04.11.2019 | 15:34 Uhr | Update VW startet Elektro-Offensive in Zwickau

Der VW-Konzern will Elektroautos für die Massen verkaufen und beginnt jetzt in Zwickau die Serienproduktion seines ersten vollelektrischen Fahrzeugs. Gelingt damit nach Jahren der Investitionen der Umbruch zur E-Mobilität?

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am 4.11.2019 vormittags das Volkswagenwerk in Zwickau besucht. Mit Managern des Konzerns stellte sie sich für ein Foto in eine Reihe.
Zum Start der Serienproduktion des E-Autos von Volkswagen kam Bundeskanzlerin Angela Merkel (Mitte) nach Zwickau und traf dort die VW-Manager und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (3. von re.) Bildrechte: MDR/Anett Linke

Im Zwickauer VW-Werk hat am Montag im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel offiziell die Großserienproduktion von Elektroautos mit dem Modell ID.3 begonnen. Bereits im nächsten Jahr sollen hier rund 100.000 E-Autos vom Band rollen. Geplant ist, in Zwickau pro Jahr rund 330.000 Elektroautos für die Marken VW, Audi und Seat herzustellen. Derzeit läuft noch bis Mitte 2020 die Golf-Fertigung in Zwickau.

Bis 2030 soll es in Deutschland sieben bis zehn Millionen Elektroautos geben

Merkel sagte, bis 2030 solle es in Deutschland sieben bis zehn Millionen Elektroautos und eine Million öffentliche Ladepunkte geben. Die große Zahl der Elektroautos sei nötig. Nur so könne die Automobilindustrie die von der EU definierten CO2-Flottenziele erreichen. "Uns ist es wichtig, dass sich möglichst bald viele Menschen, für die ein Auto unverzichtbar und Teil ihrer Lebensfreiheit ist, ein Elektroauto leisten können", sagte die Kanzlerin.

Start der Serienproduktion des VW-E-Autos ID.3 in Zwickau im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Sachsens Minsiterpräsidenten Michael Kretschmer.
Klaus Richter zeigt der Kanzlerin den Einbau eines Airbags in den neuen ID.3. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Merkel besuchte auch die Produktion des Werks in Zwickau und ließ sich von den Mitarbeitern verschiedene Montagearbeitsschritte erklären. Klaus Richter zeigte ihr den Einbau eines Airbags in den neuen ID.3. "Die Umstellung ist für das Werk eine neue Herausforderung", sagt Richter. "Aber wir sehen das alle positiv. Es geht voran." Seinen eigenen Arbeitsbereich beträfe die Umstellung nur minimal.

Start der Serienproduktion des VW-E-Autos ID.3 in Zwickau
Bildrechte: MDR/Anett Linke

Volkswagen hat Milliarden in seine E-Offensive gesteckt und 8.000 seiner Mitarbeiter in Zwickau qualifiziert. "Wir gehen jetzt in eine neue Zukunft. Sie haben als Unternehmen aus meiner Sicht komplett richtig verstanden, dass es nur mit Innovationen geht. Sie haben gesehen, dass die Mitarbeiter die wichtigste Ressource sind", sagte Ministerpräsident Kretschmer. Er mahnte an, im Zuge des Innovationsprozesses die Zulieferer nicht zu vergessen. Ohne sie sei kein Erfolg möglich, sagte Kretschmer auch im Hinblick auf in den vergangenen 30 Jahren geleistetes.

Zulieferer wurden früh in die Planungen einbezogen

"Wir haben die Zulieferer hier im Umkreis sehr früh bei den Planungen mit einbezogen", sagt Reinhard de Vries, Geschäftsführer Produktion und Logistik von Volkswagen Sachsen. "Jeder hatte seit 2017 die Chance, sich darauf einzustellen." Außerdem würden sich auch neue Zulieferer in der Region ansiedeln.

ID.Charger
Diese Ladevorrichtung für den ID.3 bietet VW für Privathäuser an. Bildrechte: MDR/Anett Linke

ID.3 soll CO2-neutral produziert werden

Der neue ID.3 soll das erste komplett CO2-neutral produzierte E-Auto sein. "Wir haben unsere Lieferanten verpflichtet, ökologisch und mit erneuerbaren Energien zu produzieren", sagt Reinhard de Vries. Das Werk in Zwickau produziere schon seit 2017 mit Naturstrom und habe so den CO2-Ausstoß bei der Produktion um100.000 Tonnen reduziert. Und auch die Kunden bekämen das Angebot, über VW Naturstrom für ihre Ladestation zuhause zu beziehen. Außerdem werden derzeit Recyclingkonzepte entwickelt um bis zu 90 Prozent der Batterie wiederzuverwenden, so de Vries.

Das Zwickauer Werk in Zahlen 8.000 Mitarbeiter arbeiten im Werk Zwickau.
13.000 Trainingstage investiert die Belegschaft in den Umstieg auf die E-Mobilität.
1.700 Fertigungsroboter werden in Zwickau eingesetzt.
330.000 E-Autos sollen in der finalen Ausbaustufe ab 2021 im Werk Zwickau vom Band laufen.
1,2 Milliarden Euro werden in den Umbau des Standorts investiert.

Quelle: MDR/kk/al

Dieses Thema im Programm im MDR MDR AKTUELL Radio | 04.11.2019 | 05:00 Uhr

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