Umbau bei Volkswagen Sachsen Vom Verbrenner zum Elektroantrieb: VW schult alle 7.700 Mitarbeiter in Zwickau um

Das Zwickauer VW Werk soll Vorreiter für andere VW-Werke weltweit sein. Dafür wird es bis 2019 für 1,2 Milliarden Euro komplett auf E-Mobilität umgebaut. Das betrifft auch alle 7.700 Beschäftigten. Sie werden umgeschult.

von Brigitte Pfüller

Installation neuer Roboter: Volkswagen investiert 1,2 Milliarden Euro in die Fertigung des Volkswagen Werks in Zwickau.
Bildrechte: volkswagen

Bei Volkswagen Sachsen in Zwickau wird an allen Ecken und Enden gebaut. Es werden aber keine Hallen abgerissen und neu errichtet, sondern der Umbau geschieht im Inneren. Denn die Fertigung wird für 1,2 Milliarden Euro komplett vom Verbrennungsmotor auf Elektroantrieb umgestellt. In der Montage soll sich der Automatisierungsgrad künftig verdreifachen. Trotzdem soll nach Angaben des Vorstands für E-Mobilität Thomas Ulbrich die Beschäftigung in Zwickau stabil bleiben. Alle 7.700 Mitarbeiter werden auf die Elektromobilität vorbereitet.

"Größtes Schulungslager" der Automobilbranche in Zwickau

Thomas Ulbrich, Vorstand für E-Mobilität der Marke Volkswagen, erläutert den Umbau des VW-Werks in Zwickau in Sachsen.
Der Vorstand für E-Mobilität, Thomas Ulbrich, erklärt den Umbau des VW-Werks in Zwickau. Bildrechte: Volkswagen

"Wir absolvieren derzeit eines der größten Schulungslager in der Automobilbranche", sagte Ulbrich. Das geschieht in Informationsveranstaltungen und speziellen Trainingseinheiten, die auch vom VW-Bildungsinstitut Sachsen erarbeitet wurden. Denn der Umgang mit Elektroautos ist laut VW mit Starkstrom verbunden. So werden mehr als 1.000 Mitarbeiter einen Hochvolt-Führerschein ablegen. "Ich finde den Umbau spannend", meinte Markus Beck. "Es ist ungeheuer interessant, bei so einem Vorhaben dabei zu sein.“ Er ist Mitarbeiter im Karosseriebau und bereitet die künftige Seitenteilanlage vor. Dort werden künftig die Türen in die Autos eingesetzt.

Am meisten soll sich nach VW-Angaben in der Karosseriefertigung ändern. Dafür werden rund 40 Prozent der Milliarden-Investition gebraucht. Denn alle E-Autos, die künftig in Zwickau gefertigt werden, basieren auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB). Der wurde von VW als Basis-Plattform für reine E-Autos entwickelt. Die relativ schwere Batterie befindet sich in der Mitte des Autos. Das hat auch Auswirkungen auf Karosserie.

In Zwickau startet eine neue Automobil-Ära

Weitere Gelder fließen in Zwickau in ein Presswerk, in die Digitalisierung und Automatisierung. Zum Einsatz kommen beispielsweise Industrie-Roboter und fahrerlose innerbetriebliche Transportsysteme. Mit dem Umbau des Fahrzeugwerks Zwickau stellt VW sein weltweites Produktionsnetzwerk auf E-Mobilität um: In China entstehen in Anting/Shanghai und Foshan zwei Werke, die nur wenige Monate nach dem Pilotwerk Zwickau im Jahr 2020 die Produktion aufnehmen. Auch in Nordamerika sollen Elektro-Fahrzeuge vom Band laufen. 

Sechs Elektromodelle für drei Konzernmarken aus Zwickau

In Zwickau sollen ab 2021 insgesamt sechs E-Modelle für drei Konzernmarken gebaut werden: drei von VW, zwei von Audi und eine von Seat. Vorstand Thomas Ulbrich erwartet, dass Volkswagen noch im ersten Autozyklus – der umfasst etwa sieben Jahre – mit Elektromobilität Gewinn erwirtschaften kann. Spätestens 2025 will der Konzern insgesamt mehr als eine Million E-Autos pro Jahr verkaufen.

Im November 2019 soll die Serienproduktion für das neue Elektro-Auto starten. "Damit bricht für VW eine neue Ära an – vergleichbar mit dem ersten Käfer oder dem ersten Golf", erklärte Ulbrich. "Wir werden die Elektromobilität aus der Nische führen. Der Schlüssel für den Strukturwandel ist eine effiziente und moderne Fertigung. Und Zwickau ist der Starting Point." Aktuell werden in Zwickau noch die Modelle Golf und Golf Variant produziert. Der Passat hat schon seinen Platz geräumt.

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.11.2018 | 17:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 16. November 2018, 10:37 Uhr

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1 Kommentar

16.11.2018 06:51 kleinerfrontkaempfer 1

Klasse und Masse. Bezahlbare Autos, jede Menge Stromlademöglichkeiten (Ohne Ladestromverluste), jede Menge Stromhändler (das Finanzamt freut sich), der Konkurrenzkampf zu Wasserstoff und Gas treibt die Wirtschaft weiter. Service und Wartung ohne Ende. Doitschland, Doitschland über ........

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