horch" verloren ging, nutzte er die Idee eines Zwickauer Gymnasiasten "Audi" als lateinische Übersetzung von "horch!" zu nutzen. So entstand 1910 die Audi Automobilwerke GmbH Zwickau, die ab 1915 als Audiwerke AG Zwickau firmierte.

1932 schlossen sich dann die vier sächsischen Automobilfirmen Audi, DKW, Horch und Wanderer und zur Auto Union AG zusammen - symbolisiert durch die vier Ringe der heutigen Audi AG. Audi selbst wurde nach dem Zweiten Weltkrieg am heutigen Stammsitz Ingolstadt wiedergegründet.

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.01.2021 | ab 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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